Aktionen

Beobachterausbildung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Beobachterausbildung (See)
Die Beobachterausbildung war eine hochspezialisierte Qualifizierung für Offiziere der Reichs- und Kriegsmarine, um das „taktische Auge“ für die Seekriegführung aus der Luft zu schulen. Der Beobachter fungierte als Missionskommandant an Bord von Seeflugzeugen und verantwortete die Navigation, Zielansprache sowie die Kommunikation mit den Seestreitkräften.
Historischer Kontext & Ausbildungsinhalte
Reichsmarine: Trotz Versailler Flugverbot geheime Aufrechterhaltung der Ausbildung über Tarnfirmen wie die „Seeflug-G.m.b.H.“. Fokus auf präziser See-Navigation und optischer Aufklärung für Offiziere der Crews 25 bis 32.
Kriegsmarine: Systematisierung ab 1935 an Fliegerwaffenschulen (See) wie Parow oder Bug auf Rügen. Ausbildung zum taktischen Leiter, dem der Flugzeugführer (Pilot) unterstellt war.
Navigationslehrgang: Perfektionierung der Standortbestimmung über offener See ohne Landmarken – eine Voraussetzung, um U-Boot-Gruppen punktgenau an Geleitzüge heranzuführen.
Waffenausbildung: Schulung an Bordwaffen (analog zum Schützenlehrgang) sowie Koordination des Einsatzes von Abwurfwaffen wie Bomben und Lufttorpedos.
Spezifische Merkmale & Signalwesen
Funk- und Morsedienst: Beherrschung des Morseblinkens und der Funkdisziplin unter Enigma-Verschlüsselung, um die eigene Position gegenüber alliierten Peilern zu verschleiern.
Taktische Führung: Der Beobachter entschied über den Angriffsverlauf und den Missionsabbruch. Er hielt die Verbindung zur 1. Marine-Nachrichtenabteilung und den operativen Stäben.
Zielidentifikation: Intensives Training zur schnellen Identifizierung von Schiffssilhouetten und zur Unterscheidung von Freund-Feind-Einheiten aus großen Höhen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
See-Luft-Kooperation: Beobachter in Fernaufklärern (z. B. Fw 200 „Condor“) waren die entscheidenden Einweiser für Wolfsrudel im Atlantik.
Fachwissen-Transfer: Viele Offiziere mit Beobachterpatent wechselten später als Kommandanten auf Boote wie den Typ VII C oder Typ IX C und brachten wertvolles Wissen über die Luftbedrohung mit.
Personalhistorie: In den Personalakten (BArch PERS 6) markiert der Abschluss dieser Ausbildung eine Elite-Spezialisierung, oft nach einer Verwendung in Küstenfliegergruppen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Dienstvorschriften über die Ausbildung der Marine-Beobachter und die Zusammenarbeit mit der Luftwaffe.
BArch RM 121 / 142 Lehrplanunterlagen der Fliegerwaffenschulen (See) für Beobachterlehrgänge.
BArch RL 2-IV Akten des Generalquartiermeisters der Luftwaffe zur personellen Ergänzung der Marinefliegerverbände.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Marineluftwaffe und Personalstruktur).
Giessler, Helmuth "Der Marine-Nachrichten- und Ortungsdienst" (Kontext zur Funknavigation und Ortungstechnik).
Harnack, Wolfgang "Die Verteidigung der Küsten" (Details zur Rolle der Seeaufklärer und Beobachter).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132