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Wehrmachtskommandantur Kiel

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Dienststelle Wehrmachtskommandantur Kiel
Die Wehrmachtskommandantur Kiel war die zentrale territoriale Instanz zur Wahrnehmung standortbezogener Aufgaben der Wehrmacht innerhalb der Stadt und des Festungsbereichs Kiel. Als einer der bedeutendsten Reichskriegshäfen stand die Kommandantur unter starkem Einfluss der Kriegsmarine, wobei sie die Zusammenarbeit zwischen Heer, Luftwaffe und Marine koordinierte. Zu ihren Kernaufgaben gehörten die Überwachung der militärischen Sicherheit, die Regelung des Urlauberwesens, die Disziplinaraufsicht im öffentlichen Raum sowie die Organisation des Luftschutzes und der Verteidigungsplanung für den Standort Kiel.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Seit der Kaiserzeit als Kommandantur bestehend; während des Krieges eng mit dem Kommandanten im Abschnitt Kiel verzahnt.
Aufgabe: Standortdisziplin; Passwesen; Überwachung des militärischen Verkehrs; Koordination der zivil-militärischen Zusammenarbeit; Festungskommandantur.
Führung: Besetzung durch einen Kommandanten (meist im Rang eines Admirals oder Generals), unterstützt durch einen Platzmajor und Adjutanten.
Ende 1945: Auflösung im Mai 1945 nach der Besetzung Kiels durch britische Truppen; Übergabe der Stadtverwaltung an die Militärregierung.
Spezifische Merkmale
Sicherheit: Die Kommandantur war verantwortlich für die Absperrung sensibler Militärbereiche gegen Spionage und Sabotage (z. B. Werftgelände).
Luftschutz: Zentrale Steuerung der Luftschutzmaßnahmen für das gesamte Stadtgebiet, das aufgrund der Werften Primärziel alliierter Bomberverbände war.
Disziplin: Betrieb der Standortwache und des Militärgefängnisses zur Aufrechterhaltung der Manneszucht unter den tausenden Durchgangssoldaten.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Werftschutz: Sicherung der U-Boot-Neubauten bei den Kieler Werften (Germaniawerft/DWK) durch abgestimmte Wach- und Flak-Maßnahmen.
Personalfluss: Die Kommandantur regelte die Unterbringung und den Transport von U-Boot-Besatzungen, die sich zur Baubelehrung oder Ausbildung in Kiel aufhielten.
U-Boot-Bunker: Administrative Einbindung der Verteidigungspläne für die massiven Bunkeranlagen (z. B. "Kilian") in die allgemeine Standortverteidigung.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 112 Marinestation der Ostsee: Akten über die Standortverwaltung und Kommandanturbefehle für den Bereich Kiel.
BArch RW 34 Wehrmachtbevollmächtigte und Kommandanturen: Unterlagen zur territorialen Führung und Sicherheit im Festungsbereich.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit von Offizieren im Stab der Wehrmachtskommandantur Kiel.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation der Marinestationen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Kommandanturen und Festungsbereiche).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Geschichte und Infrastruktur des Kriegshafens Kiel“.
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