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Wachoffiziersschüler

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Ausbildung Wachoffiziersschüler (W.O.-Schüler)
Ein Wachoffiziersschüler befand sich in der unmittelbaren praktischen Vorbereitungsphase auf seine künftige Rolle als Führungsorgan an Bord. Nach Abschluss der allgemeinen Waffenlehrgänge durchlief er ein Bordpraktikum, um unter Aufsicht die Befähigung zur eigenständigen Führung einer Seewache sowie die Verantwortung für Navigation und Sicherheit zu erwerben.
Definition und Status
Rang: Meist Fähnrich, Oberfähnrich oder Leutnant zur See.
Status: Teilnehmer des Unterseeboot-Wachoffizierslehrgangs. Voraussetzung war der erfolgreiche Abschluss der technischen Speziallehrgänge (Torpedo, Nachrichten, Artillerie).
Besonderheit „Schlafmangel-Drill“: Während der Bordpraktika wurden Schüler oft über 24–48 Stunden im Dienst gehalten. Ziel war es, ihre Fehlerquote unter extremer Übermüdung zu testen – eine Simulation der mehrtägigen Verfolgungsjagden im Atlantik.
Ausbildungsschwerpunkte & Praxis
Wachdienst: Praktische Verantwortung als Offizier vom Wachdienst (O.v.W.). Überwachung der Brückensicherheit, der Funkdisziplin und der präzisen Besteckführung.
Angriffstraining: Training am Angriffssimulator. Der Schüler musste lernen, auch bei „ausgefallenem“ Rechner Zielwerte manuell zu schätzen – eine gefürchtete Prüfungskomponente.
Besonderheit „Ein-Mann-Zentrale“: In fortgeschrittenen Übungen musste der Schüler die Zentrale allein führen, während die Ausbilder künstliche Lecks oder Brände meldeten. Hier entschied sich die Eignung zum Wachoffizier durch Kaltblütigkeit unter Chaos.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Selektion: Auf Überwassereinheiten wurde die Entscheidungsfreude geprüft. Wer hier zögerte, wurde zur „Dampferwaffe“ (Überwasserschiffe) zurückversetzt und nicht zur U-Boot-Ausbildung zugelassen.
Einsatz auf Schulbooten: In der Ostsee nahmen Schüler die Position des II. W.O. ein, leiteten die Flak-Bedienung und wendeten ihr Wissen aus dem Artillerielehrgang unter realen Bedingungen an.
Besonderheit „Menschenführung“: Ein Schüler wurde scharf darauf beurteilt, wie er sich gegenüber den oft viel älteren und erfahreneren Obermaaten durchsetzte, ohne die Autorität als Vorgesetzter zu verlieren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Lehrgangsberichte und Beurteilungsrichtlinien der U.L.D. zur taktischen Eignung von Wachoffiziersschülern
BArch PERS 6 Personalunterlagen der Seeoffiziere mit Nachweisen über die praktische Bordbewährung und Auswahlkriterien
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Offiziersausbildung und den Selektionsverfahren)
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Details zur Laufbahn und den Anforderungen an junge Wachoffiziere)
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