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Uckermark

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Schiffseinheit Troßschiff Uckermark (ex-Altmark)
Das Troßschiff Uckermark (Typschiff der Altmark-Klasse) war einer der leistungsfähigsten Fernversorger der Kriegsmarine. Es wurde 1938 unter dem Namen „Altmark“ in Dienst gestellt und diente zunächst als Versorger für das Panzerschiff „Admiral Graf Spee“. Nach dem „Altmark-Zwischenfall“ im Jössingfjord (16.02.1940) wurde das Schiff im August 1940 in „Uckermark“ umbenannt. Es unterstützte 1941 die Schlachtschiffe „Scharnhorst“ und „Gneisenau“ im Atlantik und verlegte 1942 als Blockadebrecher nach Japan. Am 30.11.1942 wurde das Schiff im Hafen von Yokohama durch eine gewaltige Gasexplosion während Tankreinigungsarbeiten völlig zerstört, wobei auch der Hilfskreuzer „Thor“ und das Prisenschiff „Leuthen“ verlorengingen.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Indienststellung: 14.11.1938 als „Altmark“ (Howaldtswerke Kiel); Umbenennung am 06.08.1940.
Aufgabe: Fernversorgung (Brennstoff, Munition, Proviant); Blockadebruch; Stützpunktschiff in Fernost.
Unterstellung: Troßschiffverband der Seekriegsleitung (Skl); operativ den jeweiligen Flottenverbänden zugeteilt.
Ende 1942: 30.11.1942; Totalverlust in Yokohama (Japan) durch innere Tankexplosion.
Spezifische Merkmale
Technik: Verdrängung ca. 20.800 t; Antrieb durch 4 MAN-Dieselmotoren; Geschwindigkeit 21 Knoten.
Bewaffnung: 3 x 15-cm-Geschütze L/45; 2 x 3,7-cm-Flak; 4 x 2-cm-Flak (verdeckt aufgestellt).
Katastrophe: Entzündung von Gasresten in den Tanks; 53 Tote der Besatzung; Wrack 1943/44 in Japan verschrottet.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Monsun-Boote: Der Verlust der Uckermark entzog der geplanten U-Boot-Gruppe „Monsun“ die wichtigste logistische Basis in Fernost.
Versorgung: Geplante Rolle als schwimmendes Treibstoffdepot für deutsche U-Boote im Indischen Ozean entfiel dauerhaft.
Etappenwesen: Die Vernichtung des Schiffes markierte das Ende der großräumigen deutschen Überwasser-Versorgung im pazifischen Raum.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über den Einsatz der Altmark/Uckermark und die Explosionsursache in Yokohama.
BArch RM 11 Flottenkommando: Berichte über Versorgungsmanöver und den Blockadebruch nach Japan.
BArch PERS 6 Personalakten: Verlustlisten der Besatzung und Werdegänge der Schiffsoffiziere (u.a. Kpt. Z. See Dau).
Literaturverweise
Gröner, Erich „Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945“ (Band 4: Versorgerschiffe).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Der Troßschiffverband).
Brennecke, Jochen „Schwarze Schiffe, weite See“ (Detaillierte Schilderung des Untergangs in Japan).
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