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U-Stützpunkt Wilhelmshaven

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle U-Stützpunkt Wilhelmshaven
Wilhelmshaven war als Reichskriegshafen einer der bedeutendsten U-Boot-Stützpunkte der Kriegsmarine. Er diente als Heimatbasis für die 2. U-Flottille „Saltzwedel“ (bis 1940) und später für Ausbildungs- und Erprobungsverbände. Der Stützpunkt verfügte über eine massive Infrastruktur, darunter die Kriegsmarinewerft (KMW) mit spezialisierten U-Boot-Bau- und Reparaturdocks. Während der frühen Kriegsphase war er zentraler Ausgangspunkt für Fernunternehmungen in den Atlantik. Ab 1943 wurde zum Schutz gegen die verstärkten Luftangriffe der U-Boot-Bunker „Nordsee III“ errichtet, um Instandsetzungen bombensicher durchführen zu können.
Entstehung, Funktion und Infrastruktur
Aufstellung: Bereits in der Kaiserzeit und Reichsmarine als U-Basis etabliert; massiver Ausbau ab 1935.
Aufgabe: Ausrüstung und Instandsetzung von Frontbooten; Durchführung von Baubelehrungen; Stützpunkt für Erprobungen (z.B. Schnorchel/Radar).
Bauwerke: U-Boot-Bunker „Nordsee III“ (auf dem Gelände der Westwerft); zahlreiche spezialisierte Werkstatt- und Lagerbunker.
Ende 1945: Kapitulation im Mai 1945; anschließende Demontage der Werftanlagen und Sprengung der Bunker durch die Alliierten.
Beheimatete Verbände (Auswahl)
2. U-Flottille: „Saltzwedel“; stationiert bis Juni 1940, danach Verlegung nach Lorient (Frankreich).
U-Lehrflottillen: Zeitweilige Nutzung durch Schulverbände zur Ausbildung des technischen und seemännischen Personals.
Erprobung: Basis für das U-Boot-Abnahmekommando (UAK) und technische Versuchsreihen der TVA und des SVK.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Werftkapazität: Die Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven war neben Blohm & Voss führend bei der Durchführung von komplexen Großen Instandsetzungen (G.I.).
Logistik: Zentrales Torpedo- und Munitionsressort; Treibstofflagerung in weitläufigen unterirdischen Tankanlagen.
Ausbildung: Tausende U-Boot-Männer absolvierten hier ihre Baubelehrungen auf den Werftliegern vor der ersten Feindfahrt.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Akten über die Ausrüstung und Flottillenstationierungen in Wilhelmshaven.
BArch RM 112 Marinestation der Nordsee: Unterlagen zur Stützpunktorganisation und Verteidigung des Kriegshafens.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Werftbelegung und Luftschutzmaßnahmen im Bereich Wilhelmshaven.
Literaturverweise
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Wilhelmshaven und die Jade“.
Rössler, Eberhard „Die deutsche U-Boot-Waffe“ (Details zu Werftliegezeiten und Bauprogrammen).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Stützpunkte in der Heimat).
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