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| Verband
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Sicherheitspolizei Groß-Hamburg
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| Die Sicherheitspolizei (Sipo) Groß-Hamburg wurde im Frühjahr 1919 zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung in der Hansestadt nach den revolutionären Unruhen formiert. Sie war eine kasernierte, militärisch organisierte Polizeitruppe, die sich zu großen Teilen aus demobilisierten Soldaten der Marine und des Heeres sowie Angehörigen der Hamburger Freikorps zusammensetzte. Die Sipo agierte als schwere Ordnungsmacht gegen radikale Aufstände (z. B. während der Sülzeunruhen) und zur Sicherung lebenswichtiger Infrastruktur wie dem Hamburger Hafen. Sie bildete den Vorläufer der späteren Ordnungspolizei und war personell eng mit den Marine-Sicherungsverbänden der Unterelbe verzahnt.
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| Entstehung, Funktion und Aufgaben
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| Aufstellung: |
Mai 1919 auf Anordnung des Hamburger Senats; unter der Leitung von Oberst (später Generalmajor) Paul Lettow.
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| Aufgabe: |
Bekämpfung bewaffneter Aufstände; Objektschutz (Rathaus, Hafen); Streifendienst; Entwaffnung von Zivilpersonen.
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| Struktur: |
Gliederung in Hundertschaften mit militärischer Ausrüstung (MG, Panzerwagen, Handgranaten).
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| Ende 1920: |
Umwandlung in die grüne „Ordnungspolizei“ aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages (Verbot militärischer Polizeiformationen).
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| Spezifische Merkmale
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| Marine-Anteil: |
Ein signifikanter Teil der Mannschaften und Unteroffiziere stammte aus den Kieler und Wilhelmshavener Matrosendivisionen.
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| Bewaffnung: |
Ausgestattet mit überschüssigem Material der ehemaligen Wehrmacht, was der Truppe einen rein militärischen Charakter verlieh.
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| Konflikte: |
Die Sipo war bei der Hamburger Arbeiterschaft aufgrund ihres harten Vorgehens und ihrer teils national-konservativen Gesinnung gefürchtet.
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| Relevanz für die spätere U-Boot-Waffe
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| Personal: |
Zahlreiche junge Marineangehörige, die in der Sipo dienten, wechselten später zur Reichsmarine und bildeten das Rückgrat der technischen Laufbahnen.
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| Hafenschutz: |
Die Erfahrungen der Sipo bei der Sicherung der Werftanlagen von Blohm & Voss dienten als Basis für spätere Marine-Sicherungskonzepte.
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| Disziplin: |
Die Sipo bewahrte den soldatischen Geist in einer Zeit des politischen Umbruchs und sicherte den Fortbestand militärischer Traditionen im Norden.
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| Quellenverweise - | Staatsarchiv Hamburg
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| StAH 131-1 |
Senatskommission für die Sicherheitspolizei: Akten über Aufstellung, Besoldung und Einsätze der Sipo 1919–1920.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen in der „Sicherheitspolizei Hamburg“.
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| BArch RM 54 |
Vorläufige Reichsmarine: Berichte über die Zusammenarbeit mit der Hamburger Sipo bei Hafenblockaden.
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| Literaturverweise
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| Büttner, Ursula |
„Hamburg zur Zeit der Weimarer Republik“ (Details zur Aufstellung der Ordnungsmacht).
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| Schulze-Wegener, G. |
„Die deutsche Kriegsmarine“ (Kapitel: Marine-Soldaten im Polizeidienst).
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| Wegner, Günter |
„Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Übergangsverbände).
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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