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Seeadler (Yacht)

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt Seeadler
Die Seeadler war eine der bekanntesten Segelyachten der Reichsmarine und Kriegsmarine, die primär für die Ausbildung und Repräsentation im Rahmen der Segelschulung genutzt wurde. In der Marine dienten Yachten wie die Seeadler dazu, Offizieranwärtern und jungen Offizieren der Fähnrichskompanie nautische Instinkte und Führungsqualitäten in kleinen Gruppen zu vermitteln. Im Gegensatz zu den großen Schulschiffen bot das Segeln auf einer Yacht eine direktere Konfrontation mit den Elementen.
Technische und organisatorische Einordnung
Die Seeadler war ein klassischer Hochseesegler (oft als 12-mR-Yacht oder Yawl gebaut/betrieben). Sie war stationiert in Kiel-Wik und unterstand der dortigen Marineschule oder dem Stationskommando der Ostsee. Die Wartung und Bereitstellung des Bootes erfolgte durch das Stammpersonal der I. Schiffsstammabteilung der Ostsee.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Feingefühl für die See: Das Segeln auf der Seeadler schulte das Verständnis für Wind, Strömung und Krängung. Für einen künftigen U-Boot-Kommandanten war dieses Wissen essentiell, um sein Boot bei Überwasserangriffen oder beim Manövrieren im Hafen präzise zu steuern.
Teamführung auf engem Raum: Die Besatzung bestand nur aus wenigen Mann. Hier musste der Offizier als Divisionsoffizier im Kleinen agieren. Die soziale Dynamik und die Notwendigkeit absoluter Zuverlässigkeit entsprachen im Kern den Verhältnissen auf einem U-Boot.
Navigationspraxis: Während der Fahrten wurden die theoretischen Inhalte aus dem Navigationslehrgang praktisch angewendet. Das Bestimmen des Standorts ohne moderne Hilfsmittel festigte die Sicherheit in der Koppelnavigation.
Offiziersauslese: Die Leistungen während der Segelphasen flossen in die Beurteilungen ein, die in der Personalakte (Bestand Pers 6) hinterlegt wurden. Wer sich auf Yachten wie der Seeadler als führungsstark und wetterfest erwies, wurde bevorzugt für die U-Bootsausbildung selektiert.
Das Ende 1945
Wie viele Marineyachten wurde auch die Seeadler gegen Kriegsende evakuiert oder fiel als Beute an die alliierten Streitkräfte. Das Personal der Segelausbildung wurde in der Endphase oft in die Personalreserve für den Erdkampf überführt oder zur Sicherung der Häfen eingesetzt.
Baudaten der Segelyacht Seeadler
Die Seeadler wurde als hochseetaugliche Segelyacht für die Reichsmarine in Auftrag gegeben, um die Ausbildung kleinerer Offiziersgruppen außerhalb der großen Schulschiffe zu ermöglichen.
Technische Daten und Konstruktion:
Werft: Abeking & Rasmussen, Lemwerder (Bremen).
Baunummer: 2088.
Stapellauf / Indienststellung: 1925 (in der Ära der Reichsmarine).
Typ: 80-m²-Seefahrtkreuzer (Yawl-Takelung).
Länge über alles: ca. 15,50 Meter.
Breite: ca. 3,45 Meter.
Tiefgang: ca. 2,25 Meter.
Verdrängung: ca. 16 Tonnen.
Segelfläche: ca. 80 m² (Standard), bei Regatten oder Windstille entsprechend erweiterbar.
Bedeutung für die U-Boot-Waffe
Die Bauweise als Yawl (ein Zweimaster mit einem kleineren Besanmast hinter dem Rudergänger) war bewusst gewählt, um den Anwärtern der Fähnrichskompanie ein komplexeres Handling der Segel abzuverlangen. Die robuste Bauart der Werft Abeking & Rasmussen garantierte, dass die Yacht auch bei schwerer See in der Ostsee und Nordsee als sichere Ausbildungsplattform diente. Hier lernten die künftigen Kommandanten die mechanische Belastbarkeit von Material unter Salzwassereinfluss kennen – eine Erfahrung, die sie später bei der Überprüfung der technischen Anlagen (Schnittstelle zum Fahrgerät-Lehrgang) auf ihren U-Booten anwandten.
Die Yacht war so konstruiert, dass sie von einer kleinen Crew (ca. 6 bis 8 Mann) bedient werden konnte, was exakt die sozialen Anforderungen an die spätere Zusammenarbeit in der Zentrale oder auf der Brücke eines U-Bootes widerspiegelte.
Quellenangabe
Bundesarchiv, Signatur RM 20 Dienststellen der Reichsmarine. Invenio Online-Recherche. Dokumentiert die Beschaffung von Sport- und Ausbildungsfahrzeugen für die Marine in den 1920er Jahren.
Abeking & Rasmussen Archiv Technische Baulisten der Werft.
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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