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Panzerjagdkommando

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Panzerjagdkommando (Marine)
Panzerjagdkommandos der Kriegsmarine waren spezialisierte, meist improvisierte Kleinkampfeinheiten, die insbesondere in der Endphase des Krieges (1944/45) im Erdkampf eingesetzt wurden. Sie bestanden aus Freiwilligen der Schiffsstammabteilungen, Bordbesatzungen oder Marine-Schützen-Bataillonen. Ausgerüstet mit Handwaffen und vor allem Panzerabstabwehrmitteln (Panzerfaust, Panzerschreck), wurden sie zur mobilen Panzerbekämpfung an den gefährdeten Landfronten, wie etwa im Raum der Festung Brest oder bei der Verteidigung der pommerschen Küste, herangezogen. Diese Einheiten operierten oft unabhängig von größeren Verbänden und zeichneten sich durch hohe Mobilität und riskante Nahkampfmethoden aus.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Verstärkt ab 1944 innerhalb der Marine-Infanterie-Divisionen und Festungseinheiten.
Aufgabe: Aktive Panzerbekämpfung im Nahbereich; Sicherung von Rückzugswegen; Hinterhalt-Taktik.
Unterstellung: Jeweiliger Marine-Regimentskommandeur; operativ dem Heer beigeordnet.
Ende 1945: Mai 1945; Auflösung oder Gefangennahme bei Kriegsende an der Ost- und Westfront.
Spezifische Merkmale
Bewaffnung: Schwerpunkt auf Panzerfaust und Panzerschreck (Raketenpanzerbüchse 54); Handgranaten.
Ausbildung: Kurze, intensive Einweisung in die Handhabung von Hohlladungen und taktische Geländenutzung.
Einsatz: Oft zur Abriegelung von Straßendurchbrüchen und als "Feuerwehr" in Frontlücken verwendet.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Bodenkampf: Personal der U-Boot-Stützpunkte und Marine-Bunker-Einheiten bildete im Notfall Panzerjagd-Trupps.
Stützpunktverteidigung: Einsatz zur Verteidigung der U-Boot-Bunker in den belagerten Festungen (z. B. Lorient, St. Nazaire).
Schicksal: Zahlreiche U-Boot-Fahrer, deren Boote versenkt oder außer Dienst waren, fielen in diesen Kommandos.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45 Seekommandanten: Berichte über den Erdkampfeinsatz von Marinepersonal in Panzerjagdkommandos.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Auszeichnungen (z. B. Panzervernichtungsabzeichen).
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Unterlagen zur Ausbildung von Marine-Infanteristen und Panzerjägern.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Marine-Infanterie).
Kurowski, Franz „Deutsche Marineinfanterie 1939–1945“ (Einsatzberichte der Panzerjäger).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Erdkampfeinheiten).
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