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Oberkommando der Marine T.Wa.

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Oberkommando der Marine T.Wa. (Torpedowaffenamt)
Das Torpedowaffenamt (T.Wa.) war die zentrale Fachbehörde innerhalb des Oberkommandos der Kriegsmarine (OKM), die für die Entwicklung, Erprobung, Beschaffung und Instandhaltung sämtlicher Torpedowaffen und der dazugehörigen Ausstoßvorrichtungen verantwortlich war. Es unterstand dem Chef der Marinewaffen (MWa). Das T.Wa. steuerte die Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie, verwaltete die Torpedoarsenale und beaufsichtigte die Torpedoversuchsanstalten (TVA). Während des Krieges lag ein besonderer Fokus auf der Behebung technischer Mängel (Torpedokrise 1940) sowie der Einführung neuer Technologien wie Elektroantrieben und akustischen Suchköpfen.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Konstruktion und Weiterentwicklung von Torpedos; Überwachung der Fertigung; Munitionsverwaltung; technische Inspektion der Arsenale.
Struktur: Gegliedert in Fachgruppen für Konstruktion, Versuchswesen, Fertigung und allgemeine Verwaltungsangelegenheiten.
Standorte: Dienstsitz im OKM (Berlin/Koralle); enge Verzahnung mit den Versuchsanstalten in Eckernförde und Gotenhafen.
Ende 1945: Mit der Auflösung des OKM nach der Gesamtkapitulation im Mai 1945 beendet; Sicherstellung der Unterlagen durch alliierte Expertenteams.
Spezifische Merkmale
Torpedokrise: Das T.Wa. stand 1940 unter massiver Kritik wegen Versagens der Magnetzünder und der Tiefenhaltung während des Norwegen-Feldzugs.
Innovation: Leitung der Entwicklung wegweisender Waffensysteme wie dem "Zaunkönig" (akustischer Eigenlenker) und Flächen-Absuch-Torpedos (FAT/LUT).
Personal: Besetzung durch hochspezialisierte Marineingenieure und Waffenoffiziere der Torpedolaufbahn.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Hauptbewaffnung: Das T.Wa. sicherte die technische Überlegenheit der U-Boot-Hauptwaffe durch ständige Anpassung an die gegnerische Abwehrtechnik.
Ausbildung: Bereitstellung der technischen Dienstvorschriften und Lehrmaterialien für die U-Torpedooffizierslehrgänge.
Versorgung: Koordination des Torpedonachschubs für die Frontstützpunkte in Frankreich und Norwegen über die angeschlossenen Arsenale.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 21 Torpedowaffenamt / Inspektion des Torpedowesens: Umfangreiche Akten zur Waffenentwicklung und Erprobungsberichte.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Korrespondenz über operative Anforderungen und technische Zuverlässigkeit der Torpedowaffe.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge von Ingenieuroffizierenn im Dienst des T.Wa.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Die Torpedos der deutschen U-Boote: Entwicklung, Herstellung und Eigenschaften“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Waffenwesen - Das Torpedowaffenamt).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Amtschefstellen).
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