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Oberfeldwebelanwärter

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung Oberfeldwebelanwärter
Ein Oberfeldwebelanwärter war in der Kriegsmarine ein hochqualifizierter Unteroffizier mit Portepee, der sich in der Auswahl und Erprobung für die Beförderung zum zweithöchsten Unteroffiziersrang befand. Er hatte sich bereits als Feldwebel charakterlich und fachlich bewährt. In der U-Boot-Waffe bildeten diese Männer das operative Rückgrat; sie besetzten Schlüsselpositionen in der Zentrale oder im Maschinenraum und trugen die Mitverantwortung für die Ausbildung der Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften auf engstem Raum.
Definition und Status
Funktion: Anwartschaft für den Aufstieg zum Oberfeldwebel; Status eines bewährten Führers mit überdurchschnittlicher Beurteilung durch den Kommandanten.
Laufbahnen: Existenz in allen Fachrichtungen; in der technischen Laufbahn als Obermaschinistelanwärter (O.M.A.), in der Verwaltung als Oberfunkmeisteranwärter etc.
Voraussetzung: Bestehen anspruchsvoller Fachprüfungen an den Marineschulen und Nachweis einer Mindestdienstzeit (in der Reichsmarine aufgrund des Kadersystems deutlich länger).
Kennzeichnung: Er trug bereits die Uniform der Unteroffiziere mit Portepee; das spezifische Laufbahnabzeichen auf den Schulterklappen wies ihn als Anwärter für die höhere Planstelle aus.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Führungskader: Häufige Verwendung als Hauptwachtmeister (Spieß) an Bord oder als leitender Vormann in der Zentrale zur Unterstützung des Wachoffiziers (W.O.).
Technischer Halt: Unverzichtbar als erfahrene Leitstände-Bediener auf großen Einheiten (Typ IX); Garanten für die technische Klarheit bei mehrmonatigen Fernunternehmungen.
Offiziersnachwuchs: Ab 1942/43 primäres Reservoir für die Laufbahn zum Kriegsoffizier (Leutnant zur See / Ing. / W.) aufgrund immenser praktischer Fronterfahrung.
Ausbilderrolle: Einsatz in den U-Boots-Lehrdivisionen zur Vermittlung von taktischen Kniffen und technischem Detailwissen an die Rekruten der neuen Elektroboote.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Belegt die Ernennung zum O.F.A. inklusive der detaillierten Beförderungsvorschläge der Flottillenchefs und Kommandantenbeurteilungen.
BArch RM 121 U-Boots-Lehrdivisionen: Dokumentiert die Teilnahme an abschließenden Oberfeldwebel-Lehrgängen und Prüfungsverfahren in den jeweiligen Fachschulen.
BArch RHD 18 M.Dv. 32: Die Personalordnung definiert die exakten Prüfungsbedingungen, Mindestdienstzeiten und fachlichen Hürden für Portepee-Unteroffiziere.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945" (Band 3, Abschnitt Personalwesen: Laufbahnen und Dienstgrade der Unteroffiziere).
M.Dv. 32 [BArch-Invenio](https://www.bundesarchiv.de) "Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine" (Zentrale Vorschrift für Beförderungen).
Schlicht / Angolia "Die deutsche Wehrmacht - Band 2: Die Kriegsmarine" (Details zu den Rangabzeichen und Sonderstellungen der Anwärter).
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