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Marinelazarett Garmisch-Patenkirchen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Datenblatt Marinelazarett Garmisch-Patenkirchen
Das Marinelazarett Garmisch-Partenkirchen war ein spezialisiertes rückwärtiges Krankenhaus der Kriegsmarine in Oberbayern. Es diente primär als Kur- und Genesungslazarett für hochdekorierte Offiziere und U-Boot-Besatzungen, die nach extremen Einsätzen medizinische und psychologische Rehabilitation benötigten. Das Lazarett in Garmisch-Partenkirchen fungierte als zentrale Erholungseinrichtung der Marine im Alpenraum; es war auf die Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen ("U-Boot-Koller") und die langfristige Rekonvaleszenz nach schweren Verwundungen spezialisiert.
Historischer Kontext & Organisation
Anfang: Die Einrichtung wurde während des Krieges (verstärkt ab 1941/42) in requirierten Hotels und Kurheimen (u. a. im Bereich des ehemaligen Olympia-Geländes) eingerichtet, um Patienten fernab der bombengefährdeten Küstenstädte zu versorgen.
Status: Es unterstand administrativ dem Sanitätschef der Ostsee (Kiel), da Garmisch als Außenstelle für die Erholung des Personals der nördlichen Marinestationen fungierte.
Aufgaben: Schwerpunkt waren die innere Medizin, Orthopädie sowie die psychologische Betreuung. Das milde Gebirgsklima wurde gezielt zur Heilung von Atemwegserkrankungen und Erschöpfungszuständen genutzt.
Ende: Bei Kriegsende im Mai 1945 wurde das Lazarett von US-Truppen übernommen und zeitweise als U.S. Army Hospital für deutsche Kriegsgefangene weitergeführt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kommandanten-Erholung: Viele prominente U-Boot-Kommandanten wurden nach erfolgreichen, aber zehrenden Feindfahrten nach Garmisch kommandiert, um ihre „Frontreife“ wiederzuerlangen.
Fachliche Begutachtung: In Garmisch fanden auch Untersuchungen zur Dienstfähigkeit für den Tropen- oder Arktiseinsatz statt, wobei die physische Belastbarkeit unter Höhenbedingungen getestet wurde.
Personalhistorische Einordnung: In den Personalakten (BArch PERS 6) kennzeichnet ein Aufenthalt in Garmisch oft eine „Frontpause“ zur Verleihung hoher Auszeichnungen oder zur Ausheilung langwieriger Verletzungen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Einrichtung von Genesungslazaretten im Alpenraum.
BArch PERS 6 / [ID] Personalunterlagen mit Nachweisen über Kuraufenthalte und Rehabilitation in Garmisch-Partenkirchen.
BArch RM 121 / 162 Bestimmungen der Marinestationen über die Zuweisung von Erholungsplätzen für U-Boot-Besatzungen.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zum Sanitätswesen und den rückwärtigen Lazaretten).
Mallmann Showell, Jak P.: The German Navy in World War Two (Details zur sozialen Betreuung und Erholung des Marinepersonals).
Rössler, Eberhard: Geschichte des deutschen U-Bootbaus (Kontext zur personellen Regeneration der U-Boot-Waffe).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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