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Leiter der Fahrausbildung

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung Leiter der Fahrausbildung (Ausbildungsleiter für seemännische und taktische Ausbildung)
In der U-Boot-Waffe war der Leiter der Fahrausbildung eine Schlüsselfigur in der Endphase der Ausbildung neuer Besatzungen. Er trug die Verantwortung dafür, dass Kommandanten und deren Wachen das Boot unter allen Bedingungen – vom präzisen Manövrieren im Hafen bis zum taktischen Angriff im Verband – sicher beherrschten. Als erfahrener Mentor überwachte er die nautische Entwicklung des Führungsnachwuchses und stellte sicher, dass die Boote den Anforderungen des harten Fronteinsatzes gewachsen waren.
Aufgaben und Funktionen
Manövrierschulung: Überwachung der praktischen Ausbildung im Manövrieren; Training von An- und Ablegemanövern, Wenden auf engem Raum und korrektem Verhalten bei technischem Ruderversager.
Taktisches Training: Leitung von Übungen zum Angriffsfahren; Koordination des Fahrens im Rudel und Einnehmen optimaler Angriffspositionen unter Berücksichtigung von Strömung, Sicht und Wind.
Abnahme der Fahrreife: Finale Prüfung der nautischen Sicherheit eines Kommandanten vor der Entlassung zur Front; entscheidendes Urteil über die Befähigung zur eigenständigen Schiffsführung.
Spezialgeräteschulung: Einweisung in die Handhabung neuer Steuerungshilfen, insbesondere beim technologischen Übergang auf die Elektroboote Typ XXI mit ihrem völlig neuen Fahrverhalten.
Standort: Diese hochspezialisierten Offiziere waren zumeist bei den Ausbildungsflottillen in der Ostsee oder direkt beim Stab des F.d.U. Ausb. stationiert.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Unfallvermeidung: Da U-Boote bei Überwasserfahrt oft schwerfällig reagierten, war eine exzellente Fahrausbildung die primäre Versicherung gegen Kollisionen und Grundberührungen in den Stützpunkten.
Expertenrolle: Besetzung dieser Position mit hochdekorierten ehemaligen Frontkommandanten (z. B. Karl-Friedrich Merten), um authentische Praxiserfahrung an den Nachwuchs weiterzugeben.
Qualitätssicherung: Sicherstellung eines einheitlichen nautischen Standards innerhalb der Flotte, was die Ausfallraten durch navigatorische Fehler während der Feindfahrten signifikant senkte.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 98 U-Boote der Kriegsmarine: Enthält die spezifischen Ausbildungsrichtlinien und nautischen Merkblätter für die Fahrausbildung der verschiedenen Bootstypen.
BArch RM 121 U-Boots-Lehrdivisionen: Dokumentiert die detaillierten Lehrgangspläne für die nautische Basisschulung und die Abnahme der fachlichen Prüfungen.
BArch PERS 6 Personalakten: In den Beurteilungen der Kommandanten findet sich oft das Testat des Leiters der Fahrausbildung über die dokumentierte „nautische Sicherheit“.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 1, Abschnitt: U-Boot-Ausbildung und organisatorische Gliederung).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939–1945, Band 2: Der U-Boot-Bau auf deutschen Werften" (Details zur Ausbildungsgruppe Front und der Agru-Front).
M.Dv. 32 "Bestimmungen über die Qualifikation von Ausbildungsleitern in der Kriegsmarine" (Administrative Laufbahnregelungen).
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