Aktionen

Kommando der Fliegerschulen (See)

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Kommando der Fliegerschulen (See)
Das Kommando der Fliegerschulen (See) war die zentrale Dienststelle zur Koordination und Überwachung der gesamten fliegerischen Ausbildung über See. Es fungierte als Bindeglied zwischen dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) und den spezialisierten Seefliegerschulen. Seine Hauptaufgabe war die Standardisierung der Ausbildung von Flugzeugführern, Beobachtern und Bordmechanikern für den Einsatz bei den Küstenflieger- und Bordfliegergruppen.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung: Formiert in den 1930er Jahren im Zuge der massiven Aufrüstung der Luftwaffe; Sitz des Stabes war zumeist in Warnemünde, dem Zentrum der deutschen Seefliegerausbildung.
Zuständigkeit: Dem Kommando unterstanden fachlich alle Seefliegerschulen (z. B. Parow, Bug/Rügen, Dievenow und Putzig). Es legte die Lehrgangsinhalte für die See-Navigation und Waffenausbildung fest.
Personalsteuerung: Koordination der Zuweisung von Marineoffizieren, die zur Luftwaffe abkommandiert wurden, um dort als spezialisierte See-Beobachter oder Piloten ausgebildet zu werden.
Ende: Im Verlauf des Jahres 1944 wurde das Kommando im Zuge der Auflösung vieler Seefliegerverbände und der Umgliederung der Luftwaffe gestrafft und teilweise in andere Ausbildungsinspektionen eingegliedert.
Spezifische Merkmale & Ausbildung
Navigations-Standard: Das Kommando entwickelte die Richtlinien für die Astronomische Navigation und das Funkpeilwesen über See, die weitaus höhere Anforderungen stellten als die Landnavigation.
Muster-Schulung: Überwachung der Umschulung auf mehrmotorige Flugboote (z. B. Do 24 oder BV 138) und die speziellen Start- und Landeverfahren bei hohem Seegang.
Seenot-Doktrin: Entwicklung und Schulung von Verfahren zur Seenotrettung (SAR), die später sowohl für abgeschossene Flugzeugbesatzungen als auch für Schiffbrüchige von Bedeutung waren.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Fachpersonal: Die in den unterstellten Schulen ausgebildeten Beobachter waren entscheidend für die Geleitzug-Aufklärung und die Einweisung der Wolfsrudel im Atlantik.
Wissens-Transfer: Viele Ausbilder des Kommandos wechselten ab 1942 zur U-Boot-Waffe. Ihr Wissen über Sichtweiten aus der Luft floss direkt in die Tauchtaktiken der Frontboote ein.
Horch-Expertise: Die durch das Kommando geschulten Funk- und Ortungsspezialisten besaßen tiefe Kenntnisse im Funkpeilwesen, die für die Kommunikation zwischen Flugzeugen und Booten essentiell waren.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RL 15 Akten der Ausbildungsstellen der Luftwaffe (Enthält Grundsatzbefehle des Kommandos der Fliegerschulen See).
BArch RL 2-IV Generalquartiermeister der Luftwaffe (Belegt die materielle Ausstattung der unterstellten Schulen).
BArch RM 7 / 2331 Seekriegsleitung (Dokumentiert die Zusammenarbeit bei der Ausbildung des Marine-Beobachternachwuchses).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Marineluftwaffe).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Green, William "Warplanes of the Third Reich" (Kontext zur technischen Schulung an Seeflugzeugen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132