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Kommandierender Admiral der Marinestation der Ostsee

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Kommandierender Admiral der Marinestation der Ostsee
Die Marinestation der Ostsee mit Sitz in Kiel war die höchste territoriale Kommandobehörde für den gesamten Ostseebereich. Sie unterstand direkt dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine (OKM). Der Kommandierende Admiral war verantwortlich für die Küstenverteidigung, die Ordnung und Disziplin im Stationsbereich, das Ersatzwesen, die Ausbildung an den Schulen sowie die logistische Infrastruktur (Werften und Arsenale). Am 01.02.1943 wurde die Dienststelle im Zuge einer administrativen Neuordnung in „Marineoberkommando (MOK) Ost“ umbenannt, wobei die grundlegenden Zuständigkeiten erhalten blieben.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Traditionelle Dienststelle der Marine; Sitz im Stationsgebäude an der Kieler Förde.
Aufgabe: Territoriale Führung; Personalersatz und Ausbildung; Küstensicherung; Gerichtsbarkeit; Werftverwaltung.
Struktur: Unterteilung in Stabsabteilungen (Adjutantur, Navigation, Sanitätswesen, Verwaltung, technisches Ressort).
Ende 1945: Mit der Gesamtkapitulation im Mai 1945 und der Besetzung Kiels durch britische Truppen aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Reichweite: Der Befehlsbereich erstreckte sich von der dänischen Grenze bis zur memelländischen Küste (einschließlich der besetzten Gebiete).
Führung: Besetzung durch hochrangige Admirale, u. a. Admiral Conrad Albrecht (bis 1939) und Admiral Rolf Carls (1940–1943).
Befugnis: Inhaber der Disziplinargewalt und Gerichtsherr über alle Landdienststellen und Schulen im Ostseeraum.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausbildung: Fachaufsicht über die U-Lehrdivisionen (ULD) und Schiffsstammabteilungen, die den Nachwuchs für die U-Boot-Waffe stellten.
Logistik: Koordination der Instandsetzungskapazitäten der Kriegsmarinewerft Kiel für die Erprobung neuer U-Boot-Typen.
Stützpunkte: Verwaltung der infrastrukturellen Voraussetzungen für die in Kiel und Gotenhafen stationierten Ausbildungsflottillen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 112 Marinestation der Ostsee: Umfangreiche Aktenserien zur Organisation, Personalverwaltung und Standortbefehlen.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Zusammenarbeit zwischen der Skl und dem Stationskommando Ostsee.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge der Kommandierenden Admirale und Stabsoffiziere der Station.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation der Ostsee).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Marinestationen).
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Geschichte und Infrastruktur des Kriegshafens Kiel“.
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