Aktionen

Kommandantur Gotenhafen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Kommandantur Gotenhafen (Seekommandantur)
Die Kommandantur Gotenhafen wurde unmittelbar nach der Besetzung der Stadt im September 1939 eingerichtet. Sie unterstand operativ dem Seekommandanten Danzig-Westpreußen (später Admiral westliche Ostsee). Gotenhafen wurde zum größten und modernsten deutschen Flottenstützpunkt in der östlichen Ostsee ausgebaut. Die Kommandantur verantwortete die gesamte Hafenlogistik, die Zuweisung von Liegeplätzen für Großkampfschiffe und die Sicherung der ausgedehnten Werft- und Arsenalgelände. Als Sitz zahlreicher Ausbildungs- und Erprobungskommando war sie das administrative Zentrum der militärischen Infrastruktur in der Danziger Bucht.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: September 1939; Umbenennung in „Gotenhafen“ im Verbund mit dem Reichsgau Danzig-Westpreußen.
Aufgabe: Hafenkapitänsdienst; Liegeplatzverwaltung; Objektschutz der Werften; Organisation des Luftschutzes; Transportwesen.
Unterstellung: Seekommandant Danzig-Westpreußen; enge Zusammenarbeit mit dem Marineoberkommando Ost.
Ende 1945: Heftige Kämpfe im März 1945; Evakuierung der Dienststelle nach Hela; endgültige Auflösung bei Kriegsende.
Spezifische Merkmale
Werften: Koordination der Instandsetzungskapazitäten der Deutschen Werke Gotenhafen (DWG) für schwere Einheiten (z. B. Gneisenau).
Evakuierung: 1945 zentrale Koordinierungsstelle für das Unternehmen „Hannibal“ zur Verschiffung von Flüchtlingen und Verwundeten.
Infrastruktur: Verwaltung modernster Hafenbecken, die speziell für die Aufnahme der größten Schiffe der Kriegsmarine vertieft wurden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
U-Stützpunkt: Gotenhafen war Haupthafen der 22., 24. und 27. U-Flottille; die Kommandantur sicherte die reibungslose Versorgung der Schulboote.
UAK: Sitz des U-Boot-Abnahmekommandos; logistische Unterstützung bei der technischen Abnahme und Indienststellung von Neubauten.
Ausbildung: Sicherstellung der Unterbringung für tausende U-Boot-Männer während ihrer taktischen und technischen Lehrgänge.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-II Seekommandant Danzig-Westpreußen: Akten über die Hafenorganisation und Verteidigungsplanung Gotenhafens.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die strategische Bedeutung des Stützpunktes für die U-Boot-Ausbildung.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen in der Kommandantur Gotenhafen.
Literaturverweise
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Pillau, Gotenhafen und Danzig/Hela“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation Ostsee).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Hafenkommandanturen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132