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I. Marinebrigade

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Verband I. Marine-Brigade
Die I. Marine-Brigade wurde im Februar 1919 in Kiel durch Korvettenkapitän Wilfried von Loewenfeld aufgestellt und im Juni 1919 offiziell in 3. Marine-Brigade umbenannt (zumeist als Marine-Brigade von Loewenfeld bezeichnet). Sie bestand primär aus berufssoldatischen Offizieren, Deckoffizierenn und Mannschaften der ehemaligen Kaiserlichen Marine, die den revolutionären Unruhen ablehnend gegenüberstanden. Als geschlossener Einsatzverband des Freikorps-Typs wurde die Brigade zur Niederschlagung von Aufständen im Ruhrgebiet und in Oberschlesien sowie zur Grenzsicherung eingesetzt. Sie galt als einer der diszipliniertesten Verbände der Nachkriegszeit und bildete einen wesentlichen personellen Grundstock für die spätere Reichsmarine.
Entstehung, Funktion und Einsätze
Aufstellung: Februar 1919 in Kiel; Aufstellung durch Marineoffiziere der ehemaligen Hochseeflotte.
Einsätze: 1919: Kämpfe in Berlin und im Ruhrgebiet (Gladbeck/Bottrop); 1920: Einsatz in Oberschlesien gegen polnische Insurgenten.
Struktur: Gliederung in drei Marineregimenter, eine Pionierkompanie und eine Feldartillerie-Abteilung.
Ende 1920: Auflösung im Mai 1920 nach dem Kapp-Lüttwitz-Putsch; Übernahme verlässlicher Teile in die Reichsmarine.
Spezifische Merkmale
Disziplin: Die Brigade bewahrte die militärischen Formen der Kaiserzeit und lehnte das Rätesystem der Matrosenaufstände strikt ab.
Kennzeichnung: Tragen des "Loewenfeld-Abzeichens" (silberner Löwenkopf) am Ärmel sowie weißer Garde-Litzen am Kragen.
Politisch: National-konservative Ausrichtung; Beteiligung am Kapp-Putsch führte letztlich zur Auflösung des Verbandes als eigenständige Einheit.
Relevanz für die spätere U-Boot-Waffe
Kader: Zahlreiche spätere Spitzenoffiziere der U-Boot-Waffe (u. a. Lothar von Arnauld de la Perière) dienten als Kompanie- oder Bataillonsführer in der Brigade.
Ausbildung: Die hier praktizierte infanteristische Ausbildung prägte die Standards für die späteren Marine-Stammabteilungen der Kriegsmarine.
Geist: Der elitäre Korpsgeist der Brigade übertrug sich auf das Offizierkorps der U-Boot-Waffe und stärkte den Zusammenhalt in Krisenzeiten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 54 Marinebrigaden: Akten über die Aufstellung, Einsätze und personelle Zusammensetzung der Brigade Loewenfeld.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeiten in der „3. Marine-Brigade (Loewenfeld)“ 1919/20.
BArch RM 2 Admiralstab: Berichte über die Rolle der Marine-Freikorps bei der Wiederherstellung der staatlichen Ordnung.
Literaturverweise
Loewenfeld, W. v. „Das Freikorps von Loewenfeld“ (Erlebnisbericht und Dokumentation).
Hildebrand, Hans „Die deutschen Kriegsschiffe“ (Band 7: Personalwesen und Organisationsgeschichte).
Schulze-Wegener, G. „Die deutsche Kriegsmarine“ (Kapitel: Die Ära der Freikorps).
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