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Hilfslehrer

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststellung Hilfslehrer
In den Ausbildungsstrukturen der Reichsmarine und Kriegsmarine war ein Hilfslehrer ein erfahrener Unteroffizier oder Offizier, der zeitlich begrenzt von der Front an eine Schule kommandiert wurde. Seine Hauptaufgabe bestand darin, aktuelles Praxiswissen und neueste Fronterfahrungen unmittelbar an den Nachwuchs weiterzugeben. Er ergänzte das theoretische Stammpersonal der Lehrgruppen durch wertvolle Einblicke in die realen Bedingungen des Seekrieges.
Aufgaben, Status und Einsatzbereiche
Praxis-Transfer: Ergänzung des theoretischen Unterrichts durch Berichte über neueste technische Entwicklungen und taktische Veränderungen, insbesondere in Fachkursen wie dem Signaldienst oder dem Navigationslehrgang.
Status: Hilfslehrer war kein fester Dienstgrad, sondern eine befristete Dienststellung. Das Personal blieb administrativ oft bei seiner Frontflottille oder in der Personalreserve (z. B. der I. Schiffsstammabteilung) geführt.
Qualifikation: Einsatz bewährter Oberfeldwebel oder Offiziere (z. B. der Crew 34), die direkt von Feindfahrten zurückkehrten, um beispielsweise die realen Bedingungen der Geleitzugortung im Unterricht zu simulieren.
Vorstufe: Für junge Offiziere der Fähnrichskompanie bot die Verwendung als Hilfslehrer die Möglichkeit zur fachlichen Profilierung und Qualifizierung für spätere Aufgaben als Lehrgruppenführer.
Ende 1945: Auflösung der Dienststellung mit der Einstellung des geregelten Lehrbetriebs an den Marineschulen im Frühjahr 1945.
Spezifische Merkmale & Ausbildungsmethodik
Aktualität: Unmittelbare Berücksichtigung technischer Neuerungen im U-Abwehrlehrgang 1935 oder im Fahrgerät-Lehrgang durch den direkten Input der Frontheimkehrer.
Methodik: Fokus auf der Vermittlung von "Tricks" und Verhaltensweisen unter Gefechtsbedingungen, die in keinem offiziellen Lehrbuch oder in den Marinedienstvorschriften standen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Lehr-Divisionen: In den U.L.D. war das System essentiell, um Wachoffiziersschülern die korrekte Auswertung von Horchdaten unter Wasserbombenverfolgung anhand realer Beispiele zu vermitteln.
Frontgeist: Sicherstellung, dass die Ausbildung nicht veraltete; Frontkommandanten, die als Hilfslehrer an die Marine-Kriegsakademie berufen wurden, galten als fachliche Koryphäen ihrer Laufbahn.
Taktik-Update: Schnelle Verbreitung neuer Erkenntnisse über feindliche Abwehrtechniken (z. B. Radar-Entwicklungen) in den laufenden Ausbildungsbetrieb an Land.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 / 162 Bestimmungen über die Auswahl und Kommandierung von Lehrpersonal an die Waffenschulen der Kriegsmarine.
BArch PERS 6 Personalakten: In den Werdegängen dokumentiert der Vermerk „kommandiert als Hilfslehrer“ die fachliche Anerkennung des betreffenden Soldaten.
BArch RM 123 Akten der Marineschulen: Belegt die personelle Verstärkung der Lehrgruppen durch Frontheimkehrer für spezifische Fachkurse.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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