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Hafenkommandant Milos

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Hafenkommandant Milos
Die Hafenkommandantur Milos wurde nach der Besetzung der griechischen Inselwelt (Unternehmen Marita) und insbesondere nach der Übernahme der italienischen Zonen im September 1943 (Fall Achse) von der Kriegsmarine geführt. Sie unterstand dem Seekommandanten Kykladen (später dem Admiral Ägäis). Milos besaß aufgrund seiner tiefen Bucht (Adamantas) einen der besten Naturhäfen der Ägäis und diente als strategischer Vorposten zur Überwachung des Seeverkehrs zwischen Kreta und dem griechischen Festland. Die Dienststelle koordinierte den Hafenschutz, die Küstenüberwachung und die Versorgung der dort stationierten Marine-Artillerie- und Sicherungseinheiten.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: 1941; massive personelle Verstärkung ab September 1943 nach dem Ausscheiden Italiens.
Aufgabe: Hafenkapitänsdienst; Überwachung der Seesperren; Versorgung von Küstenschutzschiffen; Führung der Hafenwach- und Signalstationen.
Standort: Milos (Inselgruppe Kykladen). Hauptquartier im Hafenort Adamantas.
Ende 1945: Milos blieb als isolierter Stützpunkt bis zur Gesamtkapitulation am 08.05.1945 in deutscher Hand; Übergabe an britische Truppen.
Spezifische Merkmale
Festung Milos: Die Insel wurde zur Festung ausgebaut, um den Seeweg nach Piräus zu sperren und alliierten Landungsversuchen vorzubeugen.
Luftkrieg: Aufgrund der strategischen Lage war der Hafen Milos wiederholt Ziel schwerer britischer Luftangriffe auf dort liegende Geleitzüge.
Belagerung: Ab Herbst 1944 war Milos von den Hauptlinien abgeschnitten und wurde aus der Luft sowie per U-Boot versorgt ("Insel-Festung").
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Versorgungsbasis: Milos diente als wichtiger Stützpunkt für die im Mittelmeer operierenden deutschen U-Boote zur Aufnahme von Treibstoff und Proviant.
Aufklärung: Die Signalstationen der Hafenkommandantur lieferten wichtige Sichtmeldungen alliierter Flottenverbände an die U-Boot-Leitstellen.
Nothafen: Bereitstellung von Reparaturmöglichkeiten für Sicherungsfahrzeuge, die den Flankenschutz für U-Boote in der Ägäis sicherstellten.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 35-II Admiral Ägäis / Seekommandant Kykladen: Akten über die Hafenorganisation und Verteidigung der Insel Milos.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Versorgungslage der ägäischen Inseln und die Rolle des Hafens Milos.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen in der Hafenkommandantur Milos.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Der Bereich Admiral Ägäis).
Schenk, Peter „Kampf um die Ägäis: Die Kriegsmarine in griechischen Gewässern 1941–1945“.
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Hafenkommandanturen Mittelmeer).
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