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Hafenkommandant Hela

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Dienststelle Hafenkommandant Hela
Die Hafenkommandantur Hela wurde nach der Besetzung der Halbinsel (Unternehmen Weiß) im September 1939 eingerichtet. Sie unterstand dem Seekommandanten Danzig-Westpreußen (später Admiral westliche Ostsee). Hela war aufgrund seiner geographischen Lage an der Spitze der Halbinsel der strategische Schlüssel zur Danziger Bucht. Die Dienststelle koordinierte den Hafenbetrieb, die Versorgung der dort stationierten Flottenverbände und die Sicherung der Reede. Im Verlauf des Krieges entwickelte sich Hela zum bedeutendsten Stützpunkt für die U-Boot-Ausbildung und in den letzten Kriegsmonaten 1945 zum zentralen Evakuierungshafen für Flüchtlinge und Truppen aus dem Osten.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Oktober 1939; Nutzung der vormaligen polnischen Marinebasis Hel.
Aufgabe: Hafenkapitänsdienst; Liegeplatzverwaltung für U-Boote; Leitung der Signalstationen; Organisation des Hafenschutzes; Luftschutz.
Standort: Hela (Danziger Bucht). Stabssitz im Hafenbereich; Bunkeranlagen zum Schutz gegen Luftangriffe.
Ende 1945: Hela wurde als eine der letzten Bastionen bis zum 09.05.1945 gehalten; Kapitulation gegenüber sowjetischen Truppen.
Spezifische Merkmale
Festung: Die Hafenkommandantur arbeitete eng mit der Marine-Artillerie zusammen, welche die Halbinsel gegen See- und Luftangriffe sicherte.
Logistik: 1945 Abwicklung der Operation Hannibal; Hela war der letzte Umschlagplatz für hunderttausende Flüchtlinge vor dem Abtransport nach Westen.
Isolierung: Ab Anfang 1945 war die Dienststelle landseitig abgeschnitten und nur noch über See mit Pillau und Gotenhafen verbunden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausbildungszentrum: Hela war der Haupthafen für die taktische Ausbildung (AGRU-Front); die Hafenkommandantur regelte das tägliche Ein- und Auslaufen dutzender Übungsboote.
Versorgung: Sicherstellung der Treibstoff- und Proviantübernahme für die Frontboote vor deren Verlegung in den Westen.
Instandsetzung: Bereitstellung kleinerer Werkstattkapazitäten zur Behebung von Schäden während der Erprobungs- und Ausbildungsphasen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 45-II Seekommandant Danzig-Westpreußen: Akten über die Hafenorganisation und die Verteidigung der Halbinsel Hela.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Bedeutung Helas für die U-Boot-Ausbildung und die Evakuierung 1945.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen in der Hafenkommandantur Hela.
Literaturverweise
Koop / Schmolke „Die deutschen Marinestützpunkte: Pillau, Gotenhafen und Danzig/Hela“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation der Ostsee).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Hafenkommandanturen im Osten).
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