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Ausbildungsverband der Flotte

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Verband Ausbildungsverband der Flotte
Der Ausbildungsverband der Flotte war eine operative Organisationseinheit der Kriegsmarine, die vornehmlich in der Ostsee operierte. Er fasste die schweren Überwasserstreitkräfte (Schlachtschiffe, Schwere und Leichte Kreuzer) zusammen, wenn diese nicht für Frontoperationen, sondern zur Ausbildung von Offiziersnachwuchs und technischem Fachpersonal eingesetzt wurden. Der Verband diente als schwimmende Schule für die praktische Bordausbildung der Seekadetten und Fähnriche. Während der Manöver wurden taktische Verbände simuliert, um das Zusammenwirken der verschiedenen Schiffsgattungen unter realistischen Bedingungen zu üben. Bei akuter Bedrohung oder für spezifische Operationen konnten die Einheiten des Verbandes jederzeit wieder dem operativen Flottenkommando unterstellt werden.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Einrichtung zur Koordinierung der Bordausbildung auf Großschiffen; Sitz in Kiel oder Gotenhafen.
Aufgabe: Praktische Seeausbildung; Verbandsübungen; Artillerieschießen; Ausbildung der Crew-Jahrgänge.
Unterstellung: Flottenkommando; fachlich der Inspektion des Bildungswesens (B.I.).
Ende 1945: Mai 1945; Auflösung des Verbandes nach der Kapitulation und Internierung der verbliebenen Schiffe.
Spezifische Merkmale
Einheiten: Zeitweise gehörten Schiffe wie die „Emden“, „Leipzig“, „Nürnberg“ oder „Schleswig-Holstein“ zum Verband.
Ausbildung: Methodische Durchführung der Ausbildungsprogramme für Seeoffizieranwärter (Crew-Ausbildung).
Personal: Besetzung mit erfahrenen Ausbildungsoffizieren und Fachpersonal für die technischen Bordbetriebe.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Grundlagen: Nahezu jeder spätere U-Boot-Kommandant absolvierte seine erste Bordausbildung auf Schiffen dieses Verbandes.
U-Jagd: Durchführung von gemeinsamen Übungen zur Abwehr von U-Boot-Angriffen innerhalb des Verbandes.
Selektion: Während der Bordausbildung erfolgte die erste Sichtung und Auswahl der Anwärter für die U-Boot-Laufbahn.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die Ausbildungsprogramme und Übungen des Ausbildungsverbandes.
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Unterlagen zur Crew-Ausbildung auf den Schulschiffen.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen auf Schiffen des Ausbildungsverbandes.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Ausbildungseinrichtungen).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848–1945“ (Systematik der Flottenverbände).
Busch / Röll „Der U-Boot-Krieg 1939–1945“ (Band 2: Der U-Boot-Bau und die Ausbildung).
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