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3. Marineregiment

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Verband 3. Marineregiment
Das 3. Marineregiment war ein organischer Teilverband der II. Marine-Brigade (bekannt als Brigade Ehrhardt). Es wurde im Frühjahr 1919 auf dem Truppenübungsplatz Sennelager formiert und bestand fast ausschließlich aus Freiwilligen der ehemaligen Kaiserlichen Marine (Offiziere, Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften). Als Eliteeinheit des Freikorps-Typs war das Regiment an der Niederschlagung von Aufständen in München (Räterepublik) und im Ruhrgebiet beteiligt. Im März 1920 war der Verband maßgeblich am Kapp-Lüttwitz-Putsch in Berlin beteiligt, was nach dessen Scheitern zur offiziellen Auflösung führte.
Entstehung, Funktion und Einsätze
Aufstellung: Frühjahr 1919 in Wilhelmshaven/Sennelager; Kommandeur: Korvettenkapitän (später Kapitän zur See) von Killinger.
Einsätze: Mai 1919: Kämpfe in München; März 1920: Besetzung des Regierungsviertels in Berlin (Kapp-Putsch).
Struktur: Untergliederung in mehrere Bataillone und spezialisierte Begleitkompanien (MG- und Minenwerferzüge).
Ende 1920: Auflösung im Mai 1920; Teile des Personals tauchten in der Organisation Consul (O.C.) unter oder wechselten zur Reichsmarine.
Spezifische Merkmale
Disziplin: Das Regiment galt als extrem kampfkräftig und bedingungslos loyal gegenüber seinem Brigadechef Korvettenkapitän Hermann Ehrhardt.
Kennzeichnung: Tragen des Hakenkreuz-Symbols an den Stahlhelmen (als Verbandsabzeichen) und des "Ehrhardt-Schildes" am Ärmel.
Politisch: Radikal national-konservative und republikfeindliche Ausrichtung; Kernzelle der späteren paramilitärischen Marine-Traditionsverbände.
Relevanz für die spätere U-Boot-Waffe
Kader: Zahlreiche Offiziere des Regiments bildeten in der NS-Zeit das Rückgrat der Marine-Artillerie und der landseitigen U-Boot-Organisation.
Ausbildung: Die im Regiment perfektionierte infanteristische Erdkampftaktik wurde später in die Ausbildung der Marine-Stammabteilungen übernommen.
Personal: Prominente spätere Marinevertreter wie Manfred von Killinger dienten als Bataillonskommandeure in diesem Regiment.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 54 Marinebrigaden: Akten über die Aufstellung und die Einsatztagebücher der Brigade Ehrhardt und ihrer Regimenter.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeitnachweisen im „3. Marineregiment / Brigade Ehrhardt“ 1919/20.
BArch RM 2 Admiralstab: Berichte über die Verwicklung des Regiments in den Kapp-Putsch und die anschließende Auflösung.
Literaturverweise
Krüger, Gabriele „Die Brigade Ehrhardt“ (Standardwerk zur Geschichte des Verbandes).
Hildebrand, Hans „Die deutschen Kriegsschiffe“ (Band 7: Personalwesen und Freikorps-Zeit).
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Rückblick auf die Freikorps-Kader).
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