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1. Marineregiment

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Verband 1. Marineregiment
Das 1. Marineregiment wurde im Frühjahr 1919 während der Demobilisierung der Kaiserlichen Marine und der gleichzeitigen Aufstellung der Vorläufigen Reichsmarine formiert. Es entstand primär aus Resten der vormaligen Matrosen-Divisionen und Freiwilligenverbänden. Das Regiment diente in der politisch instabilen Phase nach dem Ersten Weltkrieg als verlässlicher Kern zur Aufrechterhaltung der Ordnung in den großen Marinestützpunkten (insbes. Kiel) und zum Schutz der Küstenanlagen. Es war eng mit der Bildung der ersten Freikorps-Einheiten der Marine (wie der Brigade Ehrhardt oder Brigade Loewenfeld) verzahnt und bildete eine personelle Brücke zur späteren Reichsmarine.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Januar/Februar 1919 in Kiel; gebildet aus personellen Rückführungen der Hochseeflotte und der Stamm-Abteilungen.
Aufgabe: Sicherung der Marine-Garnisonen; Objektschutz der Arsenale; Grenzsicherung im Osten; Bekämpfung revolutionärer Unruhen.
Unterstellung: Stationskommando der Ostsee (Kiel); operativ teils dem Reichswehrministerium beigeordnet.
Ende 1919: Im Zuge der Reduzierung der Marine gemäß Versailler Vertrag und der Umgliederung in die Stamm-Abteilungen der Reichsmarine aufgelöst.
Spezifische Merkmale
Zusammensetzung: Mischung aus kaisertreuen Offizieren, Deckoffizieren und freiwilligen Mannschaften mit hoher Disziplin im Gegensatz zu den Soldatenräten.
Einsätze: Beteiligung an der Befriedung Norddeutschlands und Sicherung der Küstenbatterien gegen unbefugten Zugriff.
Tradition: Das Regiment pflegte die Tradition der alten Matrosen-Artillerie und des Infanteriedienstes der Marine-Divisionen des Ersten Weltkriegs.
Relevanz für die spätere U-Boot-Waffe
Kadererhalt: Zahlreiche Offiziere und Unteroffiziere des Regiments bildeten das Rückgrat der späteren U-Boot-Abwehr und des geheimen U-Boot-Wiederaufbaus.
Ausbildung: Bewahrung der infanteristischen Ausbildungsgrundsätze, die später als Basis für die Marine-Stammabteilungen der Kriegsmarine dienten.
Ideologie: Prägung des Korpsgeistes und der antibolschewistischen Haltung, die weite Teile des späteren Offizierkorps der Kriegsmarine kennzeichnete.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 54 Vorläufige Reichsmarine: Akten über die Neuordnung der Landstreitkräfte und die Bildung der Marineregimenter 1919.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit Dienstzeiten im „1. Marineregiment (Kiel)“ im Jahr 1919.
BArch RM 2 Admiralstab: Berichte über die militärische Lage in den Stützpunkten während der Gründungsphase der Republik.
Literaturverweise
Schulze-Wegener, G. „Die deutsche Kriegsmarine - Eine illustrierte Geschichte“ (Kapitel: Der Übergang von der Kaiserlichen zur Reichsmarine).
Hildebrand, Hans „Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis heute“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Rückblick auf die Traditionsverbände).
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