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Torpedo-Zusatzlehrgang für U-Wachoffiziere

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Ausbildung Torpedo-Zusatzlehrgang für U-Wachoffiziere
Der Torpedo-Zusatzlehrgang für U-Wachoffiziere war ein hochspezialisierter Aufbaulehrgang, der nach dem allgemeinen Torpedolehrgang absolviert wurde. Er diente der Vertiefung der taktischen Angriffsführung unter Wasser. Im Fokus standen die Handhabung moderner Torpedotypen, die Behebung technischer Versager (Torpedokrise) sowie die praktische Übung der Torpedoschussrechnung mittels Vorhaltrechner. Der Lehrgang war eine zwingende Voraussetzung für die Frontreife von Wachoffizieren (insbes. I. W.O.), die später selbst die Funktion des Schützen am Sehrohr übernehmen mussten.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Taktische Angriffsrechnung; Einweisung in Magnetzünder-Einstellungen; Handhabung von Spezial-Torpedos (FAT/LUT); Sehrohr-Training.
Standort: Durchführung an der Torpedoschule I (Flensburg-Mürwik) sowie in den Ausbildungsflottillen der Ostsee (z. B. 26. U-Flottille).
Qualifikation: Teilnahme von Seeoffizieren (Leutnant/Oberleutnant), die ihre Grundausbildung abgeschlossen hatten und für Front-U-Boote vorgesehen waren.
Ende 1945: Mit der Einstellung des U-Boot-Krieges und der Räumung der Schulstandorte im Frühjahr 1945 beendet.
Spezifische Merkmale
Praxisbezug: Durchführung zahlreicher Übungsschüsse (mit Übungsköpfen) gegen Zielschiffe zur Perfektionierung des Vorhaltewinkels.
Innovation: Ab 1943 intensive Einweisung in den akustischen Eigenlenker (Zaunkönig) und dessen taktische Besonderheiten bei der Geleitzugabwehr.
Stressbewältigung: Simulation von Gefechtssituationen zur Schulung der schnellen Entscheidungsfindung unter Zeitdruck während des Angriffs.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Treffsicherheit: Der Lehrgang bildete das technische Fundament für die Versenkungserfolge der U-Boot-Waffe durch präzise Torpedoschüsse.
Schadensabwehr: Vermittlung von Kenntnissen zur Analyse von Versagern (Tiefenstreuung/Frühzünder), um an Bord sofortige Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Kadernachwuchs: Wesentliche Stufe in der Ausbildung zum späteren U-Boot-Kommandanten, der die Torpedowaffe blind beherrschen musste.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Schulen: Akten über die Lehrpläne und Teilnehmerlisten der Torpedospeziallehrgänge.
BArch RM 87 Befehlshaber der Unterseeboote: Berichte über die fachliche Qualifizierung der U-Wachoffiziere.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis über den erfolgreichen Abschluss des Torpedo-Zusatzlehrgangs.
Literaturverweise
Rössler, Eberhard „Die Torpedos der deutschen U-Boote: Entwicklung, Herstellung und Eigenschaften der deutschen Marine-Waffe“.
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Ausbildung: Torpedowaffe).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Fachausbildung für U-Boot-Offiziere).
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