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Seebefehlsstelle von Fischel

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Dienststelle Seebefehlsstelle von Fischel (Unternehmen Seelöwe)
Die Seebefehlsstelle von Fischel war eine im Sommer 1940 geschaffene operative Führungsinstanz für die geplante Invasion Englands (Unternehmen Seelöwe). Benannt nach ihrem Leiter, Vizeadmiral Hermann von Fischel, war sie als schwimmender oder küstennaher Gefechtsstand konzipiert, um die Invasionsflotte im Ärmelkanal direkt zu führen. Die Dienststelle bündelte die Befehlsgewalt über die Transportflotten sowie die Sicherungskräfte und koordinierte das Zusammenwirken mit den Heeresverbänden während der Übersetzphase.
Entstehung, Funktion und Ende
Aufstellung: Formiert im August 1940 im Rahmen der Vorbereitungen für die Landung in England. Vizeadmiral von Fischel wurde hierzu als „Befehlshaber der Transportflotte B“ eingesetzt.
Standort: Zunächst im Raum Nordfrankreich (u.a. Ostende/Dünkirchen) lokalisiert. Die Befehlsstelle sollte während der Operation auf einem spezialisierten Führungsschiff im Kanal operieren.
Technik: Ausstattung mit umfangreichen Nachrichtengeräten zur Funkführung der hunderte Transportfahrzeuge (Prähme, Schlepper) und zur Verbindung mit dem Marinegruppenkommando West.
Ende 1945: Da Unternehmen Seelöwe auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, erfolgte die Auflösung bzw. Umwandlung der Stäbe im Jahr 1941; das Personal wurde anderen operativen Dienststellen zugeteilt.
Spezifische Merkmale
Invasionsleitung: Strategische Ausarbeitung der Fahrtrouten und Zeitpläne für die Überquerung des Ärmelkanals unter Berücksichtigung von Gezeiten und Strömungen.
Führungsstab: Der Stab umfasste Experten für Navigation, Logistik und Sicherung, um die heterogene Transportflotte (ehemalige Flussschiffe und Kähne) militärisch zu straffen.
Koordination: Engste Abstimmung mit der Luftwaffe und den Heeres-Divisionsstäben zur Sicherstellung eines reibungslosen Ablaufs der ersten Landungswellen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Flankensicherung: Die Planungen der Seebefehlsstelle sahen vor, dass U-Boote die Invasionskorridore gegen britische Flottenvorstöße aus dem Westen und Osten abschirmen sollten.
Logistik-Support: Teile des für Seelöwe bereitgestellten Personals und Materials wurden nach der Absage für den Ausbau der U-Boot-Stützpunkte an der französischen Kanalküste genutzt.
Aufklärung: Die Befehlsstelle wertete Aufklärungsergebnisse der U-Boote über britische Küstenverteidigungen aus, um die sichersten Landungsabschnitte festzulegen.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Akten über die operative Planung von Unternehmen Seelöwe und die Einsetzung von Vizeadmiral von Fischel als Befehlshaber.
BArch RM 35 Marinegruppenkommando West: Dokumentation der Befehlsverhältnisse und Unterstellungen der Invasionsflotten im Ärmelkanal.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Dienstzeit und Funktionen von Vizeadmiral Hermann von Fischel während des Krieges.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band I, Kapitel Unternehmen Seelöwe: Organisation und Führung).
Schenk, Peter „Landung in England: Die Planung des Unternehmens Seelöwe“ (Details zur Rolle der Transportflottenführer).
Kieser, Egbert „Unternehmen Seelöwe: Die geplante Invasion Englands“ (Hinweise zur Struktur der Befehlsstellen an der Kanalküste).
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