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Wachoffizier (Land)

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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Dienststellung Wachoffizier einer Flottille (Flottillen-Wachoffizier)
Ein Wachoffizier einer Flottille war ein Stabsmitglied, das nicht auf einer schwimmenden Einheit, sondern innerhalb der Landorganisation eines Flottillenstabes diente. Er fungierte als administratives und disziplinarisches Exekutivorgan des Flottillenchefs. In der U-Boot-Waffe war diese Position entscheidend für die reibungslose Abwicklung des Dienstbetriebs im Stützpunkt, die Koordination der Besatzungen an Land und die Sicherung der Flottillenbereiche in den oft gefährdeten Frontbasen.
Aufgaben und Funktionen
Dienstbetrieb: Überwachung des täglichen Dienstplans innerhalb des Flottillenbereichs; Regelung von Landgang, Wachedienst in den Unterkünften und Koordination der Arbeitskommandos.
Disziplinarwesen: Unterstützung des Flottillenchefs bei der Aufrechterhaltung der Disziplin; Vorbereitung von Meldungen und disziplinarischen Angelegenheiten gemäß der Marinedienstvorschrift M.Dv. 32.
Personalverwaltung: Organisation der Unterbringung von Frontbesatzungen während der Werftliegezeiten; Verwaltung der Personalstammrollen des Landpersonals der Flottille.
Stützpunktsicherung: Verantwortung für die Alarmbereitschaft des Landpersonals bei Luftangriffen oder Sabotageakten im Bereich der Bunkeranlagen und Stützpunkte.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Besatzungsbetreuung: Der Flottillen-Wachoffizier war die primäre Anlaufstelle für die „Alten“, wenn Boote zur Überholung einliefen und die Besatzungen in das soziale Gefüge des Stützpunktes integriert werden mussten.
Entlastung: Durch die Übernahme des bürokratischen und organisatorischen „Kleinkriegs“ hielt er dem Flottillenchef den Rücken für operative Entscheidungen und die strategische Führung der Boote frei.
Personalreserve: Oft wurden Offiziere, die vorübergehend nicht fronttauglich waren oder auf ein neues Kommando warteten, als Wachoffiziere im Flottillenstab „geparkt“, um ihre Erfahrung einzubringen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 30 Unterlagen der U-Boot-Flottillen: Belegt in den Stellenbesetzungsplänen der Stäbe die Dienststellung des Flottillen-Wachoffiziers.
BArch RM 121 Ersatz- und Ausbildungsabteilungen: Dokumentiert die Zuweisung von Offizieren zu den Stäben der Sicherungs- und Ausbildungsflottillen.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Vermerk „Wachoffizier im Stab der [Nummer] U-Flottille“ zur Kennzeichnung der Landverwendung.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band 2, Abschnitt Landorganisation der Flottillen).
Hildebrand, Hans H. "Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
Teske, Hermann (Hrsg.) "Die deutschen Marinen 1848–1945" (Strukturanalyse der Flottillenstäbe und deren Dienstbetrieb).
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