Aktionen

Kadettenoffizier

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 26. Februar 2026, 16:03 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Dienststellung Kadettenoffizier (Ausbildungsoffizier für Kadetten)
Ein Kadettenoffizier war ein erfahrener Seeoffizier, der speziell für die Führung, Erziehung und Ausbildung des Offiziersnachwuchses (Seekadetten) ausgewählt wurde. Er fungierte als prägende Instanz für die späteren U-Boot-Kommandanten und verantwortete sowohl die militärische Disziplin als auch die Vermittlung der seemännischen und navigatorischen Grundlagen während der Ausbildung auf Schulschiffen oder an den Marineschulen.
Entstehung, Funktion und Ausbildungstätigkeit
Entstehung: Institutionalisierter Bestandteil der deutschen Marineausbildung, fest verankert an den Marineschulen sowie auf den Segelschulschiffen und den als Schulschiffen genutzten Kreuzern.
Praktischer Dienst: Leitung des seemännischen Dienstes, der Segelausbildung und der Navigationswachen auf Einheiten wie der Gorch Fock oder dem Leichten Kreuzer Emden.
Erziehungsauftrag: Funktion als Inspektionsoffizier an der Marineschule Mürwik; Überwachung des Studiums, der Standesregeln und des gemeinschaftlichen Lebens innerhalb der Kasernenanlagen.
Selektion: Erstellung maßgeblicher Berichte über die „Offizierseignung“ der Anwärter; seine Beurteilung entschied über den Verbleib in der Laufbahn oder die Rückstufung in den Mannschaftsstand.
Ende 1945: Einstellung des regulären Schulbetriebs im Frühjahr 1945; Versetzung zahlreicher Kadettenoffiziere als Kommandanten auf U-Boote oder in Marine-Schützen-Verbände.
Spezifische Merkmale & Qualifikation
Vorbildfunktion: Auswahl der Offiziere nach strengen Kriterien bezüglich ihrer militärischen Haltung, pädagogischen Eignung und fachlichen Exzellenz zur Formung des Führungsstils der Kadetten.
Führungsstil: Vermittlung der traditionellen Werte des Offizierskorps sowie die Erziehung zur Verantwortungsbereitschaft gegenüber der künftigen Besatzung unter Extrembedingungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Prägung der Asse: Fast alle späteren U-Boot-Kommandanten begannen ihre militärische Laufbahn unter der unmittelbaren Aufsicht und Anleitung eines Kadettenoffiziers.
Frontgeist: Ab 1941/42 gezielte Kommandierung erfolgreicher U-Boot-Kommandanten nach Mürwik, um aktuelle Einsatzerfahrungen (z. B. M.Dv. Nr. 906) direkt an den Nachwuchs weiterzugeben.
Taktik-Transfer: Einführung der Kadetten in die operative Denkweise der U-Boot-Waffe bereits während der allgemeinen infanteristischen und nautischen Basisausbildung.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Marineschulen: Unterlagen zur Organisation der Kadetteninspektionen und Ausbildungsprogramme.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über Verwendungen als Kadettenoffizier und entsprechende Beurteilungsberichte über den Offiziersnachwuchs.
BArch RM 3 Akten des O.K.M.: Richtlinien zur Auswahl und Kommandierung von Frontoffizieren in den Schuldienst.
Literaturverweise
Marinedienstvorschrift Nr. 32 Bestimmungen für die personelle Verwaltung der Kriegsmarine (Abschnitt Offiziersausbildung).
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen).
Hildebrand, Hans H. "Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien" (Kontext zur Bedeutung der Schulschiffe für die Laufbahn).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132