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| Ausbildung
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Infanterielehrgang
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| Der Infanterielehrgang war ein unverzichtbarer Teil der Offiziers- und Unteroffiziersausbildung der Kriegsmarine. Basierend auf dem Prinzip des „Seesoldaten“ stellte er sicher, dass jeder Angehörige der U-Boot-Waffe befähigt war, im Erdkampf, bei Landungsoperationen oder zur Sicherung der Stützpunkte infanteristisch zu agieren. Er bildete das soldatische Fundament für Disziplin und Verteidigungsfähigkeit an Land.
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| Entstehung, Funktion und Ausbildungsinhalte
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| Entstehung: |
Fester Bestandteil seit der Kaiserlichen Marine; ab 1940 Intensivierung der Schulung zur Vorbereitung des Personals auf die Verteidigung der weiträumigen Atlantikstützpunkte.
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| Funktion: |
Vermittlung der Grundlagen des Landkampfes sowie die systematische Disziplinierung ("Schleifen") der Rekruten für den späteren Bord- und Wachdienst.
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| Waffenausbildung: |
Praktische Handhabung von Dienstpistole (P08/P38), Karabiner (K98k), Maschinengewehr (MG34/42) sowie der Einsatz von Handgranaten.
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| Taktik: |
Schulung in Geländeausbildung, Tarnung, Schützenlochbau und Häuserkampf zur Sicherung militärischer Objekte in Häfen wie Lorient oder Brest.
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| Ende 1945: |
Einstellung der regulären Lehrgänge im Mai 1945; in der Endphase direkter Einsatz der Absolventen als Marine-Schützen gegen die vorrückenden alliierten Landstreitkräfte.
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| Spezifische Merkmale & Standorte
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| Übungsplätze: |
Durchführung oft auf spezialisierten Truppenübungsplätzen wie Beverloo (Belgien) oder Putlos (Holstein) zur Gewährleistung realitätsnaher Gefechtsübungen.
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| Zugführer-Dienst: |
Junge Offiziere nutzten die Lehrgänge zur ersten praktischen Führungserfahrung, indem sie Ausbildungseinheiten vor ihrer eigenen U-Boot-Spezialisierung leiteten.
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| Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| Fähnrichszeit: |
Obligatorischer mehrwöchiger Lehrgang für jeden Seeoffizieranwärter nach der Grundausbildung in der Schiffsstammabteilung als Teil der Offiziersreife.
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| Auszeichnungen: |
Grundlage für den Erwerb des Infanterie-Sturmabzeichens, oft resultierend aus Einsätzen in Narvik (1940) oder den Erdkämpfen der Festungsbesatzungen (1944/45).
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| Stützpunktsicherung: |
Befähigung des Bordpersonals zur aktiven Verteidigung der U-Boot-Bunkeranlagen bei alliierten Kommando-Unternehmen oder Luftlandungen.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch RM 121 / 162 |
Dienstvorschriften über die infanteristische Ausbildung und den Landkampfdienst der Kriegsmarine.
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| BArch PERS 6 |
Personalakten: Nachweise über die Teilnahme an Infanterielehrgängen (z. B. in Beverloo oder Putlos) und entsprechende Befähigungszeugnisse.
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| BArch RM 121 / 642 |
Personalstammrollen mit Vermerken über die Verwendung als Zugführer in Marine-Ausbildungsbataillonen.
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| Literaturverweise
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| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band III, Kapitel Erziehungs- und Bildungswesen sowie Marine-Infanterie).
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| Tessin, Georg |
"Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht" (Band 14, zur Übersicht der Marine-Ausbildungs- und Ersatzeinheiten).
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| Hildebrand, Hans H. |
"Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945".
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| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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