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II. Schiffsstammabteilung der Ostsee

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Dienststelle II. Schiffsstammabteilung der Ostsee (II. S.S.A.O.)
Die II. Schiffsstammabteilung der Ostsee war eine der zentralen Ausbildungseinrichtungen der Kriegsmarine für die infanteristische Grundausbildung. Sie fungierte als das "erste Sieb" für Rekruten im Bereich der Marinestation der Ostsee, bevor diese in die spezialisierten Fachausbildungen, insbesondere der Unterseeboot-Waffe, überführt wurden.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Die Abteilung hatte ihren Hauptsitz über weite Strecken in Stralsund (Dänholm). Aufgrund des enormen Personalaufwuchses wurden zeitweise Außenstellen und Unterabteilungen in anderen Küstenorten der Ostsee betrieben.
Unterstellung: Administrativ unterstand die Abteilung der 2. Admiral der Ostsee bzw. der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
Personalformierung: Hier trafen die Freiwilligen und Einberufenen unmittelbar nach dem Verlassen des Zivillebens ein. Die Abteilung war dafür verantwortlich, aus den Rekruten disziplinierte Soldaten zu formen, die den harten physischen Anforderungen des Borddienstes gewachsen waren.
Aufgaben und Ausbildungsprofil
Infanteristischer Drill: Vermittlung der militärischen Grundfertigkeiten: Formaldienst, Marschieren, Grußformen und Waffenausbildung am Karabiner 98k. Dies legte das Fundament für die "eiserne Disziplin", die später auf engstem Raum im U-Boot lebensnotwendig war.
Selektion für U-Boote: In der II. S.S.A.O. erfolgte die erste psychologische und physische Begutachtung. Ausbilder achteten bereits hier auf Anzeichen von Platzangst (Klaustrophobie) oder mangelnder Beherrschung unter Atemschutz-Bedingungen.
Seemännische Basis: Neben der infanteristischen Schulung wurden erste seemännische Grundbegriffe, Knoten- und Bootskunde sowie intensiver Schwimmunterricht erteilt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rekrutierungspool: Ein Großteil des Personals, das später bei der 1. U.L.D. oder 2. U.L.D. die Fachlehrgänge absolvierte, startete seine Laufbahn in der II. Schiffsstammabteilung.
„Geist der Truppe“: Hier wurde der Kameradschaftsgedanke forciert. Die Männer lernten, dass das Versagen eines Einzelnen die gesamte Gruppe betraf – eine wesentliche Vorbereitung auf die Schicksalsgemeinschaft an Bord eines Bootes.
Personalhistorie: In den Stammrollen markiert der Eintrag „II. S.S.A.O.“ den Beginn des aktiven Dienstverhältnisses und dokumentiert die erfolgreiche Überwindung der ersten militärischen Hürde.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Ausbildungseinrichtungen der Kriegsmarine. Berichte über die personelle Stärke und Ausbildungsrichtlinien der Schiffsstammabteilungen der Ostsee.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert die Einberufungsdaten und die Versetzung von der II. S.S.A.O. zu den Unterseeboot-Lehrdivisionen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematische Übersicht der Schiffsstamm-Abteilungen und deren Standorte).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Informationen zum Rekrutierungsweg der U-Boot-Besatzungen über die Marinestationen).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS". Band 14 (Übersicht über die Gliederung der Marinestationen).
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