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Flaklehrgang für Fähnriche

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Datenblatt Flaklehrgang für Fähnriche
Der Flaklehrgang für Fähnriche diente der Vorbereitung des Offiziersnachwuchses auf die Führung von Flak-Batterien an Bord von Schiffen oder bei Marine-Flak-Abteilungen an Land. Die Fähnriche lernten hier die technischen Grundlagen der verschiedenen Flak-Waffen, die Zielansprache sowie die taktische Feuerleitung gegen bewegliche Luftziele. Dieser Lehrgang war Voraussetzung für die spätere Verwendung als Flak-Offizier oder Wachoffizier mit Flak-Zusatzfunktion.
Historischer Kontext & Organisation
Ausbildungsinhalte und Standorte: Die Ausbildung fand zumeist an den Küstenartillerieschulen (z. B. in Kappeln oder Swinemünde) sowie an speziellen Flak-Schulen der Marine statt. Die Lehrinhalte umfassten die Waffen- und Munitionskunde (insbesondere 2-cm, 3,7-cm und 10,5-cm Flak), die Bedienung von Entfernungsmessgeräten und das Schießen auf Schleppziele. Ein wesentlicher Teil war die Schulung in der "Lageerkennung", um in Sekundenbruchteilen über die Feuereröffnung entscheiden zu können.
Einordnung in die Laufbahn: Der Lehrgang erfolgte meist im Anschluss an die theoretische Ausbildung an der Marineschule Mürwik und vor der Versetzung auf die Frontboote oder Schiffe. Während des Krieges wurden diese Lehrgänge zeitlich gestrafft und verstärkt auf die praktische Abwehr von Tieffliegerangriffen fokussiert, da diese die größte Bedrohung für kleinere Einheiten darstellten.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 wurden die Lehrgangsteilnehmer oft geschlossen als Flak-Spezialisten zur Verteidigung der Häfen oder in Marine-Schützen-Regimentern im Erdkampf eingesetzt. Nach der Kapitulation gerieten viele Fähnriche direkt aus den Schulen in Gefangenschaft, wobei ihre technischen Fachkenntnisse teilweise bei der Demontage und Erfassung der deutschen Flak-Systeme durch die Alliierten genutzt wurden.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Verteidigung bei Überwasserfahrt: Für U-Boot-Wachoffiziere (W.O.) war dieser Lehrgang lebenswichtig, da sie auf der Brücke die Flak-Bedienung des Bootes führen mussten. Besonders ab 1943, als die U-Boote verstärkt in der Biskaya angegriffen wurden, entschied die im Lehrgang erlernte Präzision der Feuerleitung über das Überleben des Bootes bei Fliegerangriffen.
Führung der Flak-Gasten: Der Wachoffizier war dafür verantwortlich, dass die Flak-Gasten (Mannschaften) ihre Waffen korrekt warteten und im Gefecht koordiniert einsetzten. Die im Lehrgang vermittelte Fachautorität war die Basis für die Disziplin am Geschütz unter Beschuss.
Spezialisierung auf Flak-U-Boote: Bei den speziell umgerüsteten "Flak-U-Booten" (U-Flak) wurden die Offiziere, die diesen Lehrgang absolviert hatten, gezielt eingesetzt, um die massiv verstärkte Flugabwehrbewaffnung taktisch optimal gegen angreifende Flugzeuge der Alliierten zu führen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 912 Richtlinien für die Ausbildung der Offiziere (Belegt die Lehrpläne der Fachlehrgänge).
B.Arch. RM 123 Akten der Marineschulen und Küstenartillerieschulen (Dokumentiert die Durchführung der Flak-Lehrgänge).
B.Arch. RM 20 / 893 Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) zur Flak-Bewaffnung (Enthält Berichte über die Effektivität der Flak-Führung an Bord).
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band II, Kapitel über die Marine-Flak und Ausbildung).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Übersicht der Fachschulen).
Mulligan, Timothy P. Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Details zur waffentechnischen Ausbildung der Wachoffiziere).
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