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U-Lehrgang (U-Abwehrschule)

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Datenblatt U-Lehrgang (U-Abwehrschule)
Der U-Lehrgang an der U-Abwehrschule (U.A.S.) war die getarnte Ausbildungseinheit für den Wiederaufbau der deutschen U-Boot-Waffe in den 1930er Jahren. Da der Besitz von Unterseebooten durch den Versailler Vertrag untersagt war, erfolgte die Schulung des Personals unter der Tarnbezeichnung „U-Abwehr“. Hier wurden die taktischen und technischen Grundlagen für die spätere U-Flottille „Weddigen“ gelegt.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Tarnung: Die Ausbildung begann offiziell im Jahr 1933 am Standort Kiel-Wik. Unter der Leitung von Kapitän zur See Karl Dönitz wurde ein Kader aus Offizieren und Unteroffizieren geformt, der theoretisch und an Modellen geschult wurde. Erst nach dem Deutsch-Britischen Flottenabkommen von 1935 trat die Schule offen als Ausbildungsstätte für U-Boot-Besatzungen auf.
Ausbildungsprofil: Der Lehrgang umfasste die allgemeine Seemannschaft, die Handhabung der Tauchretter sowie die technische Einweisung in die Diesel- und E-Maschinenanlagen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Horch- und Funktechnik sowie der Angriffs- und Tauchtaktik. Die praktische Ausbildung erfolgte zunächst auf kleinen Schulbooten (Einbäume) vom Typ II A, die in der Ostsee für intensive Übungsfahrten genutzt wurden.
Entwicklung zur Lehrdivision: Mit dem schnellen Anwachsen der U-Boot-Waffe wurde die Ausbildung aus der U-Abwehrschule ausgegliedert und bildete den Grundstock für die späteren Unterseeboot-Lehrdivisionen (U.L.D.). Die dort entwickelten Lehrpläne blieben bis in die Kriegsjahre hinein die Basis für die Qualifizierung des U-Boot-Personals.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Kaderschmiede der Asse: Fast alle namhaften U-Boot-Kommandanten der ersten Kriegsstunden (wie Prien, Schepke oder Kretschmer) absolvierten ihre Grundschulung in diesen frühen Lehrgängen. Hier wurde der „Geist der U-Boot-Waffe“ geprägt, der auf bedingungslosem Zusammenhalt und technischer Perfektion basierte.
Erprobung neuer Taktiken: In den Lehrgängen der 1930er Jahre wurden die Verfahren zum Rudelangriff und zur Nachtüberwasser-Attacke entwickelt und in Manövern in der Ostsee erstmals praktisch erprobt.
Sicherung der Professionalität: Durch die strengen Auswahlkriterien während des Lehrgangs wurde sichergestellt, dass nur physisch und psychisch absolut belastbares Personal in die aktive U-Boot-Waffe übernommen wurde.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 893 Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote (B.d.U.) zur Geschichte der Ausbildung (Dokumentiert die frühen Lehrgänge ab 1933).
B.Arch. RM 123 Akten der Marineschulen (Enthält Berichte über die Organisation der U-Abwehrschule Kiel).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel zur U-Boot-Ausbildung).
Rössler, Eberhard Geschichte des deutschen U-Bootbaus. (Details zur technischen Ausbildung an den frühen Bootstypen).
Mulligan, Timothy P. Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse der Rekrutierung und Ausbildung in der Vorkriegszeit).
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