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Torpedoschule

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Datenblatt Torpedoschule
Die Torpedoschule war das fachliche Zentrum der Kriegsmarine für die wichtigste Waffe der Unterseeboot-Waffe. Hier erhielten Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften die theoretische und praktische Ausbildung, die für den erfolgreichen Einsatz von Torpedos unerlässlich war. Sie wurde Flensburg-Mürwik wurde 1877 von Kaiser Wilhelm I. in Auftrag gegeben.
Standort und Entwicklung
Die Torpedoschule hatte ihren Sitz in Flensburg-Mürwik, in direkter Nachbarschaft zur Marineschule Mürwik. Dieser Standort bot durch den Zugang zur Flensburger Förde ideale Bedingungen für praktische Schießübungen. Die Schule wurde bereits in der Kaiserlichen Marine gegründet und unter der Reichsmarine sowie der Kriegsmarine stetig ausgebaut. Im Jahr 1940 wurde die Einrichtung aufgrund des enormen Bedarfs organisatorisch geteilt, um die Ausbildungsmengen für die wachsende Unterseeboot-Flotte bewältigen zu können.
Aufgaben und Lehrgangsstruktur
Die Hauptaufgabe bestand in der Ausbildung des gesamten Personals, das mit der Wartung, Vorbereitung und dem Verschuss von Torpedos betraut war. Für die Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 war der Torpedolehrgang ein Pflichtmodul nach der Seeoffizier-Hauptprüfung. Die Mannschaften wurden als Torpedogasten oder Torpedomechaniker geschult. Die Lehrinhalte umfassten die Funktionsweise der verschiedenen Antriebsarten (Dampfgas- und Elektroantrieb), die Justierung der Tiefensteuerung sowie die Handhabung der komplizierten Magnet- und Aufschlagzünder.
Praktische Ausbildung und Erprobung
Die Schule verfügte über eigene Schulboote und Torpedofangboote. In der Flensburger Förde und der Eckernförder Bucht wurden tausende Übungsschüsse abgegeben. Ein zentraler Bestandteil der Ausbildung war der Umgang mit dem Torpedorechner. Die Schüler lernten, wie man Zieldaten in mechanische Einstellwerte für die Waffe umsetzt. Zudem arbeitete die Schule eng mit der Torpedoversuchsanstalt zusammen, um Erfahrungen aus der Front direkt in die Lehre einzubinden, insbesondere während der sogenannten Torpedokrise im Jahr 1940, als massive Zünderprobleme auftraten.
Das Ende der Schule
Der Lehrbetrieb in Flensburg-Mürwik blieb bis zum Kriegsende im Mai 1945 bestehen. In den letzten Kriegswochen wurde die Schule Teil des sogenannten Objekts Mürwik, in dem sich die letzte Reichsregierung unter Karl Dönitz aufhielt. Nach der Kapitulation am 08.05.1945 wurde die Schule von britischen Truppen besetzt. In der Nachkriegszeit dienten die Gebäude verschiedenen zivilen Zwecken, bevor sie später teilweise wieder von der Bundesmarine für die Ausbildung genutzt wurden.
Literaturverweise
Marine-Dienstvorschrift Nummer 416 Das Lehrbuch für den Torpedodienst war das offizielle Standardwerk für alle Lehrgänge an dieser Schule.
Eberhard Rössler "Die Torpedos der deutschen U-Boote" - Mittler in Maximilian Verlag GmbH & Co. KG - 2005. | → Amazon
Bundesarchiv-Militärarchiv Bestand RM 20 Enthält die Ausbildungsrichtlinien und Berichte über die Lehrgangskapazitäten während der Jahre 1939 bis 1945.
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