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| Datenblatt:
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Paul Heinrich Frerks
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| Geburtsdatum: |
25.06.1908
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| Geburtsort: |
Hadersleben
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| Geburtsort Lage - Damals: |
Kreis Hadersleben - Regierungsbezirk Schleswig - Preußische Provinz Schleswig-Holstein
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| Geburtsort Lage - Heute: |
Haderslev (1920) - Kommune Haderslev - Region Syddanmark - Königreich Dänemark
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| Todesdatum: |
02.08.1963 (55 Jahre)
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| Todesort: |
Haderslev
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| Todesort - Lage: |
Kommune Haderslev - Region Syddanmark - Königreich Dänemark
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| Dienstgrade
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| 01.02.1940 |
Bootsmannsmaat der Reserve
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| 01.07.1940 |
Bootsmann der Reserve
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| 01.11.1940 |
Leutnant zur See der Reserve
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| 01.01.1943 |
Oberleutnant zur See der Reserve
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| 01.07.1944 |
Matrose I der Reserve Rangverlust
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| Orden und Auszeichnungen
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| 25.12.1940 |
Kriegsabzeichen für Minensuch-, Ubootsjagd- und Sicherungsverbände
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| 14.04.1941 |
Eiserne Kreuz 2. Klasse
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| 12.10.1941 |
Eiserne Kreuz 1. Klasse
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| 02.09.1943 |
U-Bootskriegsabzeichen 1939
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| Militärischer Werdegang
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| 07.09.1939 |
Eintritt in die Kriegsmarine als Rekrut. (ehemaliger Handelsschiffsoffizier H.S.O.) Stammrollennummer: UN 1603/39 ES.
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| 07.09.1939 - 26.09.1939 |
Infanteristische Grundausbildung bei der II. Marine-Artillerieabteilung, Wilhelmshaven.
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| 27.09.1939 - 28.10.1939 |
Nicht ermittelt.
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| 29.10.1939 - 01.12.1939 |
Lehrgang an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
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| 02.12.1939 - 01.02.1940 |
In der Marine-Unteroffizierslehrabteilung.
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| 02.02.1940 - 26.03.1940 |
In der 12. Minensuchflottille, St. Malo.
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| 27.03.1940 - 24.03.1942 |
Kommandant des Minensuchbootes M 1401 der 14. Minensuchflottille.
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| 25.03.1942 - 05.07.1942 |
Bootskommandant in der 40. Minensuchflottille, Brest.
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| 06.07.1942 - 24.10.1942 |
U-Wachoffizierslehrgang bei der 2. U-Lehrdivision, Gotenhafen.
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| 25.10.1942 - 03.01.1943 |
Torpedolehrgang für U-Wachoffiziere an der Torpedoschule, Flensburg-Mürwik.
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| 04.01.1943 - 30.01.1943 |
Nachrichtenlehrgang für U-Wachoffiziere an der Nachrichtenschule, Flensburg-Mürwik.
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| 31.01.1943 - 14.02.1943 |
Zur Verfügung der 10. U-Flottille, Lorient.
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| 15.02.1943 - 06.08.1943 |
Wachoffizier auf U 117 (X B) unter Hans-Werner Neumann. 2 Unternehmungen:
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31.03.1943 - 14.05.1943 - Mittelatlantik, 66 Minen vor Fedala. 2 Schiffe ↓ 14.269 BRT. 9 U-Boote versorgt.
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22.07.1943 - 06.08.1943 - Nordatlantik, südlich der Azoren. In See überstieg auf U 66 (IX C).
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| 06.08.1943 - 01.09.1943 |
Kommandant in Vertretung auf U 66 (nach Verwundung des eigentlichen Kommandanten). 1 Unternehmung:
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06.08.1943 - 29.09.1943 - Mittelatlantik. (nur Rückmarsch).
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| 02.09.1943 - 30.09.1943 |
Zur Verfügung der 12. U-Flottille, Bordeaux.
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| 01.10.1943 - 16.11.1943 |
Kommandanten-Lehrgang. Kommandanten-Schießlehrgang bei der 23. U-Flottille, Danzig.
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| 17.11.1943 - 16.03.1944 |
Kommandant von U 975 (VII C) - (Ausbildung und Erprobung).
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Nach Ausbildung in der Ostsee abgelöst wegen eines Disziplinarverfahrens, 4 x disziplinar bestraft, davon 2 x unter Alkohol. Führung mangelhaft.
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| 23.03.1944 - 11.06.1944 |
Zur Verfügung der 7. U-Flottille, St. Nazaire.
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01.05.1944 bedrohte er unter Alkoholeinfluss mehre Soldaten und Passanten mit einer Pistole und wurde deshalb am 06.05.1944 zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt § 330 RStGB. Das OKM bestand auf Degradierung zum Matrosen.
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| 12.06.1944 - 28.08.1944 |
Matrose zur Verfügung der 1. U-Ausbildungsabteilung, Plön. Entlassung aus dem Offiziersstand.
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| 29.08.1944 - 03.12.1944 |
Zur Verfügung der 3. U-Ausbildungsabteilung, Schleswig.
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| 04.12.1944 - 04.05.1945 |
Matrose an Bord der U 711 (VII C). 3 Unternehmungen:
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09.02.1945 - 24.02.1945 - Nordmeer, Bäreninsel, Kola Halbinsel. 1 Korvette ↓ 925 ts, 1 Schiff ≈ 7.200 BRT.
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14.03.1945 - 31.03.1945 - Nordmeer, Bäreninsel.
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15.04.1945 - 02.05.1945 - Nordmeer, Kola Mündung.
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| 04.05.1945 |
Verlust von U 711 seines Bootes in Kilbotn.
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Das Boot wurde bei einem Luftangriff auf Kilbotn (Norwegen). Das Boot wurde durch Fliegerbomben bei einem Luftangriff von Grumman TBF Avenger und Grumman F4F Wildcat der britischen Geleitflugzeugträger HMS Searcher (D.40) (Capt. John-William Grant) (FAA Squadron 853), HMS Queen (D.19) (Capt. Kenneth-Judge D´Arcy) (FAA Squadron 846) und HMS Trumpeter (D.09) (Cpt. Kenneth-Stuart Colquhoun) FAA Squadron 882 versenkt. (32 Tote und 11 Überlebende).
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| 09.05.1945 - 24.08.1945 |
Britische Kriegsgefangenschaft in Deutschland.
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| Der Fall Frerks
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| Der Fall von Paul Frerks (Kommandant von U 975) ist ein bezeichnendes Beispiel für die drakonische Disziplinarpolitik des Oberkommandos der Marine (OKM) in der späten Kriegsphase.
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| Am 01.05.1944 verursachte Frerks in angetrunkenem Zustand einen folgenschweren öffentlichen Eklat, bei dem er mehrere Soldaten und Passanten mit seiner Dienstpistole bedrohte. Die Marinejustiz reagierte angesichts der Schwere des Vorfalls und der Gefährdung der öffentlichen Ordnung prompt. Bereits am 06.05.1944 verurteilte ihn ein Marinegericht gemäß § 330 RStGB zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten.
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| Während das Gericht zunächst nur die Freiheitsstrafe vorsah, intervenierte das OKM (unter dem Einfluss von Karl Dönitz) massiv. In der Personalakte im Bundesarchiv ist dokumentiert, dass das Oberkommando auf der härtesten disziplinarischen Konsequenz bestand: der Ausstoßung aus dem Offizierskorps und der Degradierung zum Matrosen.
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| Dieser Schritt bedeutete den vollständigen Verlust aller militärischen Privilegien und des Offiziersranges. Frerks wurde mit Wirkung vom 12.05.1944 offiziell seines Kommandos auf U 975 enthoben.
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| Am 04.12.1944 erfolgte seine Kommandierung als Matrose an Bord von U 711, einem Boot des Typs VII C unter dem Kommando von Hans-Günther Lange. An Bord dieses Frontbootes absolvierte Frerks bis zum 04.05.1945 insgesamt drei Unternehmungen im Nordmeer. Diese Verwendung als einfacher Dienstgrad auf einem Boot seiner ehemaligen Waffengattung galt als extreme Form der „Bewährung vor dem Feind“. Er erlebte das Kriegsende aktiv an Bord, bevor U 711 am 04.05.1945 bei einem Luftangriff in Kilbotn (Norwegen) versenkt wurde.
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| Anerkennung durch Lange: Es wird berichtet, dass Hans-Günther Lange die Fähigkeiten von Frerks erkannte und ihn trotz seines niedrigen Ranges als verlässliche Stütze der Besatzung betrachtete. Die Tatsache, dass er drei harte Unternehmungen im Eismeer unter ständigem Feinddruck als wertvolles Mitglied überstand, festigte seinen Ruf als professioneller Seemann.
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| In der Literatur, etwa bei Busch / Röll, wird dieser Fall oft als mahnendes Beispiel für die kompromisslose Haltung der Führung gegenüber Alkoholmissbrauch und „unwürdigem Verhalten“ von U-Boot-Kommandanten angeführt.
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| Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
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| BArch PERS 6 |
Die Personalakten-Sammlung. Dies ist die Quelle für einzelne Personen. Hier liegen die Akten alphabetisch geordnet. Jede Ernennung zum Kommandanten, basiert rechtlich auf einem Dokument in diesem Bestand.
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| BArch RM 7 / 843 ff. |
Stellenbesetzungslisten. In den Akten der Seekriegsleitung (Skl) wurden regelmäßig Listen geführt, welcher Offizier auf welcher Position (Kommandant, I. W.O., L.I.) saß. Dies diente der personellen Übersicht für den B.d.U.
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| BArch RHD 18 |
Neben den Akten gibt es die gedruckten Ranglisten der Deutschen Kriegsmarine (Bestand BArch RHD 18). Hier sind die Offiziere nach ihren Crews und ihrem Dienstalter sortiert. Dies ist die beste Quelle, um das Beförderungsdatum zu verifizieren.
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| Literaturverweise
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| Rainer Busch/Hans Joachim Röll |
"Der U-Boot-Krieg 1939 - 1945 - Die deutschen U-Boot-Kommandanten" - Mittler Verlag 1996 - S. 71. | → Amazon
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| Walter Lohmann/Hans H. Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939 - 1945" - Podzun Verlag 1956 - Band 3 - Abschnitt 293 - S. 21. | → Amazon
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| Dr. Erich Uetrecht |
"Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches" - Verlag Leipzig u. Wien Bibliographisches Institut 1912 - 1935. | → ZVAB - Antiquariat
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