|
|
|
| Ausbildung
|
Hauptlehrgang für Fähnriche (M.S.M.)
|
|
|
|
|
| Der Hauptlehrgang für Fähnriche war das akademische und militärfachliche Kernstück der Offiziersausbildung an der Marineschule Mürwik. Er markierte den Übergang von der praktischen Seemannschaft hin zur theoretischen Qualifikation für Führungsaufgaben. Für die U-Boot-Waffe war dieser Lehrgang das wissenschaftliche Fundament, bevor die spezifische Fachausbildung beginnen konnte.
|
|
|
|
|
| Historischer Kontext, Organisation & Ablauf
|
|
|
| Beginn & Ort: |
Der Lehrgang startete nach der Bordausbildung und Ernennung zum Fähnrich. Ort war fast ausschließlich das „Rote Schloss“ der Marineschule Mürwik in Flensburg.
|
| Dauer & Struktur: |
In Friedenszeiten ca. 9 Monate (Juni bis März). Während des Krieges erfolgte eine Straffung auf ca. 20–24 Wochen im Rahmen des "Kriegsoffizier-Anwärter-Lehrgangs".
|
| Kriegsanpassung (Crews 37/38): |
Crew 37: Unterteilung in Staffeln (z.B. 37b) und beschleunigte Durchschleusung für frühe Frontbewährung. Crew 38: Massive Kürzung allgemeinbildender Inhalte (Sprachen/Kultur) zugunsten von Waffenkunde und Taktik.
|
| Abschluss: |
Die Ausbildung endete mit der Seeoffizier-Hauptprüfung. Ein Erfolg war die Bedingung für die Beförderung zum Oberfähnrich und später zum Leutnant zur See.
|
|
|
|
|
| Gliederung der Lehrinhalte & Drill
|
|
|
| Navigation & Seemannschaft: |
Vertiefte Astronavigation (Sextanten-Ausbildung), Gezeitenkunde und Schiffsführung. Die Fähigkeit zur Standortbestimmung ohne Funk war für U-Boot-Kommandanten überlebenswichtig.
|
| Waffentechnik & Taktik: |
Einführung in Artillerie-, Torpedo- und Nachrichtentechnik sowie Grundlagen der Verbandsführung und des Seekriegsrechts.
|
| Der „Mürwiker Drill“: |
Ein unerbittlicher Tagesablauf von 06:00 bis 22:00 Uhr. Vormittags akademische Vorlesungen, nachmittags praktisches Exerzieren, Segelsport auf der Förde und Reitunterricht zur Charakterbildung.
|
| Menschenführung: |
Ausbildung im Fach „Seeoffizier als Erzieher“. Methodik der Ausbildung von Mannschaften und Rhetorikschulung, um später auf engstem Raum durch Vorbild und Autorität zu führen.
|
|
|
|
|
| Relevanz für die U-Boot-Waffe
|
|
|
| Fachliche Basis: |
Vermittlung des mathematischen Rüstzeugs für komplexe Navigation und Torpedoschusslehre unter Gefechtsbedingungen.
|
| Crew-Geist & Kohäsion: |
Die Unterbringung in Crew-Heimen festigte lebenslange Bindungen. Diese soziale Kontrolle und Kameradschaft bildeten die psychologische Basis für die spätere „Schicksalsgemeinschaft“ an Bord.
|
| Selektionskriterium: |
In den Personalunterlagen (BArch PERS 6) markiert dieser Lehrgang den Gipfel der akademischen Ausbildung. Exzellente Prüfungsergebnisse waren oft die Voraussetzung für die Zulassung zur U-Boot-Waffe.
|
|
|
| Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
|
|
|
| BArch PERS 6 |
Personalakten der Seeoffiziere (Dokumentiert Prüfungsergebnisse, Beurteilungen und Crew-Zugehörigkeit).
|
| BArch RM 123 |
Unterlagen der Inspektion des Bildungswesens der Marine. Lehrgangspläne und Reiseberichte der M.S.M.
|
|
|
| Literaturverweise
|
|
|
| Lohmann / Hildebrand |
"Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematik der Offiziersausbildung).
|
| Busch / Röll |
"Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Informationen zum Ausbildungsweg der U-Boot-Führung).
|
| Güth, Rolf |
"Die Marineausbildung im Wandel" (Details zum Mürwiker Drill und der Schulgeschichte).
|
|
|
| Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
|
|
|
|
|
| ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
|