Aktionen

1. Minensuchflottille

Aus U-Boot-Archiv Wiki

Version vom 9. Februar 2026, 11:21 Uhr von Andreas (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datenblatt 1. Minensuchflottille
Die 1. Minensuchflottille (1. M.S.-Flottille) ein Paradebeispiel für Kontinuität und Tradition in der deutschen Marinegeschichte.
Kaiserliche Marine (1914–1918)
Struktur: In der Kaiserlichen Marine war die Organisation in Halbflottillen (meist 5 Boote) üblich, wobei zwei Halbflottillen eine Flottille bildeten.
Aufgabe: Räumdienst in der Nordsee und den flämischen Gewässern, um die Wege für die Hochseeflotte und die U-Boote der Flandern-Flottille freizuhalten.
Einheiten: Einsatz der ersten spezialisierten Minensuchboote (M-Boote) ab 1915/1916.
Reichsmarine (1924–1935)
Herbst 1924: Aufstellung der 1. Minensuchhalbflottille mit Standort Kiel. Zunächst ausgerüstet mit vier älteren Booten aus dem Ersten Weltkrieg, die Deutschland laut Versailler Vertrag behalten durfte.
Aufbauphase: In den folgenden Jahren wuchs die Halbflottille auf eine Stärke von acht Booten an.
01.10.1933: Teilung der Halbflottille und Aufstellung der 1. und 2. Minensuchflottille.
Verlegung: Die 1. Minensuchflottille wurde nach Pillau (Ostpreußen) verlegt.
Zusammensetzung: Jeweils fünf Minensuchboote und ein altes Torpedoboot als Bojenboot (zur Markierung der geräumten Gassen).
Kriegsmarine (1935–1945)
Modernisierung: Ab 1935 wurden die alten Boote sukzessive durch die neuen Neubauten vom Typ M 35 ersetzt.
Kriegsbeginn 1939: Einsatz in der Danziger Bucht zur Sicherung der Seewege für den Polenfeldzug.
April 1940: Teilnahme an der Besetzung Norwegens (Unternehmen Weserübung).
1940–1941: Sicherungsdienst in der Nordsee sowie vor der holländischen und französischen Küste (Schutz der U-Boot-Stützpunkte am Atlantik).
1942: Verlegung ins Baltikum. Durchbruch durch die Irbenstraße und Teilnahme an der Eroberung der Baltischen Inseln (Operation Beowulf).
1943–1944: Erneuter Sicherungsdienst vor Holland und in der Nordsee.
Kriegsende 1945: Einsatz in der Nordsee. Die Flottille blieb bis zum Ende aktiv und wurde nach der Kapitulation teilweise in den Deutschen Minenräumdienst (GMSA) überführt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Sicherung der Ausbildungsgebiete: Die Flottille hielt die Übungsgebiete der U-Boot-Lehrdivisionen in der östlichen Ostsee von sowjetischen Minen frei.
Personalhistorische Einordnung: Ein Dienst in dieser „Mutterflottille“ galt als exzellente Schule für Disziplin und Seemannschaft. Viele Offiziere und Mannschaften nutzten die hier gesammelte Fronterfahrung als Basis für ihren späteren Wechsel zur U-Boot-Waffe.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 62 / 1 Kriegstagebuch (KTB) der 1. Minensuchflottille (Dokumentation der Einsätze in der Ostsee und Danziger Bucht)
BArch RM 54 / 112 Akten des Befehlshabers der Sicherung zur operativen Führung der Sicherungsstreitkräfte
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur strategischen Bedeutung der Ostsee-Sicherung
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Systematische Übersicht der Flottillen und deren Besetzung)
Gröner, Erich: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945 (Technische Details zu den Minensuchbooten Typ 1935)
Harnack, Wolfgang: Die Verteidigung der Küsten (Struktur der Sicherungsverbände im Bereich der Marinestationen)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
>>>>U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki - U-Boot-Archiv Wiki<<<<
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132