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1. Marine-Stammabteilung: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="2" | Die 1. Marine-Stammabteilung verlegte Teile ihrer Ausbildungskompanien im Jahr 1943 auf den Truppenübungsplatz Beverloo (Lager Leopoldsburg) im besetzten Belgien. Fernab der bombengefährdeten Heimatstützpunkte Kiel und Wilhelmshaven diente dieser Standort der großangelegten infanteristischen Grund- und Zugführerausbildung für den Marinenachwuchs. In Beverloo wurden Rekruten unter feldnahen Bedingungen im Erdkampf, an schweren Infanteriewaffen und in der taktischen Führung von Teileinheiten geschult. Der Standort entwickelte sich zu einem zentralen Ausbildungslager für das Personal, das später in Marine-Schützen-Verbänden oder als Bordpersonal eingesetzt wurde.
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| colspan="2" | Die 1. Marine-Stammabteilung nutzte das Lager Beverloo (Leopoldsburg, Belgien) bereits ab 1941 als ausgelagerten Ausbildungsstandort. Während der Kern der Abteilung in Kiel-Friedrichsort verblieb, wurden Teile der Ausbildungskompanien zur infanteristischen Grundausbildung in das besetzte Belgien verlegt. Der Truppenübungsplatz bot ideale Bedingungen für Schießübungen und taktische Schulungen fernab der Luftbedrohung im Reichsgebiet. Die Rekruten erhielten hier ihren soldatischen Basisschliff, bevor sie zur Fachausbildung an die Seeschulen oder U-Lehrdivisionen versetzt wurden.
 
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| Aufstellung: || colspan="3" | Nutzung des Lagers Beverloo durch die Kriegsmarine ab 1943 als Ausweich- und Großausbildungsstandort der Stammabteilungen.
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| Aufstellung: || colspan="3" | Nutzung von Beverloo durch Kompanien der 1. M.S.A. ab 1941 (kurz nach dem Westfeldzug).
 
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| Aufgabe: || colspan="3" | Harter infanteristischer Drill; Ausbildung an MG, Granatwerfer und Panzerfaust; Geländedienst; Zugführerschulung für Unteroffiziere.
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| Aufgabe: || colspan="3" | Infanteristische Grundausbildung; Geländedienst; Schießausbildung; Ausbildung von Unteroffizieranwärtern; Marschbataillon-Gestellung.
 
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| Standort: || colspan="3" | Beverloo / Leopoldsburg (Belgien). Großräumiges Übungsgelände für taktische Manöver im Verband.
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| Standort: || colspan="3" | Beverloo / Leopoldsburg (Belgien). Großräumiges Lagerareal mit weitreichenden Schießbahnen.
 
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| Ende 1944: || colspan="3" | Räumung des Lagers im September 1944 vor den vorrückenden alliierten Truppen; Rückverlegung der Reste nach Norddeutschland.
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| Ende 1944: || colspan="3" | Räumung des Standortes im September 1944 aufgrund der alliierten Invasion in den Niederlanden und Belgien.
 
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| Erdkampf: || colspan="3" | In Beverloo lag der Fokus bereits frühzeitig auf der Umwandlung von Marinepersonal in kampffähige Infanterie („Marine-Infanterie“).
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| Ausbildung: || colspan="3" | Schwerpunkt auf dem infanteristischen Drill, der Handhabung von Handfeuerwaffen und dem formalen Soldatentum.
 
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| Bedingungen: || colspan="3" | Das Lager bot durch seine Weitläufigkeit optimale Voraussetzungen für Schießübungen mit scharfer Munition und Gefechtsübungen im Zugrahmen.
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| Organisation: || colspan="3" | Die in Beverloo stationierten Teileinheiten blieben administrativ der Hauptabteilung in der Marinestation Ostsee unterstellt.
 
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| Personal: || colspan="3" | Stammpersonal bestand oft aus frontbewährten Unteroffizieren des Heeres und der Marine-Artillerie mit Erdkampferfahrung.
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| Kapazität: || colspan="3" | Das Lager ermöglichte die gleichzeitige Ausbildung mehrerer tausend Rekruten unter feldmäßigen Bedingungen.
 
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| Basisschliff: || colspan="3" | Zahlreiche Freiwillige der U-Boot-Waffe erhielten in Beverloo ihre infanteristische „Feuertaufe“, bevor sie zu den technischen U-Lehrgängen kamen.
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| Grundausbildung: || colspan="3" | Ein signifikanter Teil der U-Boot-Freiwilligen der Jahrgänge 1941-1943 absolvierte in Beverloo die ersten Dienstmonate.
 
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| Marine-Schützen: || colspan="3" | 1944/45 wurden viele in Beverloo ausgebildete Soldaten in Marine-Schützen-Bataillone eingegliedert, die auch U-Boot-Stützpunkte landseitig sicherten.
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| Physis: || colspan="3" | Die Ausbildung im Gelände von Beverloo diente der Steigerung der körperlichen Härte für den späteren Dienst auf See.
 
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| Disziplin: || colspan="3" | Der harte Drill in Beverloo galt als wesentlicher Faktor zur Stärkung der psychischen Belastbarkeit für den späteren Dienst in der Enge der Boote.
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| Personaleinsatz: || colspan="3" | Nach dem Abschluss der Grundausbildung in Belgien erfolgte die Rückführung zur fachspezifischen U-Boot-Vorausbildung in der Ostsee.
 
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Belegung und Ausbildungsprogramme im Lager Beverloo.
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Kommandierungen und Lehrpläne im Lager Beverloo ab 1941.
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge mit dokumentierten Ausbildungsabschnitten in der 1. M.S.A. Beverloo.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis „1. M.S.A. Beverloo“ bereits für das Jahr 1941.
 
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Berichte über die Verlagerung der Ausbildungskreisläufe in den Westraum.
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung: Berichte über die Nutzung ausländischer Übungsplätze zur Entlastung der Heimatstandorte.
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Die Landorganisation in den besetzten Gebieten).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Ausbildung im Westraum).
 
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| Tessin, Georg || colspan="3" | „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Gliederung der Marine-Stammverbände im Westen).
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| Tessin, Georg || colspan="3" | „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Gliederung der Marine-Stammverbände).
 
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| Wegner, Günter || colspan="3" | „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Systematik der Ausbildungslager).
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| Wegner, Günter || colspan="3" | „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Ausbildungseinrichtungen).
 
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Aktuelle Version vom 8. März 2026, 16:00 Uhr

Verband 1. Marine-Stammabteilung
Die 1. Marine-Stammabteilung nutzte das Lager Beverloo (Leopoldsburg, Belgien) bereits ab 1941 als ausgelagerten Ausbildungsstandort. Während der Kern der Abteilung in Kiel-Friedrichsort verblieb, wurden Teile der Ausbildungskompanien zur infanteristischen Grundausbildung in das besetzte Belgien verlegt. Der Truppenübungsplatz bot ideale Bedingungen für Schießübungen und taktische Schulungen fernab der Luftbedrohung im Reichsgebiet. Die Rekruten erhielten hier ihren soldatischen Basisschliff, bevor sie zur Fachausbildung an die Seeschulen oder U-Lehrdivisionen versetzt wurden.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufstellung: Nutzung von Beverloo durch Kompanien der 1. M.S.A. ab 1941 (kurz nach dem Westfeldzug).
Aufgabe: Infanteristische Grundausbildung; Geländedienst; Schießausbildung; Ausbildung von Unteroffizieranwärtern; Marschbataillon-Gestellung.
Standort: Beverloo / Leopoldsburg (Belgien). Großräumiges Lagerareal mit weitreichenden Schießbahnen.
Ende 1944: Räumung des Standortes im September 1944 aufgrund der alliierten Invasion in den Niederlanden und Belgien.
Spezifische Merkmale
Ausbildung: Schwerpunkt auf dem infanteristischen Drill, der Handhabung von Handfeuerwaffen und dem formalen Soldatentum.
Organisation: Die in Beverloo stationierten Teileinheiten blieben administrativ der Hauptabteilung in der Marinestation Ostsee unterstellt.
Kapazität: Das Lager ermöglichte die gleichzeitige Ausbildung mehrerer tausend Rekruten unter feldmäßigen Bedingungen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Grundausbildung: Ein signifikanter Teil der U-Boot-Freiwilligen der Jahrgänge 1941-1943 absolvierte in Beverloo die ersten Dienstmonate.
Physis: Die Ausbildung im Gelände von Beverloo diente der Steigerung der körperlichen Härte für den späteren Dienst auf See.
Personaleinsatz: Nach dem Abschluss der Grundausbildung in Belgien erfolgte die Rückführung zur fachspezifischen U-Boot-Vorausbildung in der Ostsee.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 121 Marinelehrgänge und Stammabteilungen: Akten über die Kommandierungen und Lehrpläne im Lager Beverloo ab 1941.
BArch PERS 6 Personalakten: Werdegänge mit dem Nachweis „1. M.S.A. Beverloo“ bereits für das Jahr 1941.
BArch RM 7 Seekriegsleitung: Berichte über die Nutzung ausländischer Übungsplätze zur Entlastung der Heimatstandorte.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel: Ausbildung im Westraum).
Tessin, Georg „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht“ (Gliederung der Marine-Stammverbände).
Wegner, Günter „Stellenbesetzung der deutschen Marine 1848-1945“ (Chronologie der Ausbildungseinrichtungen).
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