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Kompaniefeldwebel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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| colspan="3" | Ein Kompaniefeldwebel (umgangssprachlich oft als „Spieß“ oder die „Mutter der Kompanie“ bezeichnet) war die Dienststellung des ranghöchsten und erfahrensten Unteroffiziers einer Kompanie oder einer entsprechenden Einheit an Land.  
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| colspan="3" | Der Kompaniefeldwebel (umgangssprachlich „Spiess“) war der dienstälteste Unteroffizier einer Kompanie oder Abteilung der Kriegsmarine (z. B. in den Schiffsstammabteilungen oder Lehrdivisionen). Er fungierte als „Mutter der Kompanie“ und war der engste Mitarbeiter des Kompaniechefs in allen innerdienstlichen Angelegenheiten. Er war verantwortlich für den täglichen Dienstbetrieb, das Personalamtwesen, die Verpflegung, die Einkleidung sowie die Aufrechterhaltung von Disziplin und Ordnung innerhalb der Einheit.
 
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| colspan="3" | Innere Führung: Er war für die Disziplin, die Ordnung und den täglichen Dienstbetrieb innerhalb der Kompanie verantwortlich. Er überwachte den Appell, die Reinigung der Unterkünfte und das korrekte Auftreten der Soldaten.
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| Aufgaben: || colspan="3" | Verwaltung der Personalunterlagen; Durchführung des täglichen Appells; Organisation der Unterbringung; Überwachung der Urlaubserteilung.
 
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| colspan="3" | Administration: Er leitete das Geschäftszimmer (Schreibstube), führte die Urlaubslisten, Stammrollen und war für die Verpflegung sowie die Besoldung der Männer zuständig.
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| Kennzeichnung: || colspan="3" | Erkennbar an den beiden parallelen silbernen Kolbenringen (Spiess-Ringe) an beiden Unterärmeln der Uniformjacke bzw. des Überziehers.
 
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| colspan="3" | Berater des Chefs: Er war der engste Vertraute des Kompaniechefs und beriet diesen in allen personellen und disziplinarischen Fragen der Mannschaft und der jüngeren Unteroffiziere.
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| Qualifikation: || colspan="3" | Besetzung durch erfahrene Berufsunteroffiziere (meist Oberfeldwebel oder Stabsfeldwebel) mit ausgeprägtem Organisationstalent und Menschenführung.
 
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| colspan="3" | Erkennungszeichen: Der Kompaniefeldwebel trug an beiden Ärmeln des Waffenrocks zwei parallel verlaufende silberne Tressen (die sogenannten „Kolbenringe“). Zudem trug er meist die „Meldetasche“ am Koppel.  
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| Ende 1945: || colspan="3" | Mit der Auflösung der Marineverbände und der Demobilisierung nach der Kapitulation im Mai 1945 erlosch die Dienststellung.
 
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| colspan="3" | An Land: In den U-Boots-Lehrdivisionen oder den Schiffsstammabteilungen war der Kompaniefeldwebel dafür verantwortlich, dass die Rekruten und U-Boot-Schüler administrativ korrekt geführt und für ihre Bordkommandos vorbereitet wurden.
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| Innendienst: || colspan="3" | Er leitete das Kompaniegeschäftszimmer und war für die korrekte Führung der Stammrollen und der Verpflegungsstärkemeldungen verantwortlich.
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| Disziplin: || colspan="3" | Er war die erste Instanz bei Verstößen gegen die Ordnung und bereitete Disziplinarstrafsachen für den Kompaniechef vor.
 
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| colspan="3" | Bord-Äquivalent: Auf Schiffen und U-Booten entsprach diese Funktion der Dienststellung des Wachtmeisters. Da ein U-Boot organisch wie eine Kompanie geführt wurde, übernahm dort der Wachtmeister (meist ein Oberbootsmann oder Oberfeldwebel) die Rolle des „Spießes“.
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| Fürsorge: || colspan="3" | Zentrale Anlaufstelle für die persönlichen Nöte und Belange der Mannschaften und Unteroffiziere der Kompanie.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Belegt Dienststellungen wie „als Kompaniefeldwebel zur 9. S.S.A. kommandiert“.
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| U.L.D.: || colspan="3" | In den Unterseeboots-Lehrdivisionen sorgte der Spiess für den reibungslosen Ablauf des Lehrgangsbetriebs und die administrative Abwicklung der Schüler.
 
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Schiffsstammabteilungen. In den Akten der Abteilungen finden sich die von den Kompaniefeldwebeln gezeichneten Tagesbefehle und Listen.
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| Frontabstellung: || colspan="3" | Koordination der Ausrüstungsausgabe für U-Boot-Besatzungen vor deren Versetzung in die Frontflottillen oder zur Indienststellung.
 
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| BArch RHD 18 || colspan="3" | M.Dv. 32. Die Personalordnung definiert die Voraussetzungen für die Ernennung zum Kompaniefeldwebel (meist langjährige Erfahrung als Feldwebel).
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| Verwaltung: || colspan="3" | Erstellung der Kommandierungspapiere und Reisescheine für das Personal beim Wechsel zwischen Ausbildungseinheit und Frontstützpunkt.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| Lohmann, Walter - Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Personalwesen.
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| BArch RM 8 || colspan="3" | Oberkommando der Kriegsmarine: Dienstvorschriften über die Aufgaben des Kompaniefeldwebels im Landdienst.
 
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| Schlicht, Adolf - Angolia, John R. || colspan="3" | Die deutsche Wehrmacht. Band 2: Die Kriegsmarine. (Details zu den Rangabzeichen „Kolbenringe“).
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Marinelehrgänge: Unterlagen zur inneren Führung und Verwaltung in den U-Boot-Schulen und Stammabteilungen.
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| Absolon, Rudolf || colspan="3" | Die Wehrmacht im Dritten Reich. (Grundlagen zur inneren Führung und den Aufgaben des Spießes).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Nachweise über die Ernennung zum Kompaniefeldwebel innerhalb der Unteroffizierslaufbahn.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Dienstalltag und Innere Führung).
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| Schlicht / Angolia || colspan="3" | „Die deutsche Kriegsmarine 1935–1945“ (Details zu Uniformierung und Dienststellungskennzeichen).
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| Mallmann Showell, J. || colspan="3" | „Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine“ (Systematik der Dienststellungen in der Landorganisation).
 
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| style="text-align:center" colspan="3" |   Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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| || colspan="3" | '''<small>ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132</small>'''
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
 
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Aktuelle Version vom 4. März 2026, 14:47 Uhr

Dienststellung Kompaniefeldwebel
Der Kompaniefeldwebel (umgangssprachlich „Spiess“) war der dienstälteste Unteroffizier einer Kompanie oder Abteilung der Kriegsmarine (z. B. in den Schiffsstammabteilungen oder Lehrdivisionen). Er fungierte als „Mutter der Kompanie“ und war der engste Mitarbeiter des Kompaniechefs in allen innerdienstlichen Angelegenheiten. Er war verantwortlich für den täglichen Dienstbetrieb, das Personalamtwesen, die Verpflegung, die Einkleidung sowie die Aufrechterhaltung von Disziplin und Ordnung innerhalb der Einheit.
Entstehung, Funktion und Aufgaben
Aufgaben: Verwaltung der Personalunterlagen; Durchführung des täglichen Appells; Organisation der Unterbringung; Überwachung der Urlaubserteilung.
Kennzeichnung: Erkennbar an den beiden parallelen silbernen Kolbenringen (Spiess-Ringe) an beiden Unterärmeln der Uniformjacke bzw. des Überziehers.
Qualifikation: Besetzung durch erfahrene Berufsunteroffiziere (meist Oberfeldwebel oder Stabsfeldwebel) mit ausgeprägtem Organisationstalent und Menschenführung.
Ende 1945: Mit der Auflösung der Marineverbände und der Demobilisierung nach der Kapitulation im Mai 1945 erlosch die Dienststellung.
Spezifische Merkmale
Innendienst: Er leitete das Kompaniegeschäftszimmer und war für die korrekte Führung der Stammrollen und der Verpflegungsstärkemeldungen verantwortlich.
Disziplin: Er war die erste Instanz bei Verstößen gegen die Ordnung und bereitete Disziplinarstrafsachen für den Kompaniechef vor.
Fürsorge: Zentrale Anlaufstelle für die persönlichen Nöte und Belange der Mannschaften und Unteroffiziere der Kompanie.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
U.L.D.: In den Unterseeboots-Lehrdivisionen sorgte der Spiess für den reibungslosen Ablauf des Lehrgangsbetriebs und die administrative Abwicklung der Schüler.
Frontabstellung: Koordination der Ausrüstungsausgabe für U-Boot-Besatzungen vor deren Versetzung in die Frontflottillen oder zur Indienststellung.
Verwaltung: Erstellung der Kommandierungspapiere und Reisescheine für das Personal beim Wechsel zwischen Ausbildungseinheit und Frontstützpunkt.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 8 Oberkommando der Kriegsmarine: Dienstvorschriften über die Aufgaben des Kompaniefeldwebels im Landdienst.
BArch RM 121 Marinelehrgänge: Unterlagen zur inneren Führung und Verwaltung in den U-Boot-Schulen und Stammabteilungen.
BArch PERS 6 Personalakten: Nachweise über die Ernennung zum Kompaniefeldwebel innerhalb der Unteroffizierslaufbahn.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand „Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945“ (Band II, Kapitel Dienstalltag und Innere Führung).
Schlicht / Angolia „Die deutsche Kriegsmarine 1935–1945“ (Details zu Uniformierung und Dienststellungskennzeichen).
Mallmann Showell, J. „Das Handbuch der deutschen Kriegsmarine“ (Systematik der Dienststellungen in der Landorganisation).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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