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2. U-Lehrdivision: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Die 2. Unterseeboots-Lehrdivision (2. U.L.D.) war eine zentrale Ausbildungseinheit der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkriegs. Sie diente primär der fachlichen und technischen Unterweisung von zukünftigem U-Boot-Personal.  
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| colspan="3" | Die 2. U.L.D. war eine zentrale Ausbildungseinheit der Kriegsmarine zur fachlichen und technischen Unterweisung von U-Boot-Personal. Im Gegensatz zu Frontflottillen lag der Fokus hier auf der Vermittlung von Spezialwissen für Wachoffiziere und technisches Personal, wobei die Division eng mit den unterstellten Schulflottillen zusammenarbeitete.
 
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| colspan="3" | Die Division wurde am 13.06.1940 aufgestellt. Ihr Hauptstandort war fast über den gesamten Zeitraum Gotenhafen (heute Gdynia, Polen). Der reguläre Lehrbetrieb startete im November 1940.
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| Aufstellung: || colspan="3" | 13.06.1940 (Lehrbetrieb ab November 1940).
 
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| Hauptstandort: || colspan="3" | Gotenhafen (Gdynia). Ausweichhäfen bei Eisgang: Pillau.
 
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| colspan="3" | Aufgaben: Im Gegensatz zu Frontflottillen lag der Fokus hier auf der theoretischen und praktischen Schulung. In Gotenhafen wurden unter anderem Lehrgänge für Wachoffiziere (U.W.O.) und technisches Personal durchgeführt.
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| Unterstellung: || colspan="3" | Zunächst direkt dem B.d.U., ab Januar 1943 dem Höheren Kommando der Unterseebootsausbildung (H.K.U.) zugeordnet.
 
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| Kriegsende: || colspan="3" | Januar 1945 Verlegung nach Westen befohlen. Ein erheblicher Teil des Personals kam beim Untergang der [[Wilhelm Gustloff]] ums Leben.
 
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| colspan="3" | Unterstellung: Die Division unterstand zunächst direkt dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) und wurde ab Januar 1943 dem Höheren Kommando der Unterseebootsausbildung (H.K.U.) zugeordnet.
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| colspan="3" | Struktur: Sie gliederte sich in mehrere Abteilungen. Bekannte Offiziere wie der spätere Ritterkreuzträger [[Ulrich Heyse]] waren dort zeitweise als Kommandeure tätig.
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! colspan="3" | Struktur & Spezifische Besonderheiten
 
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| colspan="3" | Kriegsende: Die Division bestand bis zum Frühjahr 1945. Mit dem Vorrücken der Roten Armee wurde der Standort Gotenhafen geräumt und Teile der Einheit wurden in andere Verbände, etwa die Marine-Infanterie, eingegliedert.
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| Gliederung: || colspan="3" | I. Abteilung (seemännisch), II. Abteilung (technisch), 22. U-Flottille (praktische Boote).
 
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| Besonderheit „Schaukel-Ausbildung“: || colspan="3" | In Gotenhafen wurden spezielle mechanische Wippen und Simulatoren eingesetzt, um das Personal an das extreme Rollen und Stampfen des Bootes zu gewöhnen. Hierbei wurde gezielt die Seekrankheit bekämpft und das Arbeiten unter physischer Disorientierung trainiert.
 
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! colspan="3" | '''Struktur der Division'''
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| Besonderheit „Gasschutz-Drill“: || colspan="3" | Einzigartig für die 2. U.L.D. war der intensive Drill in der Zentrale unter Gasmasken. Dies simulierte den Einsatz bei Chlorgaustritt (Batterieschäden) oder Rauchbildung nach Wasserbombenangriffen.
 
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| Besonderheit „Zentralen-Simulator“: || colspan="3" | Die Division verfügte über einen der modernsten stationären Zentralen-Simulatoren, an dem der Leitende Ingenieur (L.I.) und der Wachoffizier (W.O.) das Zusammenspiel beim „Schnelltauchen“ auf die Sekunde genau koordinieren mussten.
 
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| colspan="3" | Die Gliederung setzte sich wie folgt zusammen:
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| colspan="3" | I. Abteilung: Diese Abteilung war Teil der Grundstruktur der Division. In Analogie zu anderen Lehrdivisionen (wie der 1. U.L.D.) war eine Abteilung oft für die Ausbildung des seemännischen Personals zuständig.
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! colspan="3" | Kommandeure
 
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| colspan="3" | II. Abteilung: Ebenfalls ein fester Bestandteil der Division. Historische Berichte deuten darauf hin, dass hier beispielsweise technische Laufbahnen wie die der Maschinenlaufbahn (z. B. Maschinenschlosser-Lehrlinge oder Maschinenmatrosen) ausgebildet wurden.
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| 11.1940 – 11.1941: || colspan="3" | Fregattenkapitän Werner Hartmann.
 
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| 12.1941 – 11.1943: || colspan="3" | Fregattenkapitän Ernst Hashagen.
 
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| colspan="3" | [[22. U-Flottille]]: Diese Flottille unterstand der Division direkt und stellte die notwendigen U-Boote für die praktische Ausbildung auf See zur Verfügung. Beispielsweise führte das Boot [[U 142]] im Januar 1941 Ausbildungsfahrten im Rahmen der [[22. U-Flottille]] für die 2. U.L.D. durch.  
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| 12.1943 – 02.1944: || colspan="3" | Korvettenkapitän Wilhelm Ambrosius.
 
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| 02.1944 – 02.1945: || colspan="3" | Kapitän zur See Karl Neitzel.
 
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! colspan="3" | '''Standorte und Ausbildung'''
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| colspan="3" | Obwohl die Division primär in Gotenhafen stationiert war, wurden aufgrund winterlicher Eisverhältnisse oder zur spezialisierten Erprobung auch Ausweichhäfen wie Pillau genutzt.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Gegen Ende des Krieges, im Januar 1945, wurde die Verlegung der Division nach Westen befohlen. Dabei kam ein erheblicher Teil des Personals beim Untergang der [[Wilhelm Gustloff]] ums Leben.
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| Selektionsfilter: || colspan="3" | Wer in Gotenhafen an den technischen Prüfungen oder dem Stress-Drill scheiterte, wurde unmittelbar zur Überwasserflotte zurückversetzt. Die 2. U.L.D. war das „Nadelöhr“ zur Frontreife.
 
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen markiert die Zeit bei der 2. U.L.D. die Phase der intensiven Spezialisierung. Bekannte Offiziere wie Ulrich Heyse dienten hier als Ausbilder und Kommandeure.
 
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! colspan="3" | '''Kommandeure'''
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| 00.11.1940 - 00.11.1941 || Fregattenkapitän [[Werner Hartmann|→ Werner Hartmann]] ||
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| 00.12.1941 - 00.11.1943 || Fregattenkapitän Ernst Hashagen ||
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen (Lehrgangspläne, Stärkemeldungen und Berichte zur Verlegung 1945)
 
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| 00.12.1943 - 00.02.1944 || Korvettenkapitän [[Wilhelm Ambrosius|→ Wilhelm Ambrosius]] ||
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| BArch RM 7 || colspan="3" | Seekriegsleitung (Unterlagen zum H.K.U. und der Organisation der U-Boot-Ausbildung)
 
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| 00.02.1944 - 00.02.1945 || Kapitän zur See [[Karl Neitzel|→ Karl Neitzel]] ||
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Ausbildungswesen und den Lehrdivisionen)
 
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| Busch / Röll || colspan="3" | "Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Details zur Struktur der Ausbildungsverbände)
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 16:37 Uhr

1. U-Lehrdivision ← 2. U-Lehrdivision → 3. U-Lehrdivision

Dienststelle 2. Unterseeboots-Lehrdivision (2. U.L.D.)
Die 2. U.L.D. war eine zentrale Ausbildungseinheit der Kriegsmarine zur fachlichen und technischen Unterweisung von U-Boot-Personal. Im Gegensatz zu Frontflottillen lag der Fokus hier auf der Vermittlung von Spezialwissen für Wachoffiziere und technisches Personal, wobei die Division eng mit den unterstellten Schulflottillen zusammenarbeitete.
Aufstellung, Standorte & Unterstellung
Aufstellung: 13.06.1940 (Lehrbetrieb ab November 1940).
Hauptstandort: Gotenhafen (Gdynia). Ausweichhäfen bei Eisgang: Pillau.
Unterstellung: Zunächst direkt dem B.d.U., ab Januar 1943 dem Höheren Kommando der Unterseebootsausbildung (H.K.U.) zugeordnet.
Kriegsende: Januar 1945 Verlegung nach Westen befohlen. Ein erheblicher Teil des Personals kam beim Untergang der Wilhelm Gustloff ums Leben.
Struktur & Spezifische Besonderheiten
Gliederung: I. Abteilung (seemännisch), II. Abteilung (technisch), 22. U-Flottille (praktische Boote).
Besonderheit „Schaukel-Ausbildung“: In Gotenhafen wurden spezielle mechanische Wippen und Simulatoren eingesetzt, um das Personal an das extreme Rollen und Stampfen des Bootes zu gewöhnen. Hierbei wurde gezielt die Seekrankheit bekämpft und das Arbeiten unter physischer Disorientierung trainiert.
Besonderheit „Gasschutz-Drill“: Einzigartig für die 2. U.L.D. war der intensive Drill in der Zentrale unter Gasmasken. Dies simulierte den Einsatz bei Chlorgaustritt (Batterieschäden) oder Rauchbildung nach Wasserbombenangriffen.
Besonderheit „Zentralen-Simulator“: Die Division verfügte über einen der modernsten stationären Zentralen-Simulatoren, an dem der Leitende Ingenieur (L.I.) und der Wachoffizier (W.O.) das Zusammenspiel beim „Schnelltauchen“ auf die Sekunde genau koordinieren mussten.
Kommandeure
11.1940 – 11.1941: Fregattenkapitän Werner Hartmann.
12.1941 – 11.1943: Fregattenkapitän Ernst Hashagen.
12.1943 – 02.1944: Korvettenkapitän Wilhelm Ambrosius.
02.1944 – 02.1945: Kapitän zur See Karl Neitzel.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Selektionsfilter: Wer in Gotenhafen an den technischen Prüfungen oder dem Stress-Drill scheiterte, wurde unmittelbar zur Überwasserflotte zurückversetzt. Die 2. U.L.D. war das „Nadelöhr“ zur Frontreife.
Personalhistorie: In den Stammrollen markiert die Zeit bei der 2. U.L.D. die Phase der intensiven Spezialisierung. Bekannte Offiziere wie Ulrich Heyse dienten hier als Ausbilder und Kommandeure.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen (Lehrgangspläne, Stärkemeldungen und Berichte zur Verlegung 1945)
BArch RM 7 Seekriegsleitung (Unterlagen zum H.K.U. und der Organisation der U-Boot-Ausbildung)
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zum Ausbildungswesen und den Lehrdivisionen)
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Details zur Struktur der Ausbildungsverbände)
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