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II. Schiffsstammabteilung der Ostsee: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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| colspan="3" | Die II. Schiffsstammabteilung der Ostsee war eine der grundlegenden Ausbildungseinheiten für das personelle Fundament der Marine und ein wichtiger Durchlaufpunkt für künftige Besatzungen von U-Booten.
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| colspan="3" | Die II. Schiffsstammabteilung der Ostsee war eine der zentralen Ausbildungseinrichtungen der Kriegsmarine für die infanteristische Grundausbildung. Sie fungierte als das "erste Sieb" für Rekruten im Bereich der Marinestation der Ostsee, bevor diese in die spezialisierten Fachausbildungen, insbesondere der Unterseeboot-Waffe, überführt wurden.
 
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| colspan="3" | Anfang: Die Abteilung wurde im Zuge der Neuordnung der Reichsmarine am 01.01.1921 in Stralsund (auf dem Dänholm) aufgestellt. Sie war die Nachfolgeeinheit älterer kaiserlicher Stammformationen.
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| Standorte: || colspan="3" | Die Abteilung hatte ihren Hauptsitz über weite Strecken in Stralsund (Dänholm). Aufgrund des enormen Personalaufwuchses wurden zeitweise Außenstellen und Unterabteilungen in anderen Küstenorten der Ostsee betrieben.
 
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| colspan="3" | Organisation und Standorte:
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| Unterstellung: || colspan="3" | Administrativ unterstand die Abteilung der 2. Admiral der Ostsee bzw. der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
 
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| colspan="3" | Die Abteilung wurde in der Reichsmarine formiert und hatte ihren traditionsreichen Sitz auf dem Dänholm in Stralsund. Sie unterstand der Schiffsstammdivision der Ostsee in Kiel. Im Zuge der Aufrüstung zur Kriegsmarine wurde die Abteilung massiv erweitert und später im Jahr 1940 teilweise verlegt, um Platz für neue Ausbildungskontingente zu schaffen. Ein Kommandant, der seine Karriere in der Reichsmarine begann (beispielsweise als Fähnrich zur See), absolvierte hier oft seine Zeit als Gruppenoffizier oder Ausbilder für Rekruten.
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| Personalformierung: || colspan="3" | Hier trafen die Freiwilligen und Einberufenen unmittelbar nach dem Verlassen des Zivillebens ein. Die Abteilung war dafür verantwortlich, aus den Rekruten disziplinierte Soldaten zu formen, die den harten physischen Anforderungen des Borddienstes gewachsen waren.
 
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| colspan="3" | Aufgaben und Ausbildungsprofil:
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| colspan="3" | Grundausbildung: Die Hauptaufgabe war die infanteristische und seemännische Erstausbildung der Rekruten. Hier lernten die Männer den Dienst an der Pistole 08 und dem Karabiner, was die Basis für spätere Rollen als Wachgänger bildete.
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| colspan="3" | Fachliche Weichenstellung: Während der Zeit in der Abteilung erfolgte die Auswahl für Speziallaufbahnen. Wer Talent für den Signaldienst oder die Navigation zeigte, wurde für entsprechende Lehrgänge vorgemerkt.
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| Infanteristischer Drill: || colspan="3" | Vermittlung der militärischen Grundfertigkeiten: Formaldienst, Marschieren, Grußformen und Waffenausbildung am Karabiner 98k. Dies legte das Fundament für die "eiserne Disziplin", die später auf engstem Raum im U-Boot lebensnotwendig war.
 
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| colspan="3" | Personalreservoir: Die Abteilung verwaltete die Personalreserve für die Ostseestation. Soldaten, die auf ihre Versetzung zu den Unterseeboots-Lehr-Divisionen oder zur 1. Marine-Nachrichtenabteilung warteten, wurden hier administrativ geführt.
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| Selektion für U-Boote: || colspan="3" | In der II. S.S.A.O. erfolgte die erste psychologische und physische Begutachtung. Ausbilder achteten bereits hier auf Anzeichen von Platzangst (Klaustrophobie) oder mangelnder Beherrschung unter Atemschutz-Bedingungen.
 
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| colspan="3" | Das Ende 1945
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| Seemännische Basis: || colspan="3" | Neben der infanteristischen Schulung wurden erste seemännische Grundbegriffe, Knoten- und Bootskunde sowie intensiver Schwimmunterricht erteilt.
 
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| colspan="3" | Gegen Kriegsende wurde der Ausbildungsbetrieb eingestellt. Die Abteilung wurde zur Aufstellung von Marine-Schützen-Verbänden herangezogen, um die Küstenabschnitte gegen herannahende Bodentruppen zu verteidigen. Das verbliebene Personal geriet nach der Kapitulation im Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft.
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| colspan="3" | Rekrutierungspool: Ein Großteil der U-Boot-Männer, die aus den nord- und ostdeutschen Wehrkreisen stammten, durchlief in der II. S.S.A. ihre „Feuertaufe“ an Land.
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| Rekrutierungspool: || colspan="3" | Ein Großteil des Personals, das später bei der 1. U.L.D. oder 2. U.L.D. die Fachlehrgänge absolvierte, startete seine Laufbahn in der II. Schiffsstammabteilung.
 
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| colspan="3" | Filterfunktion: Bereits während der Grundausbildung in Stralsund wurden geeignete Kandidaten für die U-Boot-Waffe gesichtet. Disziplin und körperliche Belastbarkeit in der Stammabteilung waren die ersten Kriterien für eine spätere Verwendung auf See.
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| „Geist der Truppe“: || colspan="3" | Hier wurde der Kameradschaftsgedanke forciert. Die Männer lernten, dass das Versagen eines Einzelnen die gesamte Gruppe betraf – eine wesentliche Vorbereitung auf die Schicksalsgemeinschaft an Bord eines Bootes.
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) markiert der Dienstantritt bei der II. S.S.A. den absoluten Beginn der militärischen Laufbahn. Für Offiziere der Crew 34 oder 36 war dies oft die erste Station vor dem Wechsel auf die Schulschiffe zur Bordausbildung.
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| Personalhistorie: || colspan="3" | In den Stammrollen markiert der Eintrag „II. S.S.A.O.“ den Beginn des aktiven Dienstverhältnisses und dokumentiert die erfolgreiche Überwindung der ersten militärischen Hürde.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
 
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Dienstvorschriften und Organisationspläne der Schiffsstammabteilungen der Ostsee (1921–1939).
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| BArch RM 123 || colspan="3" | Akten der Ausbildungseinrichtungen der Kriegsmarine. Berichte über die personelle Stärke und Ausbildungsrichtlinien der Schiffsstammabteilungen der Ostsee.
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Rekrutenstammrollen der II. Schiffsstammabteilung Stralsund, geordnet nach Einstellungsjahrgängen.
 
 
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Akten des Reichsmarineamtes bzw. OKM über die Kasernierung und Ausbildung auf dem Dänholm.
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert die Einberufungsdaten und die Versetzung von der II. S.S.A.O. zu den Unterseeboot-Lehrdivisionen.
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band II, Kapitel zur Bodenorganisation der Marinestation der Ostsee).
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematische Übersicht der Schiffsstamm-Abteilungen und deren Standorte).
 
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| Tessin, Georg || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht. (Band 14, zur systematischen Übersicht der Schiffsstammabteilungen und deren Standorte).
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| Busch / Röll || colspan="3" | "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Informationen zum Rekrutierungsweg der U-Boot-Besatzungen über die Marinestationen).
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien. (Bietet Kontext zur Bedeutung von Stralsund als Ausbildungsstandort).  
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| Tessin, Georg || colspan="3" | "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS". Band 14 (Übersicht über die Gliederung der Marinestationen).
 
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Aktuelle Version vom 16. Februar 2026, 13:23 Uhr

Dienststelle II. Schiffsstammabteilung der Ostsee (II. S.S.A.O.)
Die II. Schiffsstammabteilung der Ostsee war eine der zentralen Ausbildungseinrichtungen der Kriegsmarine für die infanteristische Grundausbildung. Sie fungierte als das "erste Sieb" für Rekruten im Bereich der Marinestation der Ostsee, bevor diese in die spezialisierten Fachausbildungen, insbesondere der Unterseeboot-Waffe, überführt wurden.
Historischer Kontext & Organisation
Standorte: Die Abteilung hatte ihren Hauptsitz über weite Strecken in Stralsund (Dänholm). Aufgrund des enormen Personalaufwuchses wurden zeitweise Außenstellen und Unterabteilungen in anderen Küstenorten der Ostsee betrieben.
Unterstellung: Administrativ unterstand die Abteilung der 2. Admiral der Ostsee bzw. der Inspektion des Bildungswesens der Marine.
Personalformierung: Hier trafen die Freiwilligen und Einberufenen unmittelbar nach dem Verlassen des Zivillebens ein. Die Abteilung war dafür verantwortlich, aus den Rekruten disziplinierte Soldaten zu formen, die den harten physischen Anforderungen des Borddienstes gewachsen waren.
Aufgaben und Ausbildungsprofil
Infanteristischer Drill: Vermittlung der militärischen Grundfertigkeiten: Formaldienst, Marschieren, Grußformen und Waffenausbildung am Karabiner 98k. Dies legte das Fundament für die "eiserne Disziplin", die später auf engstem Raum im U-Boot lebensnotwendig war.
Selektion für U-Boote: In der II. S.S.A.O. erfolgte die erste psychologische und physische Begutachtung. Ausbilder achteten bereits hier auf Anzeichen von Platzangst (Klaustrophobie) oder mangelnder Beherrschung unter Atemschutz-Bedingungen.
Seemännische Basis: Neben der infanteristischen Schulung wurden erste seemännische Grundbegriffe, Knoten- und Bootskunde sowie intensiver Schwimmunterricht erteilt.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Rekrutierungspool: Ein Großteil des Personals, das später bei der 1. U.L.D. oder 2. U.L.D. die Fachlehrgänge absolvierte, startete seine Laufbahn in der II. Schiffsstammabteilung.
„Geist der Truppe“: Hier wurde der Kameradschaftsgedanke forciert. Die Männer lernten, dass das Versagen eines Einzelnen die gesamte Gruppe betraf – eine wesentliche Vorbereitung auf die Schicksalsgemeinschaft an Bord eines Bootes.
Personalhistorie: In den Stammrollen markiert der Eintrag „II. S.S.A.O.“ den Beginn des aktiven Dienstverhältnisses und dokumentiert die erfolgreiche Überwindung der ersten militärischen Hürde.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 123 Akten der Ausbildungseinrichtungen der Kriegsmarine. Berichte über die personelle Stärke und Ausbildungsrichtlinien der Schiffsstammabteilungen der Ostsee.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Dokumentiert die Einberufungsdaten und die Versetzung von der II. S.S.A.O. zu den Unterseeboot-Lehrdivisionen.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945". Band II (Systematische Übersicht der Schiffsstamm-Abteilungen und deren Standorte).
Busch / Röll "Der U-Boot-Krieg 1939-1945". (Informationen zum Rekrutierungsweg der U-Boot-Besatzungen über die Marinestationen).
Tessin, Georg "Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS". Band 14 (Übersicht über die Gliederung der Marinestationen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132