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U-Bootsausbildung: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 15. Februar 2026, 18:41 Uhr

Ausbildung U-Bootsausbildung der Kriegsmarine
Die U-Bootsausbildung war ein mehrstufiges, hochspezialisiertes Qualifizierungsverfahren, das darauf abzog, aus Freiwilligen der Stamm-Marine einsatzfähige Spezialisten für den Dienst auf engstem Raum zu formen. Sie umfasste die physische Eignungsprüfung, die technische Fachausbildung an Land sowie die taktische Verbandsschulung auf See. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller Module wurde das Personal den Frontflottillen zugewiesen.
Historischer Kontext & Organisation
Phasen der Ausbildung: Die Laufbahn begann meist mit der infanteristischen Grundausbildung. Es folgte der U-Ausbildungslehrgang (U.A.L.) bei den Lehrdivisionen. Hier wurden die Soldaten in der U-Tauchausbildung (U-Gasschutz) sowie an technischen Modellen der Diesel- und E-Maschinen unterwiesen. Den Kern bildeten Übungseinheiten in der Ostsee, bei denen Alarmtauchmanöver und Havarien (Wassereinbruchsübungen) trainiert wurden.
Organisation: Die fachliche Leitung lag beim Höheren Kommandeur der Unterseeboot-Ausbildung (H.K.U.). Die praktische Durchführung erfolgte durch die 1. U.L.D. (Pillau/Neustadt) für die Basisschulung und die 2. U.L.D. (Gotenhafen) für die taktische Ausbildung. In der Spätphase wurde die Ausbildungsgruppe für Front-U-Boote (Agru-Front) in Hela zur finalen Instanz für die Frontreife.
Kriegsende: Mit fortschreitender Kriegsdauer wurden die Ausbildungszeiten auf ein Minimum verkürzt, wobei die Qualität bis zum 08.05.1945 ein Markenzeichen blieb. Nach der Kapitulation wurden die Einrichtungen von den Alliierten übernommen und das Lehrmaterial zur Analyse der deutschen Seekriegstaktik ausgewertet.
Gliederung der Ausbildungsschwerpunkte
Physische Eignung: Harte Selektion durch Belastungstests, u. a. im Drucktopf. Dies garantierte die außergewöhnliche Belastbarkeit der Besatzungen während monatelanger Feindfahrten. Nur etwa 40 % der Bewerber bestanden diese Phase.
Technische Spezialisierung: Fachausbildung an Modellen und Schulbooten. Die Standardisierung stellte sicher, dass jeder Seemann auf jedem Boot desselben Typs sofort einsatzfähig und austauschbar war.
Taktische Schulung: Durchführung bei der 27. U-Flottille. Hier erlernten die Kommandanten die Rudeltaktik und den Nachtüberwasserangriff, was die militärische Effektivität der Waffe begründete.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Qualitätsmanagement: Die Ausbildung fungierte als harter Filter und sicherte das hohe personelle Niveau der Waffe gegenüber den alliierten Abwehrmaßnahmen ab.
Frontreife: Erst nach der finalen Abnahme durch die Agru-Front galt eine Besatzung als kampffähig. Dieser Prozess war entscheidend für die Integration neuer Bootsgenerationen (Typ XXI) in das operative Geschehen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 92 Akten des Höheren Kommandeurs der Unterseeboot-Ausbildung (H.K.U.). Beinhaltet Lehrgangspläne und Ausbildungsvorschriften.
BArch RM 123 Unterlagen der 1. und 2. Unterseeboot-Lehrdivision (U.L.D.). Dokumentation der technischen und taktischen Ausbildungsgänge.
BArch PERS 6 Personalakten der Kriegsmarine. Nachweise über die Tauglichkeitsprüfungen und die Zuweisung zu den Ausbildungsflottillen.
Literaturverweise
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim "Der U-Boot-Krieg 1939-1945" (Umfassende Darstellung der Ausbildungsstruktur und Werdegänge).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Werften" (Technische Details zur Ausbildung am Gerät und an Prototypen).
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. "Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945" (Band II, Kapitel zur Organisation der Lehrdivisionen).
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