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Wachoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 15. Februar 2026, 18:40 Uhr

Dienststellung Wachoffizier (W.O.)
Der Wachoffizier war das ausführende Organ der Schiffsführung auf einem Unterseeboot. Er trug während seiner achtstündigen Wache die unmittelbare Verantwortung für die Sicherheit des Bootes, die Navigation und den Ausguck. Auf einem Standardboot vom Typ VII C gab es in der Regel zwei Seeoffiziere in dieser Funktion: den Ersten Wachoffizier (I. W.O.) und den Zweiten Wachoffizier (II. W.O.).
Historischer Kontext & Organisation
Dienst auf der Brücke: Die Hauptaufgabe während der Überwasserfahrt war der Wachdienst. Der W.O. führte die Brückenwache (meist vier Ausgucke) und war dafür verantwortlich, dass das Boot rechtzeitig auf feindliche Kontakte reagierte. Bei Gefahr gab er den Befehl zum Alarmtauchen und stellte sicher, dass die Brückenwache das Boot innerhalb von etwa 30 Sekunden verließ und die Turmluke verriegelte. Seine Augen waren das Überleben des Bootes.
Navigation und Logbuch: Der W.O. war für die Koppelnavigation zuständig und berechnete regelmäßig den Standort. Er führte während seiner Wache penibel das Kriegstagebuch (KTB) oder das Schachtel-Logbuch. Jede Kursänderung, Sichtung und Wetterveränderung musste zeitgenau dokumentiert werden, da diese Unterlagen später vom B.d.U. ausgewertet wurden.
Ausbildungsweg: Die Ausbildung für Offiziere (z. B. Crew 37/38) begann nach der Seeoffizier-Hauptprüfung. Vor dem Fronteinsatz durchliefen sie die praktische Ausbildung bei einer U-Boot-Lehrdivision in der Ostsee. Junge Leutnants begannen meist als II. W.O., um unter erfahrenen Kommandanten zu lernen.
Der III. Wachoffizier: Diese Position wurde vor allem auf Booten vom Typ IX, Typ XXI oder speziell ausgerüsteten Frontbooten besetzt. Meist war dies der jüngste Offizier (Leutnant zur See). Häufig wurden jedoch auch erfahrene Obersteuermänner (Korps der Deckoffiziere) als III. W.O. eingesetzt, wenn kein dritter Seeoffizier zur Verfügung stand.
Gliederung der Fachaufgaben
I. Wachoffizier: Fungierte als Torpedo-Offizier und war verantwortlich für die Hauptbewaffnung sowie die Berechnung der Angriffsdaten beim Überwasserangriff. Er führte das „Schussbuch“.
II. Wachoffizier: Übernahm die Rolle des Artillerieoffiziers (Deckskanone und Flak) und war oft Nachrichtenoffizier. Er leitete die Flak-Bedienungen, verwaltete Geheimsachen und war häufig für Verpflegung und Lastenverwaltung zuständig.
Siehe auch: I. Wachoffizier - II. Wachoffizier - III. Wachoffizier
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausbildungsstufe: Die Zeit als W.O. war die essenzielle Voraussetzung, um später selbst Fahrschüler und schließlich Kommandant zu werden.
Personalhistorie: In den Stammrollen dokumentiert die Dienststellung als W.O. die praktische Führungsbewährung an der Front. Besonders die Ernennung zum I. W.O. kennzeichnete den Offizier als unmittelbar „kommandantengeeignet“.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 92 Kriegstagebücher (KTB) der Frontboote. Namentliche Nennung der Wachoffiziere und Dokumentation ihrer Entscheidungen bei Alarmtauchmanövern.
BArch PERS 6 Personalakten der Seeoffiziere. Belegt die Beförderungsstufen und die fachliche Eignung als Torpedo- oder Artillerieoffizier.
BArch RM 7 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur personellen Besetzung der Typ IX und Typ XXI Boote mit einem III. W.O.
Literaturverweise
Busch, Rainer / Röll, Hans-Joachim "Der U-Boot-Krieg 1939-1945: Die deutschen U-Boot-Kommandanten" (Werdegänge der W.O.s).
Merten, Karl-Friedrich "Nach Kompass: Lebenserinnerungen eines Seeoffiziers" (Details zum Wachdienst auf der Brücke).
Mallmann Showell, Jak P. "Das Archiv der deutschen U-Boote" (Informationen zur Bordorganisation und Hierarchie).
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