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Flugzeug Ergänzungsgruppe (See): Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

 
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! '''Flugzeug-Ergänzungsgruppe (See)'''
 
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| colspan="3" | Die Flieger-Ergänzungsgruppe (See), oft auch als Flugzeug-Ergänzungsgruppe (See) bezeichnet, war eine spezialisierte Ausbildungseinheit, die den personellen Nachschub für die Seefliegerverbände sicherstellte. Sie fungierte als Bindeglied zwischen den Flugzeugführerschulen und den Fronteinheiten der Küstenflieger.
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| colspan="3" | Die Flugzeug-Ergänzungsgruppe (See) war eine spezialisierte Einheit der Luftwaffe, die als Bindeglied zwischen den Seefliegerschulen und den aktiven Frontverbänden fungierte. Ihre Hauptaufgabe war die abschließende frontnahe Ausbildung und Bereitstellung von Personal und Flugmaterial für die Aufklärungs-, Küstenflieger- und Seenotstaffeln. Sie stellte sicher, dass die Besatzungen den hohen Anforderungen des Seekrieges gewachsen waren, bevor sie den operativen Verbänden zugewiesen wurden.
 
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! colspan="3" | Aufgabe und Zweck
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Die Hauptaufgabe der Gruppe war die abschließende frontnahe Ausbildung von fliegendem Personal (Piloten, Beobachter, Funker), bevor diese zu den aktiven Küstenfliegergruppen oder Bordfliegerstaffeln versetzt wurden. Hier wurden die in den Flugzeugführerschulen (wie in Warnemünde oder Pütnitz) erlernten Grundlagen für den Seekriegseinsatz perfektioniert.  
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| colspan="3" | Aufstellung und Standorte: Die Ergänzungsgruppe wurde gebildet, um den personellen Ersatz für die über See operierenden Staffeln zu koordinieren. Ein wesentlicher Standort war Kamp (Pommern), wobei Teile der Gruppe je nach Kriegslage auch an andere Küstenstützpunkte der Ostsee verlegt wurden. Die Gruppe unterstand fachlich der Inspektion der See- und Küstenflieger. Zum Einsatz kamen vorwiegend Flugzeugtypen, die auch an der Front verwendet wurden, wie die Arado Ar 196, Heinkel He 115 und die Blohm & Voss BV 138.
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| colspan="3" | Aufgabenprofil: Die Einheit führte die sogenannte „Endausbildung“ durch. Hierbei wurden die in den Schulen erlernten Grundlagen unter realitätsnahen Bedingungen vertieft. Dazu gehörten Einsatzflüge bei schwierigen Wetterlagen, taktische Verbandsschulungen sowie Übungen in der Seezielbekämpfung und Minenlegung. Zudem diente die Gruppe als materielles Depot zur schnellen Zuweisung von Ersatzmaschinen an die Frontstaffeln in Norwegen, Frankreich oder im Mittelmeer.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges im Jahr 1945 wurde die Gruppe zunehmend zur direkten Küstensicherung und für Kurierdienste in der Ostsee herangezogen. Aufgrund des akuten Treibstoffmangels wurde der Ausbildungsbetrieb im März 1945 weitgehend eingestellt. Mit der Kapitulation am 08.05.1945 wurden die verbliebenen Maschinen in den Stützpunkten der Ostsee interniert oder von den Besatzungen unbrauchbar gemacht, um sie dem Zugriff der Siegermächte zu entziehen.
 
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! colspan="3" | Standorte und Geschichte
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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| colspan="3" | Aufstellung: Die Gruppe wurde im Januar 1940 formiert.
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| colspan="3" | Nachschub an Fernaufklärern: Die Flugzeug-Ergänzungsgruppe (See) stellte den personellen Ersatz für jene Staffeln sicher, die unmittelbar mit dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) zusammenarbeiteten. Die Qualität der dort ausgebildeten Beobachter war entscheidend für die erfolgreiche Einweisung von U-Boot-Rudeln auf alliierte Geleitzüge.
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| colspan="3" | Hauptstandort: Der wichtigste Standort war Kamp (Pommern).
 
 
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| colspan="3" | Weitere Standorte: Zeitweise operierten Teile der Gruppe auch von Kopenhagen (Dänemark) aus.
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| colspan="3" | Schutz der Auslaufrouten: Besatzungen der Ergänzungsgruppe führten von ihren Standorten aus Sicherungsflüge über den Übungsgebieten der Unterseeboot-Lehrdivisionen durch. Sie dienten als zusätzliche Luftüberwachung gegen feindliche U-Boote und Einflüge im Bereich der dänischen Belte und der pommerschen Küste.
 
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| colspan="3" | Kommandeure: Zu den bekannten Kommandeuren gehörten Oberstleutnant Eugen Bischoff (1940–1943) und Oberstleutnant Gerhard Kolbe (1943–1944).  
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| colspan="3" | Erprobung des Zusammenwirkens: Innerhalb der Ergänzungsgruppe wurden neue Verfahren zur Funkverständigung zwischen Flugzeugen und getauchten U-Booten erprobt. Die Ergebnisse dieser Tests flossen direkt in die taktischen Anweisungen für die Frontbesatzungen beider Waffengattungen ein.
 
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! colspan="3" | Bedeutung für Kommandanten und U-Boote
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Für Kommandanten, die bereits in der Reichsmarine gedient hatten, war das Wissen über diese Ergänzungsgruppen essenziell für die taktische Zusammenarbeit:
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| B.Arch. RL 9 || colspan="3" | Akten der Ausbildungs- und Ergänzungseinheiten der Luftwaffe (Dokumentiert die Personalstärke und die Zuweisungslisten der Gruppe).
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| colspan="3" | Zusammenarbeit auf See: Die in der Ergänzungsgruppe geschulten Besatzungen flogen Einsätze zur U-Boot-Jagd, Aufklärung und Geleitsicherung.
 
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| colspan="3" | Erfahrungsaustausch: Die Gruppe diente als Sammelstelle für Fronterfahrungen im Luftkrieg über See, um die Ausbildungsinhalte (z.B. für die Beobachterausbildung) ständig an die neue alliierte Abwehrtechnik anzupassen.
 
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| colspan="3" | Ausrüstung: Die Einheiten waren mit See-Flugzeugtypen wie der Heinkel He 111 (für Torpedoeinsätze) oder der Dornier Do 17 ausgerüstet.  
 
 
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| B.Arch. RM 7 / 2331 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die operative Einplanung der Ergänzungsgruppe für Sicherungsaufgaben).
 
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! colspan="3" | Das Ende 1944/1945
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| B.Arch. RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Enthält Verlustlisten und Bestandsmeldungen der Flugzeug-Ergänzungsgruppe See).
 
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| colspan="3" | Im Zuge der Auflösung zahlreicher Seefliegerdienststellen im August 1944 wurde auch die Flieger-Ergänzungsgruppe (See) umstrukturiert oder aufgelöst. Ein Teil des Personals wurde in den infanteristischen Erdkampf überführt oder zur Aufstellung neuer Einheiten für die Verteidigung der Ostseeküste herangezogen
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Luftwaffenverbände im Seekrieg).
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Übersicht der Standorte der Seefliegerverbände).
 
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| Bundesarchiv, Signatur RL 10 || colspan="3" | Verbände und Ausbildungseinheiten der Luftwaffe/Seeflieger. [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/| Direktrecherche Invenio]]. Enthält die Akten zur Flieger-Ergänzungsgruppe See Kopenhagen und Kamp.
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| Ketley, Barry || colspan="3" | Luftwaffen-Seeflieger 1935–1945. (Beschreibt die Rolle der Ergänzungseinheiten für die personelle Kontinuität der Frontstaffeln).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 13:25 Uhr

Datenblatt Flugzeug-Ergänzungsgruppe (See)
Die Flugzeug-Ergänzungsgruppe (See) war eine spezialisierte Einheit der Luftwaffe, die als Bindeglied zwischen den Seefliegerschulen und den aktiven Frontverbänden fungierte. Ihre Hauptaufgabe war die abschließende frontnahe Ausbildung und Bereitstellung von Personal und Flugmaterial für die Aufklärungs-, Küstenflieger- und Seenotstaffeln. Sie stellte sicher, dass die Besatzungen den hohen Anforderungen des Seekrieges gewachsen waren, bevor sie den operativen Verbänden zugewiesen wurden.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standorte: Die Ergänzungsgruppe wurde gebildet, um den personellen Ersatz für die über See operierenden Staffeln zu koordinieren. Ein wesentlicher Standort war Kamp (Pommern), wobei Teile der Gruppe je nach Kriegslage auch an andere Küstenstützpunkte der Ostsee verlegt wurden. Die Gruppe unterstand fachlich der Inspektion der See- und Küstenflieger. Zum Einsatz kamen vorwiegend Flugzeugtypen, die auch an der Front verwendet wurden, wie die Arado Ar 196, Heinkel He 115 und die Blohm & Voss BV 138.
Aufgabenprofil: Die Einheit führte die sogenannte „Endausbildung“ durch. Hierbei wurden die in den Schulen erlernten Grundlagen unter realitätsnahen Bedingungen vertieft. Dazu gehörten Einsatzflüge bei schwierigen Wetterlagen, taktische Verbandsschulungen sowie Übungen in der Seezielbekämpfung und Minenlegung. Zudem diente die Gruppe als materielles Depot zur schnellen Zuweisung von Ersatzmaschinen an die Frontstaffeln in Norwegen, Frankreich oder im Mittelmeer.
Das Schicksal bei Kriegsende: In der Endphase des Krieges im Jahr 1945 wurde die Gruppe zunehmend zur direkten Küstensicherung und für Kurierdienste in der Ostsee herangezogen. Aufgrund des akuten Treibstoffmangels wurde der Ausbildungsbetrieb im März 1945 weitgehend eingestellt. Mit der Kapitulation am 08.05.1945 wurden die verbliebenen Maschinen in den Stützpunkten der Ostsee interniert oder von den Besatzungen unbrauchbar gemacht, um sie dem Zugriff der Siegermächte zu entziehen.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Nachschub an Fernaufklärern: Die Flugzeug-Ergänzungsgruppe (See) stellte den personellen Ersatz für jene Staffeln sicher, die unmittelbar mit dem Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) zusammenarbeiteten. Die Qualität der dort ausgebildeten Beobachter war entscheidend für die erfolgreiche Einweisung von U-Boot-Rudeln auf alliierte Geleitzüge.
Schutz der Auslaufrouten: Besatzungen der Ergänzungsgruppe führten von ihren Standorten aus Sicherungsflüge über den Übungsgebieten der Unterseeboot-Lehrdivisionen durch. Sie dienten als zusätzliche Luftüberwachung gegen feindliche U-Boote und Einflüge im Bereich der dänischen Belte und der pommerschen Küste.
Erprobung des Zusammenwirkens: Innerhalb der Ergänzungsgruppe wurden neue Verfahren zur Funkverständigung zwischen Flugzeugen und getauchten U-Booten erprobt. Die Ergebnisse dieser Tests flossen direkt in die taktischen Anweisungen für die Frontbesatzungen beider Waffengattungen ein.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RL 9 Akten der Ausbildungs- und Ergänzungseinheiten der Luftwaffe (Dokumentiert die Personalstärke und die Zuweisungslisten der Gruppe).
B.Arch. RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Belegt die operative Einplanung der Ergänzungsgruppe für Sicherungsaufgaben).
B.Arch. RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Enthält Verlustlisten und Bestandsmeldungen der Flugzeug-Ergänzungsgruppe See).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Luftwaffenverbände im Seekrieg).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Übersicht der Standorte der Seefliegerverbände).
Ketley, Barry Luftwaffen-Seeflieger 1935–1945. (Beschreibt die Rolle der Ergänzungseinheiten für die personelle Kontinuität der Frontstaffeln).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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