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Wachoffizier: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Die Hauptaufgabe während der Überwasserfahrt war der Wachdienst auf der Brücke. Der Wachoffizier führte die Brückenwache, die meist aus vier Ausgucken bestand. Er war dafür verantwortlich, dass das Boot rechtzeitig auf feindliche Schiffe oder Flugzeuge reagierte. Bei Gefahr gab er den Befehl zum Alarmtauchen. Er musste sicherstellen, dass die Brückenwache das Boot innerhalb von etwa 30 Sekunden verließ und die Turmluke sicher verriegelt wurde. Seine Augen waren das Überleben des Bootes.
 
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| colspan="3" | Der Wachoffizier war für die Koppelnavigation zuständig. Er berechnete regelmäßig den Standort des Bootes basierend auf Kurs und Geschwindigkeit und trug diese Daten in die Seekarte ein. Zudem war er verpflichtet, das Kriegstagebuch oder das Schachtel-Logbuch während seiner Wache penibel zu führen. Jede Kursänderung, jede Sichtung und jede Wetterveränderung musste zeitgenau dokumentiert werden, da diese Unterlagen nach der Rückkehr vom Befehlshaber der Unterseeboote ausgewertet wurden.
 
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| colspan="3" | Neben dem allgemeinen Wachdienst hatte jeder Wachoffizier eine spezifische technische Verantwortung. Der Erste Wachoffizier war als Torpedooffizier für die Hauptbewaffnung zuständig. Der Zweite Wachoffizier übernahm die Rolle des Artillerieoffiziers und war für die Wartung und den Einsatz der Deckskanone sowie der Flugabwehrkanonen verantwortlich. Oft fungierte der Zweite Wachoffizier auch als Nachrichtenoffizier oder war für die Verpflegung und die Lastenverwaltung zuständig.
 
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| colspan="3" | Der Wachoffizier war für die Koppelnavigation zuständig. Er berechnete regelmäßig den Standort des Bootes basierend auf Kurs und Geschwindigkeit und trug diese Daten in die Seekarte ein. Zudem war er verpflichtet, das Kriegstagebuch oder das Schachtel-Logbuch während seiner Wache penibel zu führen. Jede Kursänderung, jede Sichtung und jede Wetterveränderung musste zeitgenau dokumentiert werden, da diese Unterlagen nach der Rückkehr vom Befehlshaber der Unterseeboote ausgewertet wurden.
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| colspan="3" | Der Dritte Wachoffizier war eine Position, die vor allem auf den größeren Booten vom Typ IX oder gegen Ende des Krieges auf den neuen Booten vom Typ XXI sowie auf speziell ausgerüsteten Frontbooten besetzt wurde. In der Hierarchie stand er unter dem Zweiten Wachoffizier und war meist der jüngste Offizier an Bord, oft ein Leutnant zur See
 
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| colspan="3" | Auch erfahrene Obersteuermänner (die zum Korps der Deckoffiziere gehörten), wurden häufig als Dritter Wachoffizier eingesetzt, insbesondere wenn kein dritter Seeoffizier aus den jungen Jahrgängen zur Verfügung stand
 
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| colspan="3" | Neben dem allgemeinen Wachdienst hatte jeder Wachoffizier eine spezifische technische Verantwortung. Der Erste Wachoffizier war als Torpedooffizier für die Hauptbewaffnung zuständig. Der Zweite Wachoffizier übernahm die Rolle des Artillerieoffiziers und war für die Wartung und den Einsatz der Deckskanone sowie der Flugabwehrkanonen verantwortlich. Oft fungierte der Zweite Wachoffizier auch als Nachrichtenoffizier oder war für die Verpflegung und die Lastenverwaltung zuständig.
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| colspan="3" | Die Ausbildung für Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 begann nach der Seeoffizier-Hauptprüfung und den technischen Fachlehrgängen. Bevor ein Offizier als Wachoffizier auf ein Frontboot kam, durchlief er die praktische Ausbildung bei einer Unterseeboot-Lehrdivision. Dort lernte er in der Ostsee die Handhabung des Bootes in der Praxis. Junge Leutnants begannen ihre Laufbahn meist als Zweite Wachoffiziere, um unter einem erfahrenen Kommandanten und einem Ersten Wachoffizier zu lernen.
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| colspan="3" | Der Dritte Wachoffizier war eine Position, die vor allem auf den größeren Booten vom Typ IX oder gegen Ende des Krieges auf den neuen Booten vom Typ XXI sowie auf speziell ausgerüsteten Frontbooten besetzt wurde. In der Hierarchie stand er unter dem Zweiten Wachoffizier und war meist der jüngste Offizier an Bord, oft ein Leutnant zur See
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| colspan="3" | I. W.O.: Er war der Torpedo-Offizier und verantwortlich für die Berechnung der Angriffsdaten beim Überwasserangriff. Er führte das „Schussbuch“.
 
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen dokumentiert die Dienststellung als W.O. die praktische Führungsbewährung an der Front. Besonders die Ernennung zum I. W.O. kennzeichnete den Offizier als unmittelbar „kommandantengeeignet“.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 320 || colspan="3" | Die Taktischen Anweisungen für Unterseeboote regeln die Aufgabenverteilung, wenn ein dritter Seeoffizier an Bord war.
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Rechte und Pflichten der Wachoffiziere an Bord von Kriegsschiffen.
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 415 || colspan="3" | Das Lehrbuch für den Nachrichtendienst der Kriegsmarine beschreibt die spezifischen Pflichten des Nachrichtenoffiziers, die oft vom Dritten Wachoffizier wahrgenommen wurden.
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| BArch RM 20 / 1215 || colspan="3" | Akten der Inspektion des Unterseebootwesens, welche die Ausbildungsrichtlinien für Wachoffiziere festlegen.
 
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 151 || colspan="3" | Diese Vorschrift regelt die Einsatzmöglichkeiten von Deckoffizieren in Offiziersfunktionen auf Unterseebooten.
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| Marine-Dienstvorschrift Nummer 320 || colspan="3" | In den Taktischen Anweisungen für Unterseeboote ist festgelegt, wie die Brückenwache durch den Obersteuermann als Wachoffizier zu führen war.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, zur Hierarchie und Stellenbesetzung auf U-Booten).
 
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Aktuelle Version vom 8. Februar 2026, 18:06 Uhr

Datenblatt Wachoffizier
Der Wachoffizier war das ausführende Organ der Schiffsführung auf einem Unterseeboot. Er trug während seiner achtstündigen Wache die unmittelbare Verantwortung für die Sicherheit des Bootes, die Navigation und den Ausguck. Auf einem Standardboot vom Typ VII C gab es in der Regel zwei Seeoffiziere in dieser Funktion: den Ersten Wachoffizier und den Zweiten Wachoffizier.
Historischer Kontext & Organisation
Dienst auf der Brücke und Sicherheit:
Die Hauptaufgabe während der Überwasserfahrt war der Wachdienst auf der Brücke. Der Wachoffizier führte die Brückenwache, die meist aus vier Ausgucken bestand. Er war dafür verantwortlich, dass das Boot rechtzeitig auf feindliche Schiffe oder Flugzeuge reagierte. Bei Gefahr gab er den Befehl zum Alarmtauchen. Er musste sicherstellen, dass die Brückenwache das Boot innerhalb von etwa 30 Sekunden verließ und die Turmluke sicher verriegelt wurde. Seine Augen waren das Überleben des Bootes.
Navigation und Logbuchführung:
Der Wachoffizier war für die Koppelnavigation zuständig. Er berechnete regelmäßig den Standort des Bootes basierend auf Kurs und Geschwindigkeit und trug diese Daten in die Seekarte ein. Zudem war er verpflichtet, das Kriegstagebuch oder das Schachtel-Logbuch während seiner Wache penibel zu führen. Jede Kursänderung, jede Sichtung und jede Wetterveränderung musste zeitgenau dokumentiert werden, da diese Unterlagen nach der Rückkehr vom Befehlshaber der Unterseeboote ausgewertet wurden.
Spezialisierte Fachaufgaben:
Neben dem allgemeinen Wachdienst hatte jeder Wachoffizier eine spezifische technische Verantwortung. Der Erste Wachoffizier war als Torpedooffizier für die Hauptbewaffnung zuständig. Der Zweite Wachoffizier übernahm die Rolle des Artillerieoffiziers und war für die Wartung und den Einsatz der Deckskanone sowie der Flugabwehrkanonen verantwortlich. Oft fungierte der Zweite Wachoffizier auch als Nachrichtenoffizier oder war für die Verpflegung und die Lastenverwaltung zuständig.
Ausbildungsweg zum Wachoffizier:
Die Ausbildung für Offiziere der Crew 1937 und Crew 1938 begann nach der Seeoffizier-Hauptprüfung und den technischen Fachlehrgängen. Bevor ein Offizier als Wachoffizier auf ein Frontboot kam, durchlief er die praktische Ausbildung bei einer Unterseeboot-Lehrdivision. Dort lernte er in der Ostsee die Handhabung des Bootes in der Praxis. Junge Leutnants begannen ihre Laufbahn meist als Zweite Wachoffiziere, um unter einem erfahrenen Kommandanten und einem Ersten Wachoffizier zu lernen.
Der Dritte Wachoffizier war eine Position, die vor allem auf den größeren Booten vom Typ IX oder gegen Ende des Krieges auf den neuen Booten vom Typ XXI sowie auf speziell ausgerüsteten Frontbooten besetzt wurde. In der Hierarchie stand er unter dem Zweiten Wachoffizier und war meist der jüngste Offizier an Bord, oft ein Leutnant zur See
Auch erfahrene Obersteuermänner (die zum Korps der Deckoffiziere gehörten), wurden häufig als Dritter Wachoffizier eingesetzt, insbesondere wenn kein dritter Seeoffizier aus den jungen Jahrgängen zur Verfügung stand
Siehe : I. Wachoffizier - II. Wachoffizier - III. Wachoffizier
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Spezifische Aufgaben:
I. W.O.: Er war der Torpedo-Offizier und verantwortlich für die Berechnung der Angriffsdaten beim Überwasserangriff. Er führte das „Schussbuch“.
II. W.O.: Er war oft der Nachrichten- und Flak-Offizier. Er leitete die Flak-Bedienungen im Falle einer Flak-Abwehr und verwaltete die Geheimsachen.
Ausbildungsstufe: Die Zeit als W.O. war die essenzielle Voraussetzung, um später selbst Fahrschüler und schließlich Kommandant zu werden.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen dokumentiert die Dienststellung als W.O. die praktische Führungsbewährung an der Front. Besonders die Ernennung zum I. W.O. kennzeichnete den Offizier als unmittelbar „kommandantengeeignet“.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Rechte und Pflichten der Wachoffiziere an Bord von Kriegsschiffen.
BArch RM 20 / 1215 Akten der Inspektion des Unterseebootwesens, welche die Ausbildungsrichtlinien für Wachoffiziere festlegen.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. (Band III, zur Hierarchie und Stellenbesetzung auf U-Booten).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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