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Geschützführerlehrgang: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Ein Geschützführerlehrgang war eine fachspezifische Ausbildung der Marineartillerie, die Unteroffiziere (oder erfahrene Unteroffiziersanwärter) dazu qualifizierte, ein einzelnes Geschütz sowie dessen Bedienmannschaft (Geschützgruppe) taktisch und technisch selbstständig zu führen.
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| colspan="3" | Ein Geschützführerlehrgang war eine fachspezifische Elite-Ausbildung der Marineartillerie, die Unteroffiziere dazu qualifizierte, ein einzelnes Geschütz sowie dessen Bedienmannschaft taktisch und technisch selbstständig zu führen. Von der Kaiserlichen Marine über die hochselektive Reichsmarine bis zur Kriegsmarine bildete dieser Lehrgang das Rückgrat der artilleristischen Kampfkraft. Der Geschützführer war der direkte Verantwortliche für die Feuergeschwindigkeit, Treffgenauigkeit und technische Einsatzbereitschaft seiner Waffe unter Gefechtsbedingungen.
 
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| colspan="3" | Waffentechnik: Tiefgehende Kenntnisse über den Aufbau, die Mechanik und die Wartung des jeweiligen Geschütztyps (z. B. 2-cm-Flak bis hin zu schweren 15-cm-SK).
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| Waffentechnik: || colspan="3" | Tiefgehende Kenntnisse über Aufbau, Mechanik und Wartung; Spektrum von der 2-cm-Flak bis hin zur schweren 15-cm-SK (Schnelladekanone).
 
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| colspan="3" | Feuerleitung: Ausbildung im Schießen nach Zielwerten, aber auch im direkten Richten, falls die zentrale Feuerleitung ausfiel.
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| Feuerleitung: || colspan="3" | Ausbildung im Schießen nach zentralen Zielwerten sowie im autarken direkten Richten bei Ausfall der schiffseigenen Feuerleitanlagen.
 
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| colspan="3" | Mannschaftsführung: Drill und Koordination der Geschützbedienung (Ladeschützen, Richtschützen, Munitionskanoniere), um maximale Schussfolgen unter Stress zu erreichen.
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| Mannschaftsführung: || colspan="3" | Drill der Geschützgruppe (Lade-, Richtschützen, Munitionskanoniere) zur Erreichung maximaler Schussfolgen unter psychischem und physischem Stress.
 
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| colspan="3" | Munitionskunde: Handhabung verschiedener Granattypen (Spreng, Panzer, Leucht) und Zündereinstellungen.
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| Munitionskunde: || colspan="3" | Fachwissen über Spreng-, Panzer- und Leuchtgranaten sowie die präzise Zündereinstellung (Tempierung) für unterschiedliche Zielprofile.
 
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| colspan="3" | Standort: Diese Lehrgänge fanden an den Marineartillerieschulen (M.A.S.) statt, vor allem in Kiel-Wik, Sassnitz oder an der Küstenartillerieschule in Swinemünde.
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| Standorte: || colspan="3" | Durchführung an den Marineartillerieschulen (M.A.S.) in Kiel-Wik, Saßnitz oder der Küstenartillerieschule in Swinemünde (Fort an der Rega).
 
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! colspan="3" | Historische Entwicklung & U-Boot-Spezifik
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| colspan="3" | Deckskanone & Flak: Auf U-Booten war der Geschützführer (meist ein Artillerie-Maat) verantwortlich für das reibungslose Funktionieren der Deckskanone oder der Flak-Geschütze auf dem „Wintergarten“.
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| Kaiserliche Marine: || colspan="3" | Fokus auf schweren Turmgeschützen und der Einführung erster Flugabwehr-Lehrgänge für Marine-Artilleristen ab 1914.
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| Reichsmarine: || colspan="3" | Phase extremer personeller Auslese; jeder Geschützführer musste als "Lehrer" fungieren können, um den Kaderwert der 15.000-Mann-Marine zu sichern.
 
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| colspan="3" | Einsatz unter Extrembedingungen: Er musste sicherstellen, dass die Geschütze trotz Salzwasser und ständigen Tauchmanövern jederzeit klargemacht werden konnten.
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| U-Boot-Waffe: || colspan="3" | Besondere Schulung zur Wartung der Deckskanonen unter Extrembedingungen (Salzwasserkorrosion/Druckfestigkeit); Sicherstellung der "Klarheit" nach dem Auftauchen.
 
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| colspan="3" | Spezialisierung: In der Spätphase des Krieges gab es spezielle Lehrgänge für die neuen 3,7-cm-Flak-Systeme, um die Boote besser gegen die alliierte Luftüberlegenheit zu schützen.
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| Spätphase (ab 1943): || colspan="3" | Speziallehrgänge für neue 3,7-cm-Flak-Systeme (M42) und 2-cm-Vierlinge zur Abwehr der alliierten Luftüberlegenheit über der Biskaya.
 
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten. Belegt die Teilnahme und das Ergebnis des Lehrgangs, oft mit dem Zusatz des Kalibers (z. B. „f. 8,8 cm SK“).
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| BArch PERS 6 || colspan="3" | Personalakten: Belegt die erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang, oft spezifiziert nach Kalibergruppen (z. B. „f. 8,8 cm SK“ oder „f. schwere Flak“).
 
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| BArch RM 20 || colspan="3" | Schulen der Marine. Enthält Lehrgangspläne und Prüfungslisten der Marineartillerieschulen.
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| BArch RM 20 || colspan="3" | Schulen der Marine: Enthält detaillierte Lehrgangspläne, Munitionsverbrauchstabellen und Prüfungslisten der Marineartillerieschulen.
 
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| BArch RM 11 || colspan="3" | Inspektion der Marineartillerie. Dokumentiert die technischen Anforderungen und die Schießvorschriften für Geschützführer.
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| BArch RM 11 || colspan="3" | Inspektion der Marineartillerie: Dokumentiert die technischen Anforderungen, Schießvorschriften und die Auswertung von Gefechtsberichten.
 
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, Walter - Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945. Band 2, Abschnitt Marine-Artillerie.
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| Lohmann / Hildebrand || colspan="3" | "Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945" (Band 2, Abschnitt Marine-Artillerie: Ausbildung und Gliederung der Batterien).
 
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe. (Technische Ausstattung der Geschützstationen).
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| Rössler, Eberhard || colspan="3" | "Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe" (Technische Details zur Druckfestigkeit und Bedienung der Geschützstationen).
| Marinedienstvorschrift Nr. 170 || colspan="3" | Artillerie-Vorschrift für die Kriegsmarine. (Details zur Ausbildung der Geschützführer).
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| M.Dv. 170 || colspan="3" | "Artillerie-Vorschrift für die Kriegsmarine" (Zentrale Dienstvorschrift für die Ausbildung der Geschützführer und Mannschaften).
 
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Aktuelle Version vom 27. Februar 2026, 14:55 Uhr

Ausbildung Geschützführerlehrgang (Marineartillerie)
Ein Geschützführerlehrgang war eine fachspezifische Elite-Ausbildung der Marineartillerie, die Unteroffiziere dazu qualifizierte, ein einzelnes Geschütz sowie dessen Bedienmannschaft taktisch und technisch selbstständig zu führen. Von der Kaiserlichen Marine über die hochselektive Reichsmarine bis zur Kriegsmarine bildete dieser Lehrgang das Rückgrat der artilleristischen Kampfkraft. Der Geschützführer war der direkte Verantwortliche für die Feuergeschwindigkeit, Treffgenauigkeit und technische Einsatzbereitschaft seiner Waffe unter Gefechtsbedingungen.
Inhalte und Schwerpunkte
Waffentechnik: Tiefgehende Kenntnisse über Aufbau, Mechanik und Wartung; Spektrum von der 2-cm-Flak bis hin zur schweren 15-cm-SK (Schnelladekanone).
Feuerleitung: Ausbildung im Schießen nach zentralen Zielwerten sowie im autarken direkten Richten bei Ausfall der schiffseigenen Feuerleitanlagen.
Mannschaftsführung: Drill der Geschützgruppe (Lade-, Richtschützen, Munitionskanoniere) zur Erreichung maximaler Schussfolgen unter psychischem und physischem Stress.
Munitionskunde: Fachwissen über Spreng-, Panzer- und Leuchtgranaten sowie die präzise Zündereinstellung (Tempierung) für unterschiedliche Zielprofile.
Standorte: Durchführung an den Marineartillerieschulen (M.A.S.) in Kiel-Wik, Saßnitz oder der Küstenartillerieschule in Swinemünde (Fort an der Rega).
Historische Entwicklung & U-Boot-Spezifik
Kaiserliche Marine: Fokus auf schweren Turmgeschützen und der Einführung erster Flugabwehr-Lehrgänge für Marine-Artilleristen ab 1914.
Reichsmarine: Phase extremer personeller Auslese; jeder Geschützführer musste als "Lehrer" fungieren können, um den Kaderwert der 15.000-Mann-Marine zu sichern.
U-Boot-Waffe: Besondere Schulung zur Wartung der Deckskanonen unter Extrembedingungen (Salzwasserkorrosion/Druckfestigkeit); Sicherstellung der "Klarheit" nach dem Auftauchen.
Spätphase (ab 1943): Speziallehrgänge für neue 3,7-cm-Flak-Systeme (M42) und 2-cm-Vierlinge zur Abwehr der alliierten Luftüberlegenheit über der Biskaya.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch PERS 6 Personalakten: Belegt die erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang, oft spezifiziert nach Kalibergruppen (z. B. „f. 8,8 cm SK“ oder „f. schwere Flak“).
BArch RM 20 Schulen der Marine: Enthält detaillierte Lehrgangspläne, Munitionsverbrauchstabellen und Prüfungslisten der Marineartillerieschulen.
BArch RM 11 Inspektion der Marineartillerie: Dokumentiert die technischen Anforderungen, Schießvorschriften und die Auswertung von Gefechtsberichten.
Literaturverweise
Lohmann / Hildebrand "Die deutsche Kriegsmarine 1939-1945" (Band 2, Abschnitt Marine-Artillerie: Ausbildung und Gliederung der Batterien).
Rössler, Eberhard "Die deutschen U-Boote und ihre Hilfsschiffe" (Technische Details zur Druckfestigkeit und Bedienung der Geschützstationen).
M.Dv. 170 "Artillerie-Vorschrift für die Kriegsmarine" (Zentrale Dienstvorschrift für die Ausbildung der Geschützführer und Mannschaften).
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ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132