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Marineartilleriezeugamt Wilhelmshaven: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Das Marineartilleriedepot Wilhelmshaven, seit 1935 Marineartilleriezeugamt, ab 1943 Marineartilleriearsenal, ging von der Kaiserlichen Marine in die Reichsmarine über. Zeitweilig bestanden Nebendienststellen in Aurich, Emden, Hülsen und Harlingen sowie auf Wangerooge, Helgoland, Borkum und Norderney.
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| colspan="3" | Das Marineartilleriezeugamt Wilhelmshaven (M.A.Za.) war eine zentrale logistische Dienststelle der Marine an Land, die für die Verwaltung, Instandhaltung und Bereitstellung von Waffenmaterial und Munition im Nordseeraum verantwortlich war.
 
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| colspan="3" | Die Marineartilleriedepots führten vom 01.10.1935 (MVBl. 1935, Seite 186) an die Bezeichnung Marine-Artilleriezeugamt (M.A.Za.), der Vorstand ab 1941 den Titel Kommandeur. Eine weitere Umbenennung der Marineartilleriezeugämter erfolgte durch Erlaß des O.K.M. Skl Qu II org vom 20.07.1943. Die die Marineartilleriezeugämter betreffenden Ausführungen besagen:
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| colspan="3" | Entwicklung: Die Dienststelle entwickelte sich aus den Munitionsdepots der Kaiserlichen Marine und wurde in der Reichsmarine als fester Bestandteil der landseitigen Rüstungsorganisation etabliert. Ab 1935 expandierte das Amt massiv, um den Bedarf der wachsenden Kriegsmarine zu decken.
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| colspan="3" | Struktur: Als Fachbehörde im Bereich der Marinestation der Nordsee war das Zeugamt für sämtliche Geschütze (See-, Küstenartillerie und Flak), Visiereinrichtungen und die zugehörige Munition zuständig.
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| colspan="3" | Außenstellen: Ihm unterstanden weitläufige Munitionsanstalten im Umland von Wilhelmshaven sowie spezialisierte Werkstätten innerhalb des Werftgeländes.
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| colspan="3" | Funktion: Das M.A.Za. fungierte als Bindeglied zwischen der Rüstungsindustrie und der aktiven Truppe, indem es Waffen technisch abnahm, lagerte und bei Bedarf an die Einheiten ausgab.
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| colspan="3" | Munitionshub: Alle U-Boote, die zur Frontfahrt aus der Nordsee ausliefen, bezogen ihre Bordmunition (Granaten für Geschütze und MG-Munition) über die Logistikkette des M.A.Za. Wilhelmshaven.
 
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| colspan="3" | "Die Ausweitung der Organisation des Artillerie- und Sperrwaffenwesens, die Entstehung der Torpedoarsenale und die entsprechende Organisationsänderung des Nachrichtenwesens zwingen zu einer Klärung und Vereinheitlichung der Organisation aller Dienststellen des Waffenwesens. Mit sofortiger Wirkung wird daher angeordnet:
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| colspan="3" | Technische Aufsicht: Der Betriebsoffizier des Zeugamtes koordinierte die technische Prüfung der Waffenanlagen an Bord, um die Funktionssicherheit im Gefecht zu gewährleisten.
 
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| colspan="3" | 1. Die Marineartilleriezeugämter werden in Artilleriearsenale umbenannt (Artillerie Arsenal).
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| colspan="3" | 2. Die bisherigen Dienststellen der Marineartilleriezeugämter erhalten die Bezeichnung Artilleriewaffenkommando (Art.Wa.Ko.). Sie werden hiermit (im Gegensatz zu ihrer bisherigen Einstufung) selbständige Dienststellen.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | 3. Die Errichtung von Zweigstellen der Artilleriewaffenkommandos (nicht selbständiger Dienststellen) ist beim Artilleriewaffenwesen nicht vorgesehen.
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| colspan="3" | 4. Die bisherige Inspektion der Marineartilleriezeugämter erhält entsprechend den Artilleriearsenalen die Bezeichnung Artilleriearsenalinspektion (Ars.J.).
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Organisation und die Aufgaben der Artilleriezeugämter im Heimatgebiet.
 
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| colspan="3" | 5. An der Spitze eines Waffenarsenals steht ein Kommandant, an der Spitze eines Waffenkommandos ein Chef, an der Spitze eines Waffenbetriebes steht ein Leiter.
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Akten über die Lagerung, Wartung und Zuweisung von Marinemunition im Bereich Wilhelmshaven.
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Unterlagen zur personellen Besetzung der technischen Dienststellen an Land im Wehrkreis X.
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Personal. (Band II, Kapitel zur Organisation der Marineartillerie-Arsenale).
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| Harnack, Wolfgang || colspan="3" | Die Verteidigung der Küsten. (Beschreibt die logistischen Abläufe zwischen Zeugämtern und den schwimmenden Verbänden).
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien. (Kontext zur Bedeutung Wilhelmshavens als Hauptausrüstungshafen der Marine).
 
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Aktuelle Version vom 8. Februar 2026, 14:17 Uhr

Datenblatt Marineartilleriezeugamt Wilhelmshaven
Das Marineartilleriezeugamt Wilhelmshaven (M.A.Za.) war eine zentrale logistische Dienststelle der Marine an Land, die für die Verwaltung, Instandhaltung und Bereitstellung von Waffenmaterial und Munition im Nordseeraum verantwortlich war.
Historischer Kontext & Organisation
Entwicklung: Die Dienststelle entwickelte sich aus den Munitionsdepots der Kaiserlichen Marine und wurde in der Reichsmarine als fester Bestandteil der landseitigen Rüstungsorganisation etabliert. Ab 1935 expandierte das Amt massiv, um den Bedarf der wachsenden Kriegsmarine zu decken.
Struktur: Als Fachbehörde im Bereich der Marinestation der Nordsee war das Zeugamt für sämtliche Geschütze (See-, Küstenartillerie und Flak), Visiereinrichtungen und die zugehörige Munition zuständig.
Außenstellen: Ihm unterstanden weitläufige Munitionsanstalten im Umland von Wilhelmshaven sowie spezialisierte Werkstätten innerhalb des Werftgeländes.
Funktion: Das M.A.Za. fungierte als Bindeglied zwischen der Rüstungsindustrie und der aktiven Truppe, indem es Waffen technisch abnahm, lagerte und bei Bedarf an die Einheiten ausgab.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Ausrüstung und Bewaffnung: Das Zeugamt war für die Erst- und Wiederbewaffnung der U-Boote mit Deckgeschützen und Flak-Waffen im Bereich der Nordseehäfen (Wilhelmshaven, Bremen, Emden) zuständig.
Munitionshub: Alle U-Boote, die zur Frontfahrt aus der Nordsee ausliefen, bezogen ihre Bordmunition (Granaten für Geschütze und MG-Munition) über die Logistikkette des M.A.Za. Wilhelmshaven.
Technische Aufsicht: Der Betriebsoffizier des Zeugamtes koordinierte die technische Prüfung der Waffenanlagen an Bord, um die Funktionssicherheit im Gefecht zu gewährleisten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Organisation und die Aufgaben der Artilleriezeugämter im Heimatgebiet.
BArch RM 121 / 162 Akten über die Lagerung, Wartung und Zuweisung von Marinemunition im Bereich Wilhelmshaven.
BArch RM 121 / 642 Unterlagen zur personellen Besetzung der technischen Dienststellen an Land im Wehrkreis X.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945. Gliederung, Einsatz, Personal. (Band II, Kapitel zur Organisation der Marineartillerie-Arsenale).
Harnack, Wolfgang Die Verteidigung der Küsten. (Beschreibt die logistischen Abläufe zwischen Zeugämtern und den schwimmenden Verbänden).
Hildebrand, Hans H. Die deutschen Kriegsschiffe: Biographien. (Kontext zur Bedeutung Wilhelmshavens als Hauptausrüstungshafen der Marine).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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