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Fink II: Unterschied zwischen den Versionen

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| || colspan="3" | '''Fink II''' lautete der Tarnname des am Rüschkanal auf Finkenwerder gelegenen U-Boot-Bunkers, der 1941 bis 1944 auf dem Gelände der Deutschen Werft gebaut wurde.
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| || colspan="3" | Der Nassbunker Fink II wurde 1940 geplant. Sein Bau wurde auf dem Gelände der Deutschen Werft im März 1941 begonnen. Er bestand zunächst aus zwei Nassboxen, in die jeweils drei U-Boote passten. Kurze Zeit später, im Sommer 1941, entstanden auf Befehl des OKM zwei weitere Boxen. Als die Fertigstellung des Bunkers 1942 kurz bevorstand, erhielt die Bauleitung (eine Arbeitsgemeinschaft der Firmen Wayss & Freytag und Beton- und Monierbau AG) den Auftrag, eine fünfte Box hinzuzufügen. Dadurch konnten die Bauarbeiten am Bunker Fink II erst 1944 als abgeschlossen gelten.
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! Bauwerk
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! '''U-Boot-Bunker Fink II (Hamburg)'''
 
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| || colspan="3" | Der Bunker wurde auf Land gebaut, und nach seiner Fertigstellung der neue Rüschkanal ausgehoben.
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| colspan="3" | Fink II (Tarnname) war ein Nassbunker am Rüschkanal auf dem Gelände der Deutschen Werft in Hamburg-Finkenwerder. Er diente primär als Reparatur-, Montage- und Ausrüstungsbunker, war jedoch Schauplatz von 114 Stapelläufen. Aufgrund seiner massiven Bauweise diente er zudem als Luftschutzraum für Tausende Zivilisten. Heute ist die Ruine als Mahnmal in den Rüschpark integriert.
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! colspan="3" | Baudaten & Technische Konstruktion
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| Bauzeit: || colspan="3" | März 1941 bis 1944 (Arbeitsgemeinschaft Wayss & Freytag / Beton- und Monierbau AG).
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| Kapazität: || colspan="3" | 5 Nassboxen für insgesamt 15 U-Boote.
 
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| || colspan="3" | Für den Bunker mit der Kapazität für 15 U-Boote wurden insgesamt 130.000 m³ Stahlbeton mit einem Gewicht von 263.000 Tonnen verbaut. Mit einer Länge von 151 m, Breite von 153 m und einer Deckenstärke bis zu 3,6 m ist er größer als der U-Boot-Bunker Elbe II und der U-Boot-Bunker [[Kilian (Bunker)|Kilian]] (Kiel). Er ist kleiner als der U-Boot-Bunker [[Valentin (Bunker)|Valentin]], der mit einer Länge von 426 m als der größte Bunker Deutschlands und der weltweit zweitgrößte gilt.
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| Dimensionen: || colspan="3" | Länge: 151 m / Breite: 153 m / Deckenstärke: bis zu 3,6 m Stahlbeton (ca. 263.000 t Gesamtgewicht).
 
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| || colspan="3" | Der Bunker Fink II wurde als Werftanlage geplant und war in erster Linie ein Reparatur- und Montagebunker. Es wurden dort Restarbeiten an in anderen Werften gebauten Schiffen, Ausrüstungsarbeiten sowie – insbesondere gegen Ende des Krieges – Reparaturen durchgeführt. Aber auch neue U-Boote wurden dort gebaut: So liefen hier 114 U-Boote vom Stapel, die meisten vom Typ VII C. Zur Arbeit wurden ab 1941 zunehmend Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge herangezogen. Auf dem Bunker befanden sich zur Abwehr von Tieffliegerangriffen 3 Flugzeugabwehrkanonen (Flak) Kaliber 37 mm.
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| Gründung: || colspan="3" | Komplexes Fundament mittels Pfahlgründung im weichen Elbmarschboden. Der Bau erfolgte "im Trockenen", der Rüschkanal wurde erst nach Fertigstellung geflutet.
 
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| || colspan="3" | 1945 griffen die Alliierten die Hamburger Hafenanlage an. Ein erster amerikanischer Angriff blieb folgenlos. Schwere Schäden richtete jedoch ein englischer Angriff an.
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| Bewaffnung: || colspan="3" | Zur Nahbereichsverteidigung gegen Tiefflieger befanden sich 3 x 3,7-cm Flak-Geschütze auf dem Bunkerdach.
 
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| || colspan="3" | Während der Luftangriffe wurde der Bunker auch von Zivilpersonen als Luftschutzbunker genutzt.
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| || colspan="3" | In der Nacht vom 08. auf den 09.04.1945 warf das RAF Bomber Command mit 440 Flugzeugen 1491 t Bomben auf die Hafenanlagen von Hamburg ab. Dabei werden u. a. [[U 2509]], [[U 2514]] und [[U 3512]] sowie 6 Handelsschiffe mit 8.531 BRT versenkt und das bereits beschädigte Neubauboot [[U 2550]] auf der Helling zerstört. Anderen Quellen zufolge versenkten sich die genannten U-Boote selbst.
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| || colspan="3" | Am 09.04.1945 wurde der Bunker Fink II von einem Geschwader bestehend aus 40 Flugzeugen der RAF angegriffen (Gruppen Nr. 5 und 17 und Lancaster der No. 617 Squadron). Dabei wurden Bomben des Typs Grand Slam und Tallboy (Super schwere Blockbuster-Bomben) verwendet.
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! colspan="3" | Werftbetrieb & Zwangsarbeit
 
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| || colspan="3" | Die Bomben schlugen sechs Löcher in die drei Meter starke Decke.
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| || colspan="3" | Fünf Flugzeuge gingen verloren. Durch die Explosionswirkung eines Volltreffers sank innerhalb des Bunkers ein Hebewerk mit den darin befindlichen Booten [[U 677]] und [[U 982]].
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| Produktion: || colspan="3" | 114 Stapelläufe (vorwiegend Typ VII C). Letzter Stapellauf am 18.04.1945 ([[U 2371]]).
 
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| || colspan="3" | Der Bunker wurde wegen seines hohen Sicherheitspotenzials während dieses Angriffs von etwa 3.000 Personen als Luftschutzbunker genutzt. Von diesen Zivilisten starben vermutlich 58, über 120 wurden schwer- und leichtverletzt.
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| Funktion: || colspan="3" | Durchführung von Restarbeiten, Endausrüstung und komplexen Reparaturen an Frontbooten.
 
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| || colspan="3" | Neun Tage nach dem Luftangriff, am 18.04.1945, also drei Wochen vor Kriegsende, erfolgte der letzte Stapellauf (das U-Boot [[U 2371]]).
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| Arbeitseinsatz: || colspan="3" | Massiver Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen (Lager „Rüschkanal“). KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Hamburg-Finkenwerder (KZ Neuengamme) wurden für gefährlichste Bau- und Trümmerarbeiten herangezogen.
 
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| || colspan="3" | Am 17.10.1945 sprengten die Briten den Bunker. Durch die Detonation stürzten innere Stützwände und Teile des bis dahin noch intakten Daches ein. Eine komplette Beseitigung war jedoch nicht möglich, die Seitenwände des Bunkers sowie die Trennwände der Boxen blieben zunächst erhalten. Weitere Maßnahmen führte man Anfang der 1960er Jahre durch: Bis auf eine Höhe von +5,70 m NN wurde die Bunkerruine abgetragen, die Kammern zugeschüttet. Bis zur Schließung der Deutschen Werft im Jahre 1973 war die Ruine noch sichtbar. Komplett zugeschüttet wurde der Bunker dann in den 1980ern. 1996 wurde die Fläche für den Rüschpark mit Aussichtshügel erhöht. Die Ruine war nicht mehr zu sehen.
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| || colspan="3" | Heute ist der ehemalige U-Boot-Bunker Fink II zum zeitgenössischen Denkmal umgestaltet. Nachdem es sich als zu kostenaufwendig erwies, die Reste des Bunkers zu beseitigen, beschloss 2004 die mit dem Bau der Airbus-Start- und Landebahn beauftragte Realisierungsgesellschaft (ReGe), einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Der daraus siegreich hervorgegangene Entwurf stammt von den beiden Hamburger Architektinnen Anja Bremer und Beate Kirsch (Kirsch + Bremer Artandarchitecture). Das Denkmal Bunkerruine wurde am 26.08.2006 als Mahnmal und Gedenkstätte nationalsozialistischer Opfer zusammen mit dem Rüschpark eröffnet. Durch schwarze Schottersteine wird die Dimension des ehemaligen Bunkers im Gelände erkennbar und die Denkmalsanlage ist mit künstlerischen Elementen und mehreren Informationstafeln ausgestattet.
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| Luftangriff: || colspan="3" | 08./09.04.1945: Schwerer RAF-Angriff. Versenkung von [[U 2509]], [[U 2514]] und [[U 3512]] im Bunkerbereich.
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| Tallboy-Einschlag: || colspan="3" | 09.04.1945: Angriff mit Spezialbomben (Tallboy / Grand Slam). Sechs Deckendurchschläge; Versenkung von [[U 677]] und [[U 982]] durch Absinken eines Hebewerks in Box 5.
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| Zivilschäden: || colspan="3" | Nutzung als Luftschutzraum für ca. 3.000 Zivilisten. Ca. 58 Tote und über 120 Verletzte durch Direkttreffer während der Angriffe im April 1945.
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| Demontage: || colspan="3" | 17.10.1945: Teilsprengung durch britische Pioniere. In den 1960ern Abtragung bis auf +5,70 m NN und Zuschüttung der Kammern. Seit den 1980ern vollständig verfüllt.
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| Mahnmal: || colspan="3" | Eröffnung am 26.08.2006 (Entwurf Kirsch + Bremer). Die Dimensionen der Boxen werden durch schwarzen Schotter und künstlerische Informationstafeln im Rüschpark visualisiert.
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! colspan="3" | Quellenverweise - [https://invenio.bundesarchiv.de | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 121 || colspan="3" | Stammrollen und Werftberichte der Deutschen Werft AG, Hamburg-Finkenwerder.
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| BArch RL 4 || colspan="3" | Berichte der Luftwaffe über Flak-Einsätze und Schadensmeldungen im Bereich Finkenwerder.
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| Jan Heitmann || colspan="3" | "Boote unter Beton: Die Hamburger U-Boot-Bunker" (Detaillierte Darstellung von Elbe II und Fink II).
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| Ronald Ross || colspan="3" | "Die Hamburger U-Boot-Bunker im Zweiten Weltkrieg" (Umfassende Baugeschichte und Einsatztaktik).
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| Michael Grube || colspan="3" | "U-Boot-Bunker in Hamburg: Die Konstruktion der Schutzbauwerke" (Technischer Fokus auf Stahlbetonbau und Zerstörung).
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| style="text-align:center" colspan="3" | [mailto:ubootarchivwiki@gmail.com ubootarchivwiki@gmail.com] - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132
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Aktuelle Version vom 17. Februar 2026, 16:03 Uhr

Bauwerk U-Boot-Bunker Fink II (Hamburg)
Fink II (Tarnname) war ein Nassbunker am Rüschkanal auf dem Gelände der Deutschen Werft in Hamburg-Finkenwerder. Er diente primär als Reparatur-, Montage- und Ausrüstungsbunker, war jedoch Schauplatz von 114 Stapelläufen. Aufgrund seiner massiven Bauweise diente er zudem als Luftschutzraum für Tausende Zivilisten. Heute ist die Ruine als Mahnmal in den Rüschpark integriert.
Baudaten & Technische Konstruktion
Bauzeit: März 1941 bis 1944 (Arbeitsgemeinschaft Wayss & Freytag / Beton- und Monierbau AG).
Kapazität: 5 Nassboxen für insgesamt 15 U-Boote.
Dimensionen: Länge: 151 m / Breite: 153 m / Deckenstärke: bis zu 3,6 m Stahlbeton (ca. 263.000 t Gesamtgewicht).
Gründung: Komplexes Fundament mittels Pfahlgründung im weichen Elbmarschboden. Der Bau erfolgte "im Trockenen", der Rüschkanal wurde erst nach Fertigstellung geflutet.
Bewaffnung: Zur Nahbereichsverteidigung gegen Tiefflieger befanden sich 3 x 3,7-cm Flak-Geschütze auf dem Bunkerdach.
Werftbetrieb & Zwangsarbeit
Produktion: 114 Stapelläufe (vorwiegend Typ VII C). Letzter Stapellauf am 18.04.1945 (U 2371).
Funktion: Durchführung von Restarbeiten, Endausrüstung und komplexen Reparaturen an Frontbooten.
Arbeitseinsatz: Massiver Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen (Lager „Rüschkanal“). KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Hamburg-Finkenwerder (KZ Neuengamme) wurden für gefährlichste Bau- und Trümmerarbeiten herangezogen.
Kriegseinwirkung & Zerstörung
Luftangriff: 08./09.04.1945: Schwerer RAF-Angriff. Versenkung von U 2509, U 2514 und U 3512 im Bunkerbereich.
Tallboy-Einschlag: 09.04.1945: Angriff mit Spezialbomben (Tallboy / Grand Slam). Sechs Deckendurchschläge; Versenkung von U 677 und U 982 durch Absinken eines Hebewerks in Box 5.
Zivilschäden: Nutzung als Luftschutzraum für ca. 3.000 Zivilisten. Ca. 58 Tote und über 120 Verletzte durch Direkttreffer während der Angriffe im April 1945.
Nachkriegsgeschichte & Gedenkstätte
Demontage: 17.10.1945: Teilsprengung durch britische Pioniere. In den 1960ern Abtragung bis auf +5,70 m NN und Zuschüttung der Kammern. Seit den 1980ern vollständig verfüllt.
Mahnmal: Eröffnung am 26.08.2006 (Entwurf Kirsch + Bremer). Die Dimensionen der Boxen werden durch schwarzen Schotter und künstlerische Informationstafeln im Rüschpark visualisiert.
Quellenverweise - | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 Akten der Seekriegsleitung zum Bau von U-Boot-Schutzbunkern an der Nordseeküste.
BArch RM 121 Stammrollen und Werftberichte der Deutschen Werft AG, Hamburg-Finkenwerder.
BArch RL 4 Berichte der Luftwaffe über Flak-Einsätze und Schadensmeldungen im Bereich Finkenwerder.
Literaturverweise
Jan Heitmann "Boote unter Beton: Die Hamburger U-Boot-Bunker" (Detaillierte Darstellung von Elbe II und Fink II).
Ronald Ross "Die Hamburger U-Boot-Bunker im Zweiten Weltkrieg" (Umfassende Baugeschichte und Einsatztaktik).
Michael Grube "U-Boot-Bunker in Hamburg: Die Konstruktion der Schutzbauwerke" (Technischer Fokus auf Stahlbetonbau und Zerstörung).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
ubootarchivwiki@gmail.com - Andreas Angerer 39028 Magdeburg Postfach 180132