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Fernaufklärer-Gruppe 123: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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! Datenblatt
Aufgestellt am 01.11.1938 in Würzburg. Zu den bei der Mobilmachung bereits bestehenden drei F-Staffeln kamen 1943 eine 4. und 5. sowie 1944 eine 6. Staffel hinzu. Die 4. und 5. Staffel waren mit Me 109 ausgerüstet.
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! '''Fernaufklärer-Gruppe 123'''
 
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Stab- Eingesetzt zur Führung der Luftaufklärung 1939-1045 bei der Luftflotte 3, 1944/43 bei Luftwaffenkommando "West" (i. Westen); am 23.03.1945 in Schwäbisch Hall.
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1. Staffel (F)/123
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| colspan="3" | Die Fernaufklärer-Gruppe 123 war ein spezialisierter Aufklärungsverband der Luftwaffe, der während des Zweiten Weltkrieges eine zentrale Rolle bei der taktischen und strategischen Luftaufklärung über See sowie über feindlichem Territorium spielte. Die Gruppe operierte in enger Abstimmung mit den Seestreitkräften und lieferte unverzichtbare Daten über Schiffsbewegungen, Hafenanlagen und Wetterbedingungen im Atlantik sowie im Ärmelkanal.
Aufgestellt am 01.04.1936 in Grossenhain aus der 1./Aufklärungsgruppe 323. Am 1. Oktober 1937 zur 3. / Aufklärungs-Gruppe 23 umbenannt. Neu aufgestellt am 1. November 1938 in Würzburg aus der 1. / Aufklärungsgruppe 25. Im August 1938 verlegte die Staffel nach Ansbach und im Oktober 1939 nach Langendiebach. Im Juli 1940 folgte die Verlegung nach Toussus-le-Bruc. Ab 1941 Aufklärungsflüge über England (Ju 88 u. Me 110); am 29.03.1943 dem Angriffsführer England unterstellt (Ju 88 u. Fw 190); Ende 1943 Verlegung nach Italien; 27.08.1944 aufgelöst, später Neuaufstellung (Arado 234); April 1945 bei Luftwaffen-Kommando "West" (Schwäbisch Hall).
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2. Staffel (F)/123
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1939 Einsatz am Westwall (Do 17). 1940 Aufklärung über Frankreich und in der Schlacht um England für die Luftflotte 3, III. Flieger-Korps (Do 17 u. Ju 88); 1941/42 in Italien, Aufklärung über dem Mittelmeer und Nord-Afrika zunächst für das X. Flieger-Korps, dann für OB "Süd" (Ju 88) - weiterer Verbleib unbekannt.
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
3. Staffel (F)/123)
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1939 Aufklärung für die Luftflotte 3 über Südpolen (Do 17), danach für die Luftflotte. 3 Aufklärung am Westwall über Frankreich und in der Schlacht um England (Ju 88 u. Me 110);
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1941-1944 Seeaufklärung über dem Atlantik für Fliegerführer "Atlantik" (Ju 88), wurde zur Umrüstung auf die Ju 188 ins Reich verlegt, dort noch bis 26. März 1945.
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| colspan="3" | Aufstellung und Standorte: Die Gruppe wurde im Zuge der Mobilmachung 1939 aus bestehenden Aufklärungseinheiten formiert. Ihre Staffeln waren über den gesamten Westraum verteilt, wobei Stützpunkte wie Brest, Lannion und Buc in Frankreich sowie Stärken in Sizilien für den Mittelmeerraum genutzt wurden. Truppendienstlich unterstand die Gruppe verschiedenen Fliegerkorps, operativ jedoch häufig dem Fliegerführer Atlantik. Zum Einsatz kamen überwiegend zweimotorige Flugzeuge wie die Dornier Do 17, Junkers Ju 88 und später die Messerschmitt Me 410.
 
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4. Staffel (F)/123
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| colspan="3" | Aufgabenprofil: Die Kernaufgabe der Fernaufklärer-Gruppe 123 war die Überwachung der alliierten Geleitzugrouten und die Aufklärung der Invasionshäfen in Südengland. Die Besatzungen führten hochriskante Bildflüge durch, um Veränderungen im Schiffsraum und neue Verteidigungsanlagen zu dokumentieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Wettererkundung über dem Atlantik, die für die Planung von Marine- und Luftwaffenoperationen grundlegend war.
 
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Wurde Ende 1942 mit der Me 109 G aufgestellt und der Aufklärungs-Gruppe 123 unterstellt. Einsatz für die sehr schwierig gewordene Luftaufklärung über England.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: Mit der alliierten Landung in der Normandie 1944 und dem Verlust der französischen Stützpunkte wurde die Gruppe nach Deutschland zurückgezogen. In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war die Gruppe faktisch aufgelöst, wobei die verbliebenen Maschinen und Besatzungen in andere Aufklärungseinheiten eingegliedert oder zur Reichsverteidigung herangezogen worden waren. Die wertvollen Bildarchive der Gruppe wurden teilweise vor der Kapitulation vernichtet.
 
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5. Staffel (F)/123
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Etwas später als die 4. Staffel [Anfang (?) 1943] aufgestellt. Die 4. u. 5. Staffel wurden vermutlich bei der Invasion aufgerieben.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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6. Staffel (F)/123
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Am 27. Januar 1943 erfolgte die Umbenennung der 14. Staffel/KG 6 in 6. (F)/123 und ihr Einsatz als Höhenstaffel. (Ju 86). Aufklärung über England. Trat vermutlich Ende 1943 zum Versuchsverband des OB d. L. Am 17. Mai 1944 wurde die 3. Staffel/KG 60 umbenannt in 6. (F)/123 (Ju 88), Auflösung der Staffel am 7. September 1944.
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| colspan="3" | Einweisung von U-Boot-Rudeln: Die Fernaufklärer-Gruppe 123 war maßgeblich daran beteiligt, feindliche Geleitzüge im Ostatlantik und in der Biskaya aufzuspüren. Die Sichtmeldungen der Gruppe wurden über den Fliegerführer Atlantik unmittelbar an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) weitergegeben, der daraufhin die Aufstellung der U-Boot-Sperren koordinierte.
 
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(Aus Lexikon der Wehrmacht)
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| colspan="3" | Überwachung der Stützpunkt-Zufahrten: Die Aufklärungsergebnisse über britische Flottenbewegungen im Ärmelkanal ermöglichten es der U-Boot-Führung, sicherere Routen für die Überführung von Booten zwischen den Werften und den Frontflottillen in der Biskaya zu planen.
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| colspan="3" | Wetterdaten für den U-Boot-Krieg: Da die U-Boote auf See nur begrenzte Möglichkeiten zur Wetterbeobachtung hatten, waren die meteorologischen Daten der Fernaufklärer-Gruppe 123 entscheidend für die Planung von Angriffen und die Einschätzung der Seeausdauer der Boote in stürmischen Perioden.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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| B.Arch. RL 10 || colspan="3" | Akten der Verbände der Luftwaffe (Dokumentiert die Kriegstagebücher und die personelle Struktur der Fernaufklärer-Gruppe 123).
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| B.Arch. RM 7 / 2333 || colspan="3" | Unterlagen der Seekriegsleitung zum Westraum (Belegt die enge operative Zusammenarbeit zwischen Luftaufklärung und U-Boot-Führung).
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| B.Arch. RL 2-III || colspan="3" | Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Enthält Berichte über die materielle Ausstattung und Verluste der Gruppe).
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Luftwaffenunterstützung im Seekrieg).
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| Dierich, Wolfgang || colspan="3" | Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945. (Systematische Übersicht der Einsatzgeschichte der Aufklärungsgruppen).
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| Tessin, Georg || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. (Band 6, zu den Luftwaffeneinheiten im Westen).
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| colspan="3" | Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 13:29 Uhr

Datenblatt Fernaufklärer-Gruppe 123
Die Fernaufklärer-Gruppe 123 war ein spezialisierter Aufklärungsverband der Luftwaffe, der während des Zweiten Weltkrieges eine zentrale Rolle bei der taktischen und strategischen Luftaufklärung über See sowie über feindlichem Territorium spielte. Die Gruppe operierte in enger Abstimmung mit den Seestreitkräften und lieferte unverzichtbare Daten über Schiffsbewegungen, Hafenanlagen und Wetterbedingungen im Atlantik sowie im Ärmelkanal.
Historischer Kontext & Organisation
Aufstellung und Standorte: Die Gruppe wurde im Zuge der Mobilmachung 1939 aus bestehenden Aufklärungseinheiten formiert. Ihre Staffeln waren über den gesamten Westraum verteilt, wobei Stützpunkte wie Brest, Lannion und Buc in Frankreich sowie Stärken in Sizilien für den Mittelmeerraum genutzt wurden. Truppendienstlich unterstand die Gruppe verschiedenen Fliegerkorps, operativ jedoch häufig dem Fliegerführer Atlantik. Zum Einsatz kamen überwiegend zweimotorige Flugzeuge wie die Dornier Do 17, Junkers Ju 88 und später die Messerschmitt Me 410.
Aufgabenprofil: Die Kernaufgabe der Fernaufklärer-Gruppe 123 war die Überwachung der alliierten Geleitzugrouten und die Aufklärung der Invasionshäfen in Südengland. Die Besatzungen führten hochriskante Bildflüge durch, um Veränderungen im Schiffsraum und neue Verteidigungsanlagen zu dokumentieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Wettererkundung über dem Atlantik, die für die Planung von Marine- und Luftwaffenoperationen grundlegend war.
Das Schicksal bei Kriegsende: Mit der alliierten Landung in der Normandie 1944 und dem Verlust der französischen Stützpunkte wurde die Gruppe nach Deutschland zurückgezogen. In der Endphase des Krieges am 08.05.1945 war die Gruppe faktisch aufgelöst, wobei die verbliebenen Maschinen und Besatzungen in andere Aufklärungseinheiten eingegliedert oder zur Reichsverteidigung herangezogen worden waren. Die wertvollen Bildarchive der Gruppe wurden teilweise vor der Kapitulation vernichtet.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Einweisung von U-Boot-Rudeln: Die Fernaufklärer-Gruppe 123 war maßgeblich daran beteiligt, feindliche Geleitzüge im Ostatlantik und in der Biskaya aufzuspüren. Die Sichtmeldungen der Gruppe wurden über den Fliegerführer Atlantik unmittelbar an den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) weitergegeben, der daraufhin die Aufstellung der U-Boot-Sperren koordinierte.
Überwachung der Stützpunkt-Zufahrten: Die Aufklärungsergebnisse über britische Flottenbewegungen im Ärmelkanal ermöglichten es der U-Boot-Führung, sicherere Routen für die Überführung von Booten zwischen den Werften und den Frontflottillen in der Biskaya zu planen.
Wetterdaten für den U-Boot-Krieg: Da die U-Boote auf See nur begrenzte Möglichkeiten zur Wetterbeobachtung hatten, waren die meteorologischen Daten der Fernaufklärer-Gruppe 123 entscheidend für die Planung von Angriffen und die Einschätzung der Seeausdauer der Boote in stürmischen Perioden.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RL 10 Akten der Verbände der Luftwaffe (Dokumentiert die Kriegstagebücher und die personelle Struktur der Fernaufklärer-Gruppe 123).
B.Arch. RM 7 / 2333 Unterlagen der Seekriegsleitung zum Westraum (Belegt die enge operative Zusammenarbeit zwischen Luftaufklärung und U-Boot-Führung).
B.Arch. RL 2-III Unterlagen des Generalquartiermeisters der Luftwaffe (Enthält Berichte über die materielle Ausstattung und Verluste der Gruppe).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über die Luftwaffenunterstützung im Seekrieg).
Dierich, Wolfgang Die Verbände der Luftwaffe 1935–1945. (Systematische Übersicht der Einsatzgeschichte der Aufklärungsgruppen).
Tessin, Georg Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. (Band 6, zu den Luftwaffeneinheiten im Westen).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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