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U-Stammkompanie: Unterschied zwischen den Versionen

Aus U-Boot-Archiv Wiki

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| colspan="3" | Die U-Stammkompanie war das organisatorische Bindeglied zwischen der allgemeinen Marineausbildung und dem Einsatz auf einem Boot. Sie war der Ort, an dem aus einzelnen Soldaten eine funktionierende Besatzung geformt wurde.
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| colspan="3" | Die U-Stammkompanie war eine landgestützte Organisationseinheit, die zumeist den U-Boot-Abnahmekommandos oder den Unterseeboot-Lehrdivisionen angegliedert war. Sie diente als personelles Depot für Soldaten, die ihre Grund- und Fachausbildung abgeschlossen hatten und auf die Zuweisung zu einer Baubelehrung oder einer Frontflottille warteten. Hier wurde die administrative Grundlage für die künftigen Besatzungslisten geschaffen und die Soldaten truppendienstlich betreut, solange sie keinem spezifischen Boot fest zugeteilt waren.
 
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! colspan="3" | Entstehung und Funktion
 
 
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| colspan="3" | U-Stammkompanien wurden parallel zur Aufstellung der jeweiligen U-Flottillen (Front-, Ausbildungs- oder Unterrichtsflottillen) gebildet.
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! colspan="3" | Historischer Kontext & Organisation
 
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| colspan="3" | Administratives Auffangbecken: Sobald ein Soldat von einer Marine-Ersatzabteilung oder einem Überwasserschiff zur U-Boot-Waffe versetzt wurde, kam er zunächst in eine Stammkompanie.
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| colspan="3" | Aufgabengebiet und Verwaltung: Die Hauptaufgabe der U-Stammkompanie lag in der Führung der Personalunterlagen und Stammrollen für das verfügbare U-Boot-Personal. Sie koordinierte den täglichen Dienstbetrieb, die Einkleidung und die medizinische Überwachung der Männer in der Übergangsphase. Zudem wurden hier Ergänzungskräfte bereitgehalten, um kurzfristige Ausfälle in bereits formierten Baubelehrungen oder Besatzungen auszugleichen. Die Kompanie stand unter der Leitung eines Kompaniechefs, meist im Rang eines Kapitänleutnants.
 
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| colspan="3" | Stationierung und Struktur: Diese Einheiten befanden sich primär an den großen Ausbildungsstandorten in der Ostsee, wie Neustadt in Holstein oder Pillau, sowie in der Nähe der großen Werftzentren. Sie bildeten den personellen Pool, aus dem die Personalreferenten der U-Boot-Waffe schöpften, um die Besatzungen für die monatlich neu in Dienst gestellten Boote zusammenzustellen. Die Struktur erlaubte eine schnelle Verschiebung von Personalmassen je nach Priorität der Bauprogramme.
 
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| colspan="3" | Besatzungsbildung: Hier wurden die Männer für Neubauten oder als Ersatz für Frontboote gesammelt. In der Stammkompanie „wartete“ man auf die Zuweisung zu einem konkreten Boot oder den Beginn eines Fachlehrgangs.
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| colspan="3" | Das Schicksal bei Kriegsende: In den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 wurden die U-Stammkompanien oft zur letzten personellen Reserve. Da viele U-Boot-Neubauten aufgrund von Materialmangel oder Bombenschäden nicht mehr fertiggestellt wurden, verblieb ein Überschuss an Personal in den Stammkompanien. Diese Männer wurden am 08.05.1945 teilweise in Marine-Schützen-Regimenter eingegliedert und in den infanteristischen Erdkampf geworfen oder gerieten in den Ausbildungszentren der Ostsee geschlossen in Gefangenschaft.
 
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| colspan="3" | Disziplinarische Heimat: Solange ein Soldat nicht „an Bord“ kommandiert war, war der Kompaniechef der Stammkompanie sein direkter Vorgesetzter. Er führte die Personalpapiere und organisierte die Verpflegung und Unterkunft an Land.
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
 
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! colspan="3" | Ende
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| colspan="3" | Bildung der Kernbesatzungen: In der U-Stammkompanie fand die erste informelle Zusammenführung der Männer statt, die später gemeinsam zur Baubelehrung kommandiert wurden. Hier begannen sich die sozialen Gefüge zu bilden, die für die spätere Kameradschaft auf engstem Raum unter Wasser entscheidend waren.
 
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| colspan="3" | Überbrückung von Wartezeiten: Die Stammkompanien stellten sicher, dass das Personal zwischen den spezialisierten Lehrgängen (wie dem U-Ausbildungslehrgang) und dem aktiven Grenzdienst fachlich nicht „rostete“. Es wurden regelmäßig Wiederholungskurse und technischer Unterricht durchgeführt, um den Wissensstand auf hohem Niveau zu halten.
 
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| colspan="3" | Das Ende der U-Stammkompanien verlief analog zu ihren Flottillen:
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| colspan="3" | Personelle Flexibilität: Für den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) stellten die Stammkompanien ein wichtiges Instrument zur Steuerung der Einsatzbereitschaft dar. Wenn erfahrene Spezialisten auf Frontbooten ausfielen, konnten diese oft durch qualifiziertes Personal aus den Stammkompanien der Lehrdivisionen ersetzt werden, die bereits über die notwendigen Fachzertifikate verfügten.
 
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| colspan="3" | Frontflottillen: Bei Räumung der Stützpunkte (z.B. in Frankreich 1944) wurden die Stammkompanien nach Deutschland zurückverlegt oder im Erdkampf (Marine-Regimenter) eingesetzt.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
 
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| colspan="3" | Ausbildungsflottillen: Die Kompanien in der Ostsee (wie bei der [[24. U-Flottille]]) bestanden oft bis zur Kapitulation im Mai 1945 oder wurden in den letzten Wochen als Infanterieeinheiten „verheizt“.
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| B.Arch. RM 20 / 904 || colspan="3" | Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Belegt die administrativen Abläufe in den Stammkompanien und die Führung der Stammrollen).
 
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| B.Arch. RM 123 || colspan="3" | Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen (Dokumentiert die Unterstellung der Stammkompanien unter die Ausbildungsverbände).
 
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! colspan="3" | Relevanz für die U-Boot-Waffe
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| B.Arch. RM 20 / 893 || colspan="3" | Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote zur personellen Ergänzung (Enthält Berichte über die Zuweisung von Personal aus den Stammkompanien zu den Werften).
 
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| colspan="3" | Ohne die Stammkompanie gab es keine Besatzung. Sie war der Zeitraum in einer Biografie, der zwischen der „Schule“ und dem „Boot“ liegt. Oft ist dies die Phase, in der die Männer ihre [[Baubelehrung]] (auf der Werft) absolvierten.
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! colspan="3" | Literaturverweise
 
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| Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Personalwesen und die Landorganisation).
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! colspan="3" | Quellenangabe
 
 
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| Hildebrand, Hans H. || colspan="3" | Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Standorte der Stammkompanien).
 
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| Bundesarchiv Bestand RM 30 || colspan="3" | Unterseebootsflottillen. Dies ist die wichtigste Quelle. Jede Flottille (1. bis 33.) hatte ihre eigene Stammkompanie. Die Kriegstagebücher verzeichnen hier die Zu- und Abgänge von Personal.
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| Mulligan, Timothy P. || colspan="3" | Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse der Verweildauer und der Ausbildungsschritte des Personals in den Stammkompanien).
 
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 11:54 Uhr

Datenblatt U-Stammkompanie
Die U-Stammkompanie war eine landgestützte Organisationseinheit, die zumeist den U-Boot-Abnahmekommandos oder den Unterseeboot-Lehrdivisionen angegliedert war. Sie diente als personelles Depot für Soldaten, die ihre Grund- und Fachausbildung abgeschlossen hatten und auf die Zuweisung zu einer Baubelehrung oder einer Frontflottille warteten. Hier wurde die administrative Grundlage für die künftigen Besatzungslisten geschaffen und die Soldaten truppendienstlich betreut, solange sie keinem spezifischen Boot fest zugeteilt waren.
Historischer Kontext & Organisation
Aufgabengebiet und Verwaltung: Die Hauptaufgabe der U-Stammkompanie lag in der Führung der Personalunterlagen und Stammrollen für das verfügbare U-Boot-Personal. Sie koordinierte den täglichen Dienstbetrieb, die Einkleidung und die medizinische Überwachung der Männer in der Übergangsphase. Zudem wurden hier Ergänzungskräfte bereitgehalten, um kurzfristige Ausfälle in bereits formierten Baubelehrungen oder Besatzungen auszugleichen. Die Kompanie stand unter der Leitung eines Kompaniechefs, meist im Rang eines Kapitänleutnants.
Stationierung und Struktur: Diese Einheiten befanden sich primär an den großen Ausbildungsstandorten in der Ostsee, wie Neustadt in Holstein oder Pillau, sowie in der Nähe der großen Werftzentren. Sie bildeten den personellen Pool, aus dem die Personalreferenten der U-Boot-Waffe schöpften, um die Besatzungen für die monatlich neu in Dienst gestellten Boote zusammenzustellen. Die Struktur erlaubte eine schnelle Verschiebung von Personalmassen je nach Priorität der Bauprogramme.
Das Schicksal bei Kriegsende: In den letzten Kriegsmonaten des Jahres 1945 wurden die U-Stammkompanien oft zur letzten personellen Reserve. Da viele U-Boot-Neubauten aufgrund von Materialmangel oder Bombenschäden nicht mehr fertiggestellt wurden, verblieb ein Überschuss an Personal in den Stammkompanien. Diese Männer wurden am 08.05.1945 teilweise in Marine-Schützen-Regimenter eingegliedert und in den infanteristischen Erdkampf geworfen oder gerieten in den Ausbildungszentren der Ostsee geschlossen in Gefangenschaft.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Bildung der Kernbesatzungen: In der U-Stammkompanie fand die erste informelle Zusammenführung der Männer statt, die später gemeinsam zur Baubelehrung kommandiert wurden. Hier begannen sich die sozialen Gefüge zu bilden, die für die spätere Kameradschaft auf engstem Raum unter Wasser entscheidend waren.
Überbrückung von Wartezeiten: Die Stammkompanien stellten sicher, dass das Personal zwischen den spezialisierten Lehrgängen (wie dem U-Ausbildungslehrgang) und dem aktiven Grenzdienst fachlich nicht „rostete“. Es wurden regelmäßig Wiederholungskurse und technischer Unterricht durchgeführt, um den Wissensstand auf hohem Niveau zu halten.
Personelle Flexibilität: Für den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) stellten die Stammkompanien ein wichtiges Instrument zur Steuerung der Einsatzbereitschaft dar. Wenn erfahrene Spezialisten auf Frontbooten ausfielen, konnten diese oft durch qualifiziertes Personal aus den Stammkompanien der Lehrdivisionen ersetzt werden, die bereits über die notwendigen Fachzertifikate verfügten.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
B.Arch. RM 20 / 904 Personalbestimmungen für die Kriegsmarine (Belegt die administrativen Abläufe in den Stammkompanien und die Führung der Stammrollen).
B.Arch. RM 123 Akten der Unterseeboot-Lehrdivisionen (Dokumentiert die Unterstellung der Stammkompanien unter die Ausbildungsverbände).
B.Arch. RM 20 / 893 Unterlagen des Befehlshabers der Unterseeboote zur personellen Ergänzung (Enthält Berichte über die Zuweisung von Personal aus den Stammkompanien zu den Werften).
Literaturverweise
Lohmann, Walter / Hildebrand, Hans H. Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945: Gliederung, Einsatz, Stellenbesetzung. (Band II, Kapitel über das Personalwesen und die Landorganisation).
Hildebrand, Hans H. Die organisatorische Entwicklung der Marine nebst Stellenbesetzung 1848 bis 1945. (Detaillierte Übersicht der Standorte der Stammkompanien).
Mulligan, Timothy P. Die Männer der deutschen U-Boot-Waffe 1939–1945. (Analyse der Verweildauer und der Ausbildungsschritte des Personals in den Stammkompanien).
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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