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Führer der U-Boote: Unterschied zwischen den Versionen

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| colspan="3" | Der Führer der Unterseeboote (F.d.U.) war eine operative Kommandoebene der Kriegsmarine, die für die taktische Führung und Einsatzbereitschaft der U-Boote in einem spezifischen Seegebiet (z. B. West, Ost, Norwegen) verantwortlich war. Der F.d.U. koordinierte die Einsätze der ihm unterstellten U-Boot-Flottillen innerhalb seines Befehlsbereichs und sicherte die logistische sowie personelle Unterstützung für die Frontboote.
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| colspan="3" | Anfang: Die Dienststellung wurde bereits in der Reichsmarine geschaffen. Mit der Expansion im Zweiten Weltkrieg wurde das Kommando regional aufgeteilt, um den Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) zu entlasten.
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| colspan="3" | F.d.U. West (ab 1940): Entstand nach der Besetzung Frankreichs zur Führung der Atlantikflottillen.
 
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| colspan="3" | F.d.U. West: Zuständig für die Stützpunkte an der französischen Atlantikküste.
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| colspan="3" | F.d.U. Norwegen: Verantwortlich für die Operationen im Nordmeer und die Stützpunkte wie Bergen und Trondheim.
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| colspan="3" | F.d.U. Ost: Zuständig für den Ostseeraum und die Ausbildungsgewässer.
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| colspan="3" | Aufgaben: Erstellung von Einsatzbefehlen für die Flottillenchefs, Überwachung der Instandsetzung in den Werften und die Organisation des Geleitschutzes für ein- und auslaufende Boote durch Sicherungsverbände.
 
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Organisation der Befehlshaber und Führer der U-Boote)
 
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| Herzog, Bodo: || colspan="3" | Deutsche U-Boote 1906–1966 (Zusammenfassung der regionalen Kommandostrukturen und deren Amtsinhaber)

Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 18:05 Uhr

Datenblatt Führer der U-Boote
Vor dem Krieg war der „Führer der Unterseeboote“ der alleinige Chef der Waffe. Dieser Führer der U-Boote war Karl Dönitz. Er bekleidete diesen Titel von Januar 1936 bis September 1939. Mit Kriegsbeginn wurde seine Dienststelle zum Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) aufgewertet.
Der Führer der Unterseeboote (F.d.U.) war eine operative Kommandoebene der Kriegsmarine, die für die taktische Führung und Einsatzbereitschaft der U-Boote in einem spezifischen Seegebiet (z. B. West, Ost, Norwegen) verantwortlich war. Der F.d.U. koordinierte die Einsätze der ihm unterstellten U-Boot-Flottillen innerhalb seines Befehlsbereichs und sicherte die logistische sowie personelle Unterstützung für die Frontboote.
Historischer Kontext & Organisation
Nach der offiziellen Wiederaufnahme des U-Boot-Baus existierte zunächst kein F.d.U. Die Führung lag bei der U-Boot-Abwehrschule (UAS).
Wende: Am 27.09.1935 wurde Karl Dönitz zum Führer der Unterseeboote ernannt. Sein Auftrag war der Aufbau einer einsatzfähigen Frontwaffe aus dem Nichts.
Die Phase der Zentralisierung (1936–1939)
In dieser Zeit festigte Dönitz die Position des F.d.U. als alleinige Autorität für Ausbildung, Taktik (Entwicklung der Rudeltaktik) und Personal.
Status: Der F.d.U. war direkt dem Oberbefehlshaber der Marine (Ob.d.M.) unterstellt.
Transformation: Mit Kriegsbeginn im September 1939 reichten die Befugnisse eines FdU nicht mehr aus. Die Dienststelle wurde zum Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.) aufgewertet, um die operative Unabhängigkeit von den Marinestationen zu sichern.
Die Phase der Regionalisierung (1940–1945)
Da der B.d.U. nun die weltweite Strategie leitete, wurden neue regionale FdU-Dienststellen geschaffen, um die taktische Führung vor Ort zu übernehmen.
F.d.U. West (ab 1940): Entstand nach der Besetzung Frankreichs zur Führung der Atlantikflottillen.
F.d.U. Norwegen (ab 1941): Notwendig durch die Ausweitung des Krieges in das Nordmeer (Eismeerkonvois).
F.d.U. Mittelmeer (ab 1941): Zur Koordination der Einsätze gegen den britischen Nachschub in Nordafrika.
F.d.U. Ausbildungsboote (ab 1943): Abspaltung des Schulwesens von der Frontführung zur Sicherung des Nachwuchses.
Aufgaben: Erstellung von Einsatzbefehlen für die Flottillenchefs, Überwachung der Instandsetzung in den Werften und die Organisation des Geleitschutzes für ein- und auslaufende Boote durch Sicherungsverbände.
Ende: Die Dienststellen bestanden bis zur Kapitulation im Mai 1945 oder bis zur Evakuierung der jeweiligen Einsatzräume.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Taktische Schnittstelle: Der F.d.U. bildete das Bindeglied zwischen der strategischen Planung von Karl Dönitz (B.d.U.) und der praktischen Umsetzung durch die Kommandanten.
Personalhistorische Einordnung: In den Personalunterlagen (BArch PERS 6) kennzeichnet die Versetzung in den Stab eines F.d.U. eine Verwendung in der operativen Planung oder die Ernennung zum Verbandsführer. Erfahrene Kommandanten wurden oft nach ihrer Frontzeit als Referenten in diese Stäbe berufen.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 7 / 2331 Unterlagen der Seekriegsleitung (Skl) zur Gliederung und den Befugnissen der Führer der Unterseeboote
BArch RM 55 / 112 Akten des FdU Norwegen zur operativen Führung im Nordmeer und Eismeer
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Befehlsverhältnisse innerhalb der U-Boot-Waffe
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band II, Kapitel zur Organisation der Befehlshaber und Führer der U-Boote)
Hessler, Günter: The U-Boat War in the Atlantic (Detaillierte Darstellung der Befehlskette zwischen B.d.U., F.d.U. und den Flottillen)
Herzog, Bodo: Deutsche U-Boote 1906–1966 (Zusammenfassung der regionalen Kommandostrukturen und deren Amtsinhaber)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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