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Reserve-Offiziersanwärter: Unterschied zwischen den Versionen

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| || colspan="3" | '''Reserve-Offiziersanwärter''' (R.O.A.) sind Offiziersanwärter in einer der Laufbahnen für Offiziere der Reserve. Die Ausbildung findet im oder außerhalb des Wehrdienstes statt.
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| || colspan="3" |Die Ausbildung der R.O.A.´s entspricht den der normalen Offiziere, wodurch ein Wechsel in andere Laufbahnen möglich wird. Ziel der Ausbildung ist es, als Zugführer bzw. stellvertretender Kompaniechef eingesetzt zu werden.
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! Datenblatt
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! '''Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.)'''
 
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| || colspan="3" |Die Ausbildung außerhalb des Wehrdienstes ist für alle Laufbahnen der Offiziere der Reserve, bis auf die ausgesetzten Marineuniformträger, möglich. Hier haben die Reserve-Offiziersanwärter in der Regel bereits den mehrmonatigen Grundwehrdienst, inklusive die Allgemeine [[Grundausbildung]], hinter sich.  
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| colspan="3" | Der Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.) war eine zentrale personelle Säule der Kriegsmarine, um den enormen Bedarf an Führungspersonal während der Expansion der U-Boot-Waffe zu decken. Dieser Status ist meist das Kennzeichen für die „zivilen“ Offiziere, die oft aus akademischen oder nautischen Berufen kamen.
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! colspan="3" | Entstehung, Funktion und Ende
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| colspan="3" | Entstehung: Das System der R.O.A. wurde mit der Mobilmachung 1939 massiv aktiviert. Es richtete sich an Männer, die eine höhere Schulbildung (Abitur) oder ein abgeschlossenes Studium besaßen und ihren Wehrdienst nicht als Berufsoffizier, sondern als zeitlich befristeter Soldat ableisteten.
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| colspan="3" | Funktion: Ausbildung zum Offizier der Reserve.
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| colspan="3" | Laufbahn: Sie begannen als Matrose (R.O.A.), stiegen über den Gefreiten (R.O.A.) zum Maat/Obermaat (R.O.A.) auf, bis sie nach Bestehen der Offiziersprüfung zum Leutnant zur See d. R. (der Reserve) ernannt wurden.
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| colspan="3" | Ausbildung: Sie durchliefen die infanteristische Grundausbildung (z. B. bei der II. S.S.A. Stralsund oder Wesermünde), gefolgt von spezifischen Lehrgängen an den Marineschulen (z. B. Schleswig oder Mürwik).
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| colspan="3" | H.S.O.-Sonderform: Eine Untergruppe der R.O.A. waren die [[Handelsschiffsoffizier H.S.O.|Handelsschiffsoffiziere H.S.O.]], die aufgrund ihrer Patente oft direkt als höherrangige Anwärter einstiegen.
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! colspan="3" | Die Ausbildung zum Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.)
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| colspan="3" | 1. Phase: Die infanteristische Grundausbildung
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| colspan="3" | Dauer: Meist 3 Monate.
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| colspan="3" | Ort: In den Schiffsstammabteilungen (z. B. II. S.S.A. Nordsee in Wilhelmshaven oder II. S.S.A. Ostsee in Stralsund).
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| colspan="3" | Inhalt: Fokus auf militärischer Disziplin, Formaldienst und Waffenbedienung. Der R.O.A. trug hier den Dienstgrad Matrose (R.O.A.).
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| colspan="3" | 2. Phase: Das Bordpraktikum (Bordschulung)
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| colspan="3" | Dauer: Ca. 3 bis 4 Monate.
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| colspan="3" | Einsatz: Auf größeren Einheiten (Zerstörer, Leichte Kreuzer) oder bereits auf Schulbooten.
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| colspan="3" | Ziel: Kennenlernen des Bordalltags aus der Sicht der Mannschaft. Beförderung zum Gefreiten (R.O.A.) und später zum Maat (R.O.A.).
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| colspan="3" | 3. Phase: Der Reserve-Offizier-Lehrgang (R.O.L.)
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| colspan="3" | Nautik & Navigation: Vertiefte Ausbildung (für Nicht-H.S.O.s).
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| colspan="3" | Waffenkunde: Artillerie, Torpedo- und Sperrwesen.
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| colspan="3" | Taktik: Grundlagen der Seekriegsführung.
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| colspan="3" | Recht: Militärstrafrecht und Völkerrecht.
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| colspan="3" | Abschluss: Ernennung zum Fähnrich zur See d. R.
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| colspan="3" | 4. Phase: Die Spezialisierung (U-Boot-Waffe)
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| colspan="3" | Nach bestandenem R.O.L. erfolgte für deine Kommandanten der Wechsel zur U-Boot-Waffe:
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| colspan="3" | U-Lehrgang: Besuch der U.L.D. (U-Boots-Lehrdivisionen) für die technische Einweisung.
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| colspan="3" | Personalreservoir: Da die U-Boot-Waffe während des Krieges enorm expandierte, konnten die aktiven Seeoffiziere den Bedarf an Wachoffizieren nicht mehr decken. R.O.A.s bildeten ab 1941 das Rückgrat des personellen Ersatzes.
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| colspan="3" | Spezialisten: Viele R.O.A.s brachten wertvolles ziviles Wissen (Ingenieure, Nautiker der Handelsmarine) mit, was sie besonders für die technische Laufbahn oder als Wachoffiziere prädestinierte.
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| colspan="3" | Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) ist die Kennzeichnung „R.O.A.“ entscheidend für die Einordnung der Laufbahn. Kommandanten wie Hans Buscher zeigen, wie aus dem Status des Beurlaubtenstandes über die R.O.A.-Schiene ein Frontkommando erreicht werden konnte.
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! colspan="3" | Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) [https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/recherchesysteme/invenio/ | Invenio Online-Recherche]
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| BArch RM 3 / 1024 || colspan="3" | Dienstvorschriften über die Auswahl und Ausbildung der Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.) der Kriegsmarine
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| BArch RM 121 / 162 || colspan="3" | Bestimmungen über die Durchführung von Reserve-Offizierslehrgängen an den Marineschulen (1939–1945)
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| BArch RM 121 / 642 || colspan="3" | Personalstammrollen der Marinestationen mit Nachweisen über die Ernennung zum R.O.A.
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| Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: || colspan="3" | Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Laufbahn der Offiziere des Beurlaubtenstandes)
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| Hessler, Günter: || colspan="3" | The U-Boat War in the Atlantic (Analyse des Anteils von Reserveoffizieren an der operativen Stärke der U-Boot-Waffe)
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| Tessin, Georg: || colspan="3" | Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Organisation der Ersatz- und Ausbildungseinheiten für Reservepersonal)
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Aktuelle Version vom 9. Februar 2026, 11:28 Uhr

Datenblatt Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.)
Der Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.) war eine zentrale personelle Säule der Kriegsmarine, um den enormen Bedarf an Führungspersonal während der Expansion der U-Boot-Waffe zu decken. Dieser Status ist meist das Kennzeichen für die „zivilen“ Offiziere, die oft aus akademischen oder nautischen Berufen kamen.
Entstehung, Funktion und Ende
Entstehung: Das System der R.O.A. wurde mit der Mobilmachung 1939 massiv aktiviert. Es richtete sich an Männer, die eine höhere Schulbildung (Abitur) oder ein abgeschlossenes Studium besaßen und ihren Wehrdienst nicht als Berufsoffizier, sondern als zeitlich befristeter Soldat ableisteten.
Funktion: Ausbildung zum Offizier der Reserve.
Laufbahn: Sie begannen als Matrose (R.O.A.), stiegen über den Gefreiten (R.O.A.) zum Maat/Obermaat (R.O.A.) auf, bis sie nach Bestehen der Offiziersprüfung zum Leutnant zur See d. R. (der Reserve) ernannt wurden.
Ausbildung: Sie durchliefen die infanteristische Grundausbildung (z. B. bei der II. S.S.A. Stralsund oder Wesermünde), gefolgt von spezifischen Lehrgängen an den Marineschulen (z. B. Schleswig oder Mürwik).
H.S.O.-Sonderform: Eine Untergruppe der R.O.A. waren die Handelsschiffsoffiziere H.S.O., die aufgrund ihrer Patente oft direkt als höherrangige Anwärter einstiegen.
Ende: Mit der Kapitulation im Mai 1945 endete das Reserveverhältnis. Die R.O.A. kehrten nach der Entlassung aus der Gefangenschaft in ihre zivilen Berufe zurück.
Die Ausbildung zum Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.)
Dies war ein straff organisierter Prozess, der darauf abzielte, zivil vorgebildete Männer in kürzester Zeit für Führungsaufgaben auf See und an Land fit zu machen.
1. Phase: Die infanteristische Grundausbildung
Dauer: Meist 3 Monate.
Ort: In den Schiffsstammabteilungen (z. B. II. S.S.A. Nordsee in Wilhelmshaven oder II. S.S.A. Ostsee in Stralsund).
Inhalt: Fokus auf militärischer Disziplin, Formaldienst und Waffenbedienung. Der R.O.A. trug hier den Dienstgrad Matrose (R.O.A.).
2. Phase: Das Bordpraktikum (Bordschulung)
Dauer: Ca. 3 bis 4 Monate.
Einsatz: Auf größeren Einheiten (Zerstörer, Leichte Kreuzer) oder bereits auf Schulbooten.
Ziel: Kennenlernen des Bordalltags aus der Sicht der Mannschaft. Beförderung zum Gefreiten (R.O.A.) und später zum Maat (R.O.A.).
3. Phase: Der Reserve-Offizier-Lehrgang (R.O.L.)
Ort: Meist an den Marineschulen (z. B. Heiligenhafen, Schleswig oder Mürwik).
Inhalte:
Nautik & Navigation: Vertiefte Ausbildung (für Nicht-H.S.O.s).
Waffenkunde: Artillerie, Torpedo- und Sperrwesen.
Taktik: Grundlagen der Seekriegsführung.
Recht: Militärstrafrecht und Völkerrecht.
Abschluss: Ernennung zum Fähnrich zur See d. R.
4. Phase: Die Spezialisierung (U-Boot-Waffe)
Nach bestandenem R.O.L. erfolgte für deine Kommandanten der Wechsel zur U-Boot-Waffe:
U-Lehrgang: Besuch der U.L.D. (U-Boots-Lehrdivisionen) für die technische Einweisung.
Relevanz für die U-Boot-Waffe
Personalreservoir: Da die U-Boot-Waffe während des Krieges enorm expandierte, konnten die aktiven Seeoffiziere den Bedarf an Wachoffizieren nicht mehr decken. R.O.A.s bildeten ab 1941 das Rückgrat des personellen Ersatzes.
Spezialisten: Viele R.O.A.s brachten wertvolles ziviles Wissen (Ingenieure, Nautiker der Handelsmarine) mit, was sie besonders für die technische Laufbahn oder als Wachoffiziere prädestinierte.
Personalhistorische Einordnung: In den Stammrollen (BArch RM 121/642) ist die Kennzeichnung „R.O.A.“ entscheidend für die Einordnung der Laufbahn. Kommandanten wie Hans Buscher zeigen, wie aus dem Status des Beurlaubtenstandes über die R.O.A.-Schiene ein Frontkommando erreicht werden konnte.
Quellenverweise - Bundesarchiv-Militärarchiv (BArch-MA) | Invenio Online-Recherche
BArch RM 3 / 1024 Dienstvorschriften über die Auswahl und Ausbildung der Reserve-Offiziersanwärter (R.O.A.) der Kriegsmarine
BArch RM 121 / 162 Bestimmungen über die Durchführung von Reserve-Offizierslehrgängen an den Marineschulen (1939–1945)
BArch RM 121 / 642 Personalstammrollen der Marinestationen mit Nachweisen über die Ernennung zum R.O.A.
Literaturverweise
Lohmann, W. / Hildebrand, H. H.: Die deutsche Kriegsmarine 1939–1945 (Band III, Kapitel zur Laufbahn der Offiziere des Beurlaubtenstandes)
Hessler, Günter: The U-Boat War in the Atlantic (Analyse des Anteils von Reserveoffizieren an der operativen Stärke der U-Boot-Waffe)
Tessin, Georg: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht (Band 14, zur Organisation der Ersatz- und Ausbildungseinheiten für Reservepersonal)
Alle Angaben ohne Gewähr !!!!
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